CDs rippen

Rip-Tools für PC und Mac im Vergleich

Verkratzte CDs mit sauberer Prüfsumme über Mac und Windows rippen? stereoplay vergleicht die besten und einfachsten Rip-Tools für PC und Mac.

iTunes

© Apple

iTunes ist zwar hauptsächlich eine Musikverwaltung, man kann damit aber auch CDs rippen.

dBpoweramp

Mit der Software des amerikanischen Programmierteams Illustrate bekommt man ein professionelles Rip-Tool mit ausgeklügelten Funktionen und einfacher Bedienung an die Hand. Als einziges AccurateRip-Tool gibt es dBpoweramp für die beiden wichtigsten Systeme. Der beispielhaften Übersichtlichkeit zum Trotz enthält das Tool zahlreiche Optionen.

Das schnelle Anpassen der Encoder-Einstellungen, das Einrichten eigener Metatag-Profile oder die Analyse und das Optimieren der Meta-Suchergebnisse – einfacher geht es kaum. Auch Fortgeschrittene kommen nicht zu kurz: Die umfangreiche DSP-Sektion bietet genug Spielraum für Experimente (Replay-Gain, DRC). dBpoweramp liefert nicht nur exzellente Rip-Ergebnisse, sondern ist zudem schnell genug. Eine dicke Empfehlung!

dBPoweramp

© Win / Mac

Bei Erfolg: Fortschrittsbalken, akkurate Symbolik und Prüfsumme

Pro

- AccurateRip
- unterstützt C2-Korrektur
- intelligente Meta-Suche
- diverse Quellen für Albumcover
- eigene Meta-Profile
- viele DSP-Plug-ins
- übersichtliche Menüstruktur

Contra

- nicht kostenlos
- ohne Gracenote-Datenbank

EAC

Ein Vorreiter auf dem Markt der frei verfügbaren Ripper ist Exact Audio Copy. Das Windows-Programm implementiert alle wichtigen Technologien und garantiert einen sauberen Rip. Jedoch sieht man dem Tool seine Windows-Herkunft auch an: So verstecken sich die Anpassungen für die verschiedenen Musikformate in einem Untermenü. Auch kann das Programm von Haus aus nur WAVE und MP3 rippen, andere Encoder müssen per Plug-in integriert werden.

Die Funktionsvielfalt ist dagegen überbordend, so können etwa automatische Track-Reihenfolgen (CUE sheets) für Brennprogramme generiert werden, CD-Text ausgelesen, LPs aufgenommen oder per Drag‘n Drop ID-Tags editiert werden. EAC erkennt automatisch die Laufwerkseigenschaften und kann entscheiden, welche Lesemethode (secure, fast oder burst) sich am besten eignet. Zudem hilft eine genaue Analyse aller nicht korrigierten Fehler. Ein umfassendes Tool, das aber eine gewisse Einarbeitungszeit fordert.

EAC

© Windows

Die Prüfsumme (Lese-CRC) belegt den Erfolg nach dem Ausleseprozess.

Pro

- AccurateRip
- Audio-Plug-ins
- unterstützt C2-Korrektur
- verschiedene Datenbanken
- sehr viele Optionen

Contra

- nur Windows
- verschachtelte Menüstruktur
- viele Encoder nicht an Bord
- relativ langsam

iTunes und Audirvana Plus

Als Beispiel für eine Nicht-AccurateRip-Lösung soll hier das Komplettpaket aus iTunes und dem RAM-Player Audirvana Plus dienen. Apples Musikverwaltung stellt eine komfortable Alternative zu einer Mehr-Stufen-Lösung aus Rip-Tool und Musikverwaltung dar. Der rasend schnelle Import und die hübsch animierte Programmoberfläche mit der Option auf Nachschub durch den Store hat seinen eigenen Reiz.

Doch wird Geschwindigkeit hier tatsächlich mit Ungenauigkeit bezahlt, denn weder findet beim Import ein AccurateRip-Abgleich noch eine korrekte C2-Fehlerkorrektur statt. Immerhin wird das Laufwerk gedrosselt. Audirvana Plus ergänzt um FLAC, HiRes, DSD-Import und High-End-Software-Player. Wer Applebasiert ist und der Importfunktion nicht traut, kann XLD vorschalten und das Ergebnis anschließend importieren.

iTunes Audirvana

© Macintosh

Mit Audirvana integriert iTunes auch HiRes, FLAC und DSD-Formate.

Pro

- alle Formate inkl. DSD
- sehr schnelles Einlesen
- liest auch schwierige CDs
- Gracenote-Datenbank
- iTunes-Welt
- indexbasierte Suche
- Audirvana als RAM-Player

Contra

- kein AccurateRip
- erkennt keine C2-Marker
- Kosten

Rip (Beta)

Noch im Frühstadium der Entwicklung befindet sich Rip, ein kleines Tool mit guten Genen und einer bereits guten User-Akzeptanz. Rip ist unmissverständlich aufgebaut, strotzt nicht mit übervollen Menübäumen und bringt seine Encoder bereits mit. Auf der Website sbooth.org präsentiert der Entwickler weitere Audio-Tools aus eigener Hand, und ein Blockdiagramm zeigt sehr anschaulich, wie der Algorithmus mit C2-Blockfehlern umgeht (Menüpunkt „How does it work“).

Leider scheint das Projekt ins Stocken gekommen zu sein. Nichtsdestotrotz funktioniert Rip auch im Betastadium, markiert „schlechte Sektoren“ und liefert am Ende einen AccurateRip. Cover konnten wir mit unseren Testalben leider nicht automatisch einbinden. Jedoch bietet Rip das unmittelbare Kopieren in die iTunes- Bilbliothek, was auch dieses Problem lösen sollte. Für den Auslesevorgang ist etwas Geduld nötig. Eine weitere Entwicklung des Programmierers ist Max, ein Open-Source Audio-Extractor mit integriertem Highspeed-Ripper.

Rip

© Macintosh

Rip ist offensichtlich auf Einfachheit und Usability getrimmt.

Pro

- AccurateRip
- unterstützt C2-Korrektur
- einfache Menüstruktur
- iTunes-Einbindung
- gute Community-Basis

Contra

- findet selten Cover
- keine Plug-ins
- sehr langsam
- wenige Optionen

Songbook Linn DS Control

Sicher eine Alternative für alle Linn-Enthusiasten, die mit iOS-Geräten und der entsprechenden App eine integrative Bedienungskultur suchen. Das Songbook ist schon etwas betagt, vermag aber über seine AccurateRip-Funktion und die ansprechende Musikverwaltung zwei Dinge zu vereinen, die das Konkurrenzprodukt iTunes nicht schafft. Auch die Möglichkeit, UPnP-Netzwerkquellen anzuzeigen und zu verwalten, ist eine seltene Sache.

iTunes-Musiksammlungen können ebenso über einen Menüpunkt integriert werden, sodass hier eine Power-Applikation für Musikfreunde entstehen kann. Linn-Server erscheinen natürlich ebenso im Menübaum. Die etwas altbackene Oberfläche erinnert noch an das alte iTunes, ist aber zweckmäßig gestaltet. Als CD-Ripper inklusive Musikverwaltung ist Songbook einen Blick wert.

Songbook DS Control

© Macintosh

Ein schöne Musikverwaltung mit der Möglichkeit sogar UPnPQuellen anzuzapfen. Auch iTunes-Musik wird hier angezeigt.

Pro

- AccurateRip
- ansprechende Musikverwaltung
- UPnP-Quellen - Linn-Systemintegration
- TuneIn-Webradio
- iTunes-Sharing
- iPhone-Steuerung

Contra

- veraltete Oberfläche
- findet selten Cover

XLD Ripper

Das auf Mac-Rechnern sicher am häufigsten genutzte Rip-Tool ist der X Lossless Decoder. Selten genug, dass ein so ausgereiftes Mac-Programm kostenlos ist, treibt XLD den Ausleseprozess auf die Spitze. Ob nun im Burst Mode, also ohne Korrektur und schnell, im Secure Mode mit C2-Korrektur oder sogar im Paranoia-Modus in kleinen Schritten, sektorbasiert, ausgelesen werden soll – XLD drosselt automatisch das Laufwerk und liefert die vielleicht exaktesten AccurateRip-Ergebnisse.

Viele Automatismen wie Batch-Encoding und Hilfen zur Metadaten-Extraktion erleichtern zudem die Weitergabe der Daten. Der japanische Programmierer hält das Programm immer auf dem neuesten Stand und hat zuletzt einen SACD/DSD-Importer geschrieben. Neben der grafischen Version existiert zudem eine Programmzeilen-Version für die technisch besonders Versierten.

XLD Ripper

© Macintosh

Rip as rip can. Nicht immer zeigt XLD die Albumcover richtig an, auf das Rip- Ergebnis ist jedoch Verlass.

Pro

- AccurateRip
- vielfältige Ausleseoptionen
- unterstützt C2-Korrektur
- einfaches Interface
- Plug-in-Design
- DSD Importer
- Batch-Rip-Prozess

Contra

- Coversuche Amazon Webservice
- kann sehr langsam werden

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