Testbericht

Vollverstärker Moon i.5

Nur der 100 Eure höhere Preis sowie das Fehlen eines Tape-Ausgangs verhinderten, dass der Moon i.5 (1100 Euro) ein Highlight verliehen bekam.

  1. Vollverstärker Moon i.5
  2. Datenblatt
Vollverstärker Moon i.5

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Vollverstärker Moon i.5
Vollverstärker Moon i.5

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Dank Halbleiterschaltern lässt sich der Moon sowohl bei der Eingangswahl als auch bei der Lautstärke fernbedienen. Rechts neben der Kopfhörer-buchse lassen sich mobile Geräte anschließen.

Die Produkte, die Simaudio unter dem Namen Moon verkauft, genießen seit den doppelten Highlights für die Phonostufen (4/09 & 6/09) bei den stereoplay-Redakteuren den allerbesten Ruf. Da war dann natürlich die Spannung groß, wie der neue, günstige Vollverstärker aus Kanada sich macht. Dabei ist es nur konsequent, dass der i.5 keine Phonoeingänge besitzt. Der Aufbau mit vergoldeten Leiterbahnen ist so blitzsauber wie bei den externen Phonostufen. Dabei benutzen die Kanadier für die Eingangswahl Halbleiter-ICs und für die Lautstärkeregelung ein hochwertiges Alps-Motorpotentiometer, was den i.5 komplett fernbedienbar macht.

Bis auf ein Paar Integrierte Operationsverstärker ist die Signalverstärkung Einzeltransistoren überlassen, um in strompotenten bipolaren Leistungstransistoren zu enden. Ein Korrektursignal wird dann nicht an den Eingang geführt, da man bei Moon nur auf lokale Gegenkopplung vertraut. Damit aber es dem Verstärker nicht an Strom mangelt, hat man in Boucherville, Quebec einen feisten Ringkern-Trafo und ordentliche Sieb-Elkos eingebaut.Nicht so berauschend ist aber die Tatsache, dass der i.5 keinen Ausgang für Aufnahmegeräte besitzt.

Vollverstärker Moon i.5

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Hochwertige Bauteile und eine blitzsaubere Verarbeitung zeichnen den i.5 aus. Die komplette Endstufe ist mit Einzeltransistoren bestückt, und die Leiterbahnen sind hübsch vergoldet.

Da der i.5 einen Pre-Out hat, kann man diesen als Notbehelf verwenden, wobei aber dann auf die Stellung des Lautstärkereglers geachtet werden muss. Dafür werden sich Liebhaber mobiler Geräte über eine 3,5-Millimeter-Buchse vorne freuen.

Im Hörraum wartete aber natürlich kein billiger MP3-Spieler, sondern der Netzwerkplayer Linn Klimax DS Dynamik, um dem Moon i.5 als Musikquelle zu dienen. Und schon die ersten Take begeisterten, da sich der i.5 sowohl engagiert als auch feinfühlig präsentierte.

So schaffte er in Tutti-Einsätzen mehr Ordnung als etwa der Vincent SV 121. Die räumliche Darstellung von Orchestern gelang dem Moon deutlich realistischer, weil er sie größer abbildete, ohne dabei die Grenzen einzelner Instrumente zu verwischen.

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Weil er so den SV 121 deutlich distanzierte, war der Vergleich zum stereoplay Highlight Naim Nait 5i (6/08) an der Reihe. Der aber verteidigte sich mit sehr direkter Ansprache und etwas natürlicheren, weil klangfarbenreicheren Mitten. Dafür konnte der Moon in den Höhen mehr Glanzlichter setzen, ohne aber hell zu wirken. Und wenn der Naim bei lauten Passagen minimal eng erklang, blieb der i.5 lockerer und standhafter. So gab es ein Patt, und nur der 100 Eure höhere Preis sowie das Fehlen eines Tape-Ausgangs verhinderten, dass der Moon ein Highlight verliehen bekam. Den Sieg in diesem Vergleichstest aber trug er trotzdem davon.

+ Piekfeine Verarbeitung, ausdrucksvoller Klang

- Kein Tape-Out

Moon i.5

HerstellerMoon
Preis1100.00 €
Wertung45.0 Punkte
Testverfahren1.0

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