Testbericht

Vollverstärker Vincent SV 234

Der Vollverstärker SV 234 von Vincent, für 1800 Euro, bietet einen sehr neutralen Klang bei fast beliebeigen Leistungsreserven.

  1. Vollverstärker Vincent SV 234
  2. Datenblatt
Vollverstärker Vincent SV 234

© Archiv

Vollverstärker Vincent SV 234

Die aus mehreren fingerdicken, fein gebürsteten Aluminiumplatten zusammengefügte Frontplatte, das darin eingelassene Display und die münzengroßen Taster sehen ganz nach einem gestylten Ambiente aus. Ebenso das solide Stahlblechgehäuse, an dessen Rückseite massive Klemmen für zwei Boxenpaare schimmern. Der Preis von 1800 Euro für den 20-Kilo-Verstärker erscheint da schon vorab nicht zu hoch.

Vollverstärker Vincent SV 234

© Julian Bauer

Chinese hoch zwei: Wegen des durchgehend symmetrischen Aufbaus enthält der SV 234 nicht zwei, sondern vier Verstärker.

Nach der Bewunderung des Äußeren - sie muss auch die höchst massiven, sauber gerundeten Seiten-Kühlprofile umfassen - setzt sich der gute Eindruck bei der Innen-Inspektion fort. "Kammerbauweise" raunt der Fachmann anerkennend, wobei der eigens gekapselte, Kochtopf-große Ringkern-Netztrafo zusammen mit der digitalen Bedien-Elektronik und mehreren Spannungs-Stabilisierungskreisen in dem großen mittleren Abschirmbunker steckt.

Rechts und links breiten sich über jeweils gut 40 Zentimeter Länge nicht weniger als 16 extrakräftige Toshiba-Endtransistoren aus. Davon arbeiten nach dem Brückenprinzip vier Quartette den positiven und den negativen Boxenklemmen zu, was nicht nur enorme Leistung ergibt. Vincent legte auch die mit Röhren-ähnlichen Feldeffekt-Halbleitern arbeitenden und von zahlreichen Helfern (Stromquellen, Auskoppeltransistoren) unterstützten Eingangstufen doppelt aus. Bei symmetrischer Ansteuerung über die XLR-Kontakter (Cinch-Ankömmlinge werden unmittelbar bei den Eingangsrelais zwangssymmetriert) kommen dem Plus- und dem Minuspol eigenständige Wege zu.

Vollverstärker Vincent SV 234 fernbedienung

© Julian Bauer

Das mindert die Gefahr von Einstreuungen. Denn diese stehen an dem Plus- und Minus-Ausgang ja gleich an - als für die Lautsprecher spürbarer Unterschied ergibt sich Null.

Bei den Hörtests bewies der Vincent, dass er nicht nur laut und sauber, sondern auch sehr flüssig und lebendig aufspielen kann. Bei den Finessen, etwa beim Luftstrom durch eine Flöte oder beim Ausklingen von Piano-Akkorden, fehlte nichts - und zwei Mal nichts bei symmetrischer Ansteuerung. Bei aller Kraft und Bonität ließ der SV 234 allenfalls etwas an innerer Beteiligung und Hingabe für die allerobersten Höhen vermissen. Das lässt sich aber auch als Vorteil auslegen:  Der Vincent serviert die Musik und mischt sich nicht ein.

Vincent SV 234

HerstellerVincent
Preis1800.00 €
Wertung50.0 Punkte
Testverfahren1.0

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