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Verstärker

Yamaha A-S801 im Test

Der Yamaha A-S801 präsentiert sich als Verstärker vor allem für Liebhaber von Rock und Jazz, der Details im Hochton und Feindynamik beherrscht. Was er noch kann, lesen Sie im Test.

Yamaha A-S801

© Yamaha

Yamaha-Verstärker sehen wie aus der Zeit gefallen aus. Ihre Knebelschalter wecken schönste Erinnerungen, aber ihre Ausstattung verbindet klassischeTugenden mit modernen Schnittstellen. Klingt nach einer idealen Symbiose.

Pro

  • klassische Optik
  • bietet viele Anschlussmöglichkeiten
  • sauberer Bass
  • hervorragende Feindynamik
  • gute Hochtonauflösung

Contra

Fazit

stereoplay-Gesamturteil: gut - sehr gut (70 Punkte); Klang: Spitzenklasse (47 Punkte); Preis/Leistung: überragend
Gut

Jahrelang suchte man sie vergebens, nun plötzlich starrt sie einen an: die Loudness. In Form eines Drehreglers auf der Front des Yamaha-Verstärkers A-S801. Dieses vermeintliche Relikt aus früher HiFi-Vorzeit passt gut zum Auftritt, den der A-S801 hinlegt. Denn ein wenig Verstärker-Klassik bietet seine Optik allemal – auch wenn er im Gegensatz zu seinen großen Geschwistern nur ohne Holzseitenteile erhältlich ist. Dafür hat er aber die gleichen old-schooligen Knebelschalter für Klangregelung (inkl. Balance) und eben Loudness.​

Ein Ewiggestriger ist er aber natürlich nicht. Eher ein Traditionalist, hatte doch die Zweikanalwiedergabe bei Yamaha immer einen hohen Stellenwert. Und natürlich kann man Loudness und Klangregelung per Knopfdruck umgehen. Darüber hinaus sitzt auf der Front noch ein mit CD Direct Amp bezeichneter Knopf, der nicht benötigte Stromkreise unterbricht, was den Signal-Rausch-Abstand verbessern und Verzerrungen verringern soll.​

Alles dran

Man kann sich dem A-S801 tatsächlich sehr gut über seine reichhaltig bestückte Vorderseite nähern. So zeigt etwa der Lautsprecher-Wahlschalter, dass man zwei Boxenpaare anschließen und auf Wunsch parallel betreiben kann. Der Quellwahlschalter macht hingegen deutlich, dass der 900-Euro-Yamaha sich für den Vorsitz in vielen Hörräumen bewirbt: Er nimmt nicht nur analoge Signale von fünf Quellen plus Phono-MM entgegen und gibt zwei analoge Quellen an Rekorder weiter, sondern bietet auch digitalen Quellen-Anschluss. Dafür stehen ein Lichtleiter-, ein koaxialer und ein USB-B-Eingang zur Verfügung.​

Mit diesen Eingängen korrespondieren auch die sechs Leuchtdioden, die anzeigen, welches digitale Format gerade wiedergegeben wird. Der Yamaha kann HiRes sowohl in PCM (bis 384 kHz/32 Bit, über einen Mac ist bei 24 Bit Schluss) als auch in DSD (bis 5,6 MHz, nativ) wiedergeben. Dazu sitzen auf seiner Platine gleich zwei Chips: Ein USB-Chip nimmt die mitunter sehr großen USB-Datenströme entgegen, bereitet sie auf und leitet sie an den D/A-Wandler ESS ES9010K2M zur Wandlung in Analog weiter. Und über einen USB-Anschluss auf der Rückseite kann man den YBA-11, einen Bluetooth-Empfänger, anschließen.​

Yamaha A-S801 innen

© Yamaha

Dicht an dicht drängen sich die Baugruppen. Die Kühlkörper sind aus Aluminium, eine Längsverstrebung sorgt für zusätzliche Stabilität. Zugeständnisse an den Preis sind der Schnittbandkerntrafo und die etwas wackeligen, dafür aber doppelt ausgeführten Boxenklemmen.

Richtig wichtig

Was wäre ein zeitgenössisches Produkt ohne angemessene Wortschwurbeleien? Die Marketing-Abteilung von Yamaha hat hier in die Vollen gegriffen und die Bezeichnung „ToP-ART“ ins Leben gerufen. Der Begriff steht für Total Purity Audio Reproduction Technology. Hierbei geht es, wie der Name nahelegt, um eine möglichst reine und schnörkellose Signalverarbeitung inklusive​ möglichst kurzer Wege. Rauschen und Verzerrungen sollen so außen vor bleiben. Aus diesem Grund ist der Aufbau der Schaltung von den Eingängen bis zu den Ausgängen symmetrisch. Die Entwickler rühmen sich zudem damit, die Bauteile nicht nur sorgfältig nach ihrer Qualität ausgesucht, sondern das Zusammenspiel der einzelnen Teile durch strenge Auswahl und Hörtests optimiert zu haben. Als wäre das nicht schon ein hoher Aufwand für den überschaubaren Preis, kommen noch speziell für den A-S801 entwickelte Bauteile in Form des Transformators und einiger Kondensatoren hinzu.​

Beim Gehäuse hat man sich ebenfalls nicht lumpen lassen. Die sogenannte ART-Base (für „Anti-Resonance and Tough“), ein doppelter Boden mit einer zusätzlichen, 1 mm starken Metalplatte, soll Vibrationen keine Chance lassen, für einen guten Signal-Rausch-Abstand sorgen und letztlich auch dem Klang auf die Sprünge helfen.​

Yamaha A-S801 im Hörtest: Ziemlich gut​

​PR-Begriffe sind die eine Sache, der Klang eine andere. Im Hörraum aber zeigte der Yamaha, dass hinter dem Gerät eben selbstverständlich auch erfahrene Entwickler stehen. Und so bietet der 801 einen schön großen Raum, einen sauber konturierten, leicht schlanken Bass und eine beeindruckende Feindynamik. Er sollte keine hell klingenden Lautsprecher ansteuern, da die Darbietung sonst anstrengend werden kann. Mit einer ausgewogenen oder leicht warmen Box hingegen begeistert die Fülle an Hochtoninformationen, die der 801 liefert. Die Abstimmung verleiht dem Klang etwas Strahlendes. Dennoch nervt der Yamaha auch nach längerer Zeit nicht.​

Bei Danzigs Song „Mother“ gefielen die feine Hochtonauflösung und die breite Bühne. Das Stück verfügte über den nötigen Biss und klang nie beliebig. Auch Alice Coopers „ Public Animal #9“ ließ die Tester nicht kalt. Die Wiedergabe war stets packend, feindynamisch imposant und weder vorlaut noch softend. Und on top lieferte der 801 eine wirklich tolle Stimmwiedergabe.​

Fazit

Ein schneller Bass, packende Feindynamik und eine Fülle an Details im Hochton machen den Yamaha A-S801 zum idealen Verstärker für Rock- und Jazz-Fans. Tolles Paket aus Ausstattung, Verarbeitung und Klang!​

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