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Testbericht

Vollverstärker Naim Nait 5i (MKII)

Naims Nait erscheint statt geradem jetzt mit schrägem 5i als Beinamen. Änderte sich gleichzeitig auch der Klang des 1000 Euro teueren Vollverstärkers?

  1. Vollverstärker Naim Nait 5i (MKII)
  2. Datenblatt
Naim Nait 5i

© Archiv

Naim Nait 5i

Wie schon der Nait 5i von Heft 9/04 erzeugt auch der neue kleine Naim schon mit seinem Äußeren Freude. 1000 Euro und so ein schön-schlichtes, massives Alu/Zink-Gehäuse, das schreit nach High End für kleine Leute. iPods zuliebe hat der Neu-Nait zu alledem einen Front-Klinken-anschluss bekommen.Zwar leuchtet bei der Betrachtung der Rückseite vielen nicht ein, warum Naim beim CD- und Tuner-Eingang noch immer Cinch- und zudem parallelgeschaltete DIN-Buchsen verwendet, was rein theoretisch nichts bringt, außer dass es das Kanalübersprechen erhöht. Ärgerlich auch, dass ein Kopfhörerausgang fehlt! Aber was soll's, dem AV-Einsatz zu Liebe lässt sich ein Eingang auf konstante Verstärkung einstellen. Und bitte, im Innern setzt sich der erste gute Eindruck wieder fort.

Naim Nait 5i Innenansicht

© Archiv

Auch beim neuen Nait 5i hat Naim auf einen sauberen Aufbau und kurze Signalwege gesetzt.

Etwa bei den für die Ewigkeit ausgelegten  Schutzgas-Reed-Relais für die Quellenwahl oder bei dem Alps-Motorpotentiometer, das ebenso wie die Kontakter-Bank einem schicken System-Ferngeber gehorcht. Bei den BHC-Aerovox-Elkos (zwei für End-, zwei für Vorkreise), die mit Schlitzen in ihren Folien unbotmäßige Wirbelströme unterdrücken, hat Naim die beste Wahl getroffen, auch beim Talema-Ringkern-Netztrafo, der aus Irland kommt.Prima, dass die Engländer die Ruhestromregelung der insgesamt vier Endtransistoren wieder über Optokoppler vornehmen, was unliebsame Verkopplungen unterbindet.

Und jetzt stoßen wir auf die entscheidende Änderung: Die Leistungshalbleiter und den kühlenden Gehäuseboden verbindet nun eine neuartige Keramikplatte, die Wärme noch besser leitet und trotzdem Gleich- und Wechselspannungen besser isoliert. Dank dieser Stressminderung wagte es Naim jetzt, die Gegenkopplungszügel um ein Quantum zu lockern - was zwar den Rauschabstand ein wenig verschlechtert, aber zu einem noch harmonischeren Klirrverhalten führt.

Trotzdem wird kein vernünftiger Mensch annehmen, dass es sich bei dem Schräg-5i um einen völlig neuen Verstärker handelt. Dass er nach wie vor aufgeblasene Synthie-Bassorgien scheut, demonstrierte er mit leicht geduckter Wiedergabe etwa von Dead Can Dance ("Into The Labyrinth", 4AD). Bei "richtiger" Musik, etwa wenn Brad Mehldau mit "Don't Interrupt The Sorrow" in die Pianotasten stieg, blühte der Nait 5i allerdings zu fast highendiger Größe auf. Meisterhaft, wie der Verstärker die Läufe dahinblitzen ließ, wie er Tonreibungen der Akkorde und feine rhythmische Spannungen übertrug.

Aha, da blieb der Alt-Nait doch ein Stückchen blasser und distanzierter. Deswegen bekam der Newcomer zwar keinen ganzen Punkt mehr, er hat sich aber zum Highlight im Quadrat und zum stolzen Favoriten der Redaktion gemausert.

Naim Audio Nait 5i (MK II)

HerstellerNaim Audio
Preis1000.00 €
Wertung45.0 Punkte
Testverfahren1.0

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