Smartphone

ZTE Blade S6 im Test

Für den Hersteller ZTE ist das Blade S6 ein "Premium-Smartphone". Ob das 250-Euro-Phone dem Anspruch gerecht werden kann, zeigt der Test.

  1. ZTE Blade S6 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
ZTE Blade S6

© ZTE

ZTE Blade S6
EUR 195,00

Pro

  • attraktives Design trotz niedrigem Preis
  • Dual-SIM-Smartphone
  • aktuelle Android-Version 5 installiert
  • praktische Software- Extras implementiert
  • solide Akkulaufzeit
  • exzellente Funkeigenschaften in allen Netzen

Contra

  • leuchtschwaches Display
  • Kamera bei schlechtem Licht kaum brauchbar
84,4%

Das Gehäuse des Blade S6 besteht aus einer einzigen Kunststoffschale, deren offene Seite vom Display verschlossen wird. Diese Unibody-Bauweise vermittelt eine hohe Stabilität und Robustheit. Hinzu kommt, dass das Blade S6 gut in der Hand liegt, weil die Ränder einen runden Anschliff haben und der Übergang zur Rückseite fließend ist. Besonders schick: In den Homebutton unter dem Display ist eine kreisförmige Benachrichtigungs-LED eingelassen, die sanft in einem futuristischen Blau pulsiert, wenn es Neuigkeiten gibt.

Wenn man den Preis zugrunde legt, dann holt ZTE mehr aus dem Gehäuse des Blade S6 raus als Huawei mit dem Honor 6 Plus (Test). Denn dem Blade S6 sieht man den niedrigeren Preis nicht an, im Gegenteil: Trotz einer Preisdifferenz von 150 Euro bietet ZTE das ergonomischere und ansprechendere Design.

Beim Display gespart

Beim Display hat dagegen Huawei die Nase vorn. Das ZTE-Modell ist zwar ebenfalls mit einem blickwinkelstabilen IPS-Panel ausgestattet, das ist aber mit 5 Zoll etwas kleiner und zeigt eine niedrigere Auflösung: 1280 x 720 Pixel machen die Darstellung grober, Inhalte werden aber noch ausreichend scharf dargestellt. Problematischer ist da die Leuchtkraft, die mit 366 Candela nicht besonders hoch ausfällt. Der gemessene Wert ist zwar - vor allem mit Blick auf den Preis - noch akzeptabel, aber doch am unteren Ende der Skala angesiedelt, es gibt eigentlich kaum ein aktuelles Smartphone mit einem so leuchtschwachen LCD.

ZTE Blade S6 Screenshots

© connect

links: Notizen, Radio, Diktiergerät: Die App- Grundausstattung auf dem ZTE Blade S6 kann sich sehen lassen. rechts: Die von ZTE implementierte Gestensteuerung bietet kaum Mehrwert, auch weil sie zu komplex ist.

Beim Prozessor hat ZTE dagegen nicht gespart und setzt auf den Qualcomm Snapdragon 615, einen Mittelklasse-Chipsatz mit acht Kernen und 64-Bit-Architektur, dem 2 GB RAM zur Seite stehen. Die Performance stimmt also.

Im Gegensatz zu Huawei liefert ZTE sein Smartphone auch mit der aktuellsten Version Android 5 aus. Als Benutzeroberfläche dient die Eigenkreation MiFavor 3.0, die ein ähnliches Erlebnis bietet wie auf dem Honor 6 Plus. Das bedeutet: Optik und Menüführung sind weniger an Google und Android, als vielmehr an Apple und iOS angelehnt. Für den Nutzer ist das kein Nach-, sondern ein Vorteil, weil die Bedienung intuitiv klappt und Spaß macht.

Die Gesten- und Bewegungssteuerung des Blade S6, die ZTE gesondert hervorhebt, ist sicher ein erwähnenswertes Extra, ein Argument für den Kauf ist sie nicht. Viele der Gesten, die über den Menüeintrag "Gesten & Bewegung" im Einstellungsmenü aktiviert werden können, findet man in ähnlicher Form auch auf anderen Smartphones. Andere Gesten funktionieren nur unzuverlässig, weil sie viel zu kompliziert sind, etwa das Einschalten des Musikplayers durch ein mit dem Smartphone in die Luft gemaltes V. In diesem Menü fehlt teilweise auch die deutsche Übersetzung der Einträge - das ist sicher kein Beinbruch, aber ein Hinweis darauf, dass hier nicht besonders sorgfältig gearbeitet wurde.

ZTE Blade S6 und iPhone 6

© connect

Beim Design des Blade S6 stand Apples iPhone 6 Pate. Mehr Gemeinsamkeiten gibt es aber nicht.

Starker Auftritt im Labor

Genau wie das Honor 6 Plus kann auch das Blade S6 mit zwei SIM-Karten gefüttert werden, die sind allerdings nicht unterschiedlich groß, sondern beide im Nano-SIM-Format angelegt. Die Verwaltung der SIM-Karten ist nicht besonders gut gelöst, man hat kaum Möglichkeiten einzustellen, welche Karte welche Aufgaben übernehmen soll. Das liegt aber vor allem daran, dass nur ein Steckplatz LTE und Datenverbindungen beherrscht. Mit dem zweiten Steckplatz sind nur Telefonate und SMS über das GSM-Netz möglich. Immerhin: Wenn beide Karten eingesetzt sind, wird nicht der Micro-SD-Steckplatz blockiert, man kann also zwei SIM-Karten und eine Micro-SD gleichzeitig nutzen. In Anbetracht des nur knapp 10 GB fassenden internen Speichers ist das aber auch dringend angeraten.

In unserem Testlabor gibt das Blade S6 ein durch die Bank sehr gutes Bild ab. Das 250-Euro-Smartphone legt hier eine bessere Vorstellung hin als das Honor 6 Plus. Das 800er-LTE-Band wird unterstützt, die Funkeigenschaften sind in allen drei Netzen hervorragend. Die Laufzeit im connect-Nutzungsmix ist mit 6:57 Stunden zwar nicht überragend, bewegt sich aber im sehr guten Mittelfeld. ZTE schafft es mit diesem Wert sogar, das iPhone 6 (6:56 Stunden) zu übertrumpfen.

Fazit: Die große Überraschung

Um die eingangs gestellte Frage direkt zu beantworten: Nein, es ist schlicht nicht möglich, ein Premium-Smartphone für 250 Euro zu verkaufen. Die Kompromisse, die ein Hersteller bei diesem Preis eingehen muss, fangen bei der Kunststoffhaptik an und hören bei Software-Übersetzungsfehlern auf. Die eigentliche Überraschung in diesem Vergleich ist doch aber die, dass der in Deutschland kaum bekannte Hersteller ZTE eines der besten Smartphones in der 200-Euro-Klasse im Portfolio hat. Das Blade S6 ist kein Flaggschiff- Ersatz, genauso wenig wie das Honor 6 Plus, aber im Gegensatz zum Huawei-Modell ist es ein echter Geheimtipp für Sparfüchse.

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