Testbericht

Vollverstärker Musical Fidelity A 1008

Egal, ob mit Bits oder analog befeuert, legte der Musical Fidelity A 1008 (3450 Euro) einen furiosen Hörtest-Auftritt hin. Vorsicht, hieß es, nicht zu weit aufdrehen, der A 1008 kann Boxenchassis zerschmettern!

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Vollverstärker Musical Fidelity A 1008

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Vollverstärker Musical Fidelity A 1008
Vollverstärker Musical Fidelity A 1008

© Jan Winkler

Im Verstärker-Bau helfen Drosseln (1) den Elkos bei Stromsäuberung und -speicherung.

Musical-Fidelity-Chef Antony Michaelson liebt die Dynamik so sehr, dass er an Zeitgenossen Dezibel-Tabellen verteilt. Außerdem baut er Verstärker wie den A 1008 für 3450 Euro, der schon mit seiner abgesetzten schweren Trafostation und mit seinem alustarken, leicht grimmigen Äußeren keinen Zweifel daran lässt, dass er bei der Umsetzung großer Formen keinen Spaß versteht.

Dieser Eindruck vertieft sich bei dem Blick ins Innere, wo sich der über Kabeltrossen und Neutrik-Kontakter herangeschaffte Wechselstrom nach der Gleichrichtung in kernige Eisendrosseln links und rechts sowie je zwei 4700-Mikrofarad-Elkos ergießt. Säubern und speichern solche Verbände die Energie schon besonders gründlich, stehen hüben und drüben unmittelbar bei den Endstufen noch einmal zwei 4700er.

Vollverstärker Musical Fidelity A 1008

© Jan Winkler

Schalter (2) gestatten es, den Phonoeingang an MC-Pickups anzupassen. Zwecks Surround-Einbindung nimmt Aux-In fixe Verstärkung an.

Die ingesamt acht Sanken-Endtransistoren, die in ihren Gehäusen gleich die Treiber-Kollegen, Emitterwiderstände sowie schnell reagierende Temperaturfühler enthalten, klagen gewiss nie über mangelnden Nachschub. Ebensowenig wie der Verein der halbleitenden Vorarbeiter; darüber hinaus leiden die ICs für die Quellen- und Pegelwahl auch keine Not.

Die untere Seite der Dynamik bemuttern zwei edle Eingangs-Doppeltrioden 6288 (alias E88CC, Philips-JAN). Mit ihren sensiblen Röhren-Spanngittern garantieren sie, dass die Musikquelle keinen stressigen Strom, sondern nur Potentialhübe abliefern muss.

Weiter ehrt den A 1008, dass er eine Digitalplatine mit edlem D/A-Wandler samt drei Ins und zwei Outs plus USB-Anschluss besitzt. Egal, ob mit Bits oder analog befeuert, legte er einen furiosen Hörtest-Auftritt hin. Vorsicht, hieß es, nicht zu weit aufdrehen, der A 1008 kann Boxenchassis zerschmettern!

Vollverstärker Musical Fidelity A 1008

© Jan Winkler

Fort mit den Streufeldern: Musical Fidelity lagerte den Haupt- und Standby-Netztrafo aus.

Ansonsten führte er sie aber souverän an der Leine. Er hielt sie an, einen außerordentlich breiten und sehr tiefen Raum aufzuspannen, für Bass-Rummser ein Pfund extra oder für kantige Trommelschläge noch Pfeffer zuzulegen. Und wenn der A 1008 auf diese Weise Bigbands sagenhaft Wucht und Drive verlieh, empfand er diese Wiedergabe offenbar immer noch als Kinderspiel. Entsprechend freudig türmte der Brite (der allenfalls beim Einsatz seines Phono-Teils sowohl im MM- wie auch im MC-Vorspiel ein wenig zaghafter wirkte) bei Prokofievs "Montagues and Capulets" (Telarc) die dramatischen Klangwogen auf, um trotzdem den zigtausend Klangstrählchen bis in die Ferne zu folgen.

Allerdings nicht so weit wie etwa der akribische Brinkmann. Trotzdem: Wer es lieber extra fetzig, Michaelson-dynamisch mag, wird vom Musical Fidelity A 1008 heftig gut bedient.

Musical Fidelity A 1008

HerstellerMusical Fidelity
Preis3450.00 €
Wertung53.0 Punkte
Testverfahren1.0

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