Dateiverwaltung auf dem Smartphone

Cloudspeicher-Apps

Dropbox​

Der Cloud-Speicher-Veteran zehrt von seinem Marktführer-Nimbus, könnte aber ein paar Updates vertragen – auch in der Preispolitik.​

Pro: 

  • wird von sehr vielen Apps unterstützt 
  • Versionierung 
  • Schutz mit PIN/Touch-ID​

Contra:

  • magere 2 Gigabyte gratis 
  • hoher Einstiegspreis​
Dropbox

© Screenshot WEKA / connect

Teilen ist praktisch: Dropbox erlaubt das Teilen ganzer Ordner oder auch einzelner Dateien. Dazu wird einfach ein Link zur Datei generiert.

Mit Dropbox fing alles an: Das ehemalige Start-up aus San Francisco stellte sein Produkt im selben Jahr vor wie Apple sein iPhone – und avancierte in den ersten Jahren des Smartphone-Booms zum Marktführer für Speicherplatz im Netz. Dank der umfangreichen Programmierschnittstellen wird Dropbox von Entwicklern gern in ihre Apps eingebaut und eignet sich damit optimal als Cloud-Dateisystem für Smartphone-Nutzer – zumal ein Desktop-Client für PC, Mac und Linux verfügbar ist, der alle Dateien im Dropbox-Ordner auf allen verbundenen Geräten stets auf demselben Stand hält.​

Also eine klare Empfehlung? Nicht ganz: Dropbox bietet mit 2 GB äußerst wenig Platz für Gratisnutzer; wer mehr will, muss ein ganzes Terabyte für happige 9,99 Euro im Monat buchen. Und die Versionierung, mit der sich Änderungen an Dateien rückgängig machen lassen, ist zwar top – aber leider nur auf der Webseite verfügbar, nicht in der App, die ansonsten einen guten Funktionsumfang bietet.​

Am schwersten wiegt für iOS-Nutzer, dass Dropbox als einziger Cloud-Dienst im Test immer noch nicht als „Document Provider“ agieren kann – stattdessen gibt es lediglich eine Kooperation mit Microsoft Office.​

iCloud Drive​

Apples eigener Speicherdienst ist preislich attraktiv – und einen iCloud-Account brauchen iOS-Nutzer ohnehin. Doch die App selbst ist eine Zumutung.​

Pro:

  • 5 GB gratis und günstige Speichererweiterungen 
  • tiefe Integration in iOS​

Contra:

  • nicht für Android verfügbar 
  • keine Schutzfunktion 
  • keine Versionierung​
iCloud Drive

© Screenshot WEKA / connect

Der Funktionsumfang der iCloud- App ist überschaubar.

Die iCloud ist mehr als nur ein Speicherplatz im Netz: Viele Apple-Dienste wie die Foto-Mediathek sind an ein iCloud-Konto gebunden und benötigen dort vorhandenen Speicherplatz. Die kostenfrei gewährten 5 Gigabyte sind daher schnell verbraten – wer das iCloud Drive ernsthaft nutzen will, muss upgraden. Mit 0,99 Euro monatlich für 50 GB und 2,99 Euro im Monat für 200 GB ist das nicht allzu teuer. Im Gegenzug bekommt man einen tief in das iPhone integrierten Wolkenspeicher, der aus vielen Apps und auch am Mac und PC verfügbar ist.​

Doch die App dazu versteckt Apple (man muss sie erst über die iCloud-Einstellungen aktivieren) völlig zu Recht: Außer Ordner anlegen und Dateien verschieben bietet sie kaum Funktionen. Auch Versionierung beherrscht die iCloud nicht – gelöschte Dateien lassen sich aber wiederherstellen.​

Google Drive​

Mit viel kostenfreiem Speicherplatz und vorbildlichen Apps für Android und iOS liefert Googles Cloud-Service eine hervorragende Leistung ab.​

Pro:

  • 15 GB Speicherplatz gratis 
  • Versionierung 
  • clevere Suchfunktion​

Contra:

  • Schutz mit PIN nur für iOS​​
Google Drive

© Screenshot WEKA / connect

Die Suche lässt sich auf einzelne Dateitypen beschränken. Zuletzt verwendete Dateien hat man sofort parat.

Als Google vor vielen Jahren begann, Cloud-Dienste zu vermarkten, wurde noch mit unbegrenztem Speicherplatz geworben. Davon sind immerhin noch 15 Gigabyte geblieben, die für die wichtigsten Dateien der meisten Nutzer locker reichen dürften. Wer mehr braucht, bekommt 100 GB für 1,99 Euro oder 1 Terabyte für 9,99 Euro im Monat. Die Stärke von Google Drive sind aber nicht die Preise, sondern – wie könnte es anders sein – die leistungsfähige Suchfunktion, die mit Beschränkungen auf bestimmte Dateitypen viel schneller zum Ziel führt.​

Auch sonst machen die Smartphone-Apps vieles richtig. Ein Schnellzugriff und die unkomplizierte Bedienung sorgen für Orientierung, mit der Versionierung und dem Nutzungsverlauf bleibt man auch bei Änderungen an gemeinsam bearbeiteten Dateien auf dem Laufenden. Fragt sich nur, weshalb der PIN-Schutz nur für iOS-Nutzer verfügbar ist. Und ob man Google generell seine Daten anvertrauen will, muss jeder selbst entscheiden.​

Microsoft Onedrive

Der Wandel vom Softwarehaus zum Cloud-Anbieter ist Microsoft gelungen – wie das Zusammenspiel von Onedrive und Office eindrucksvoll unter Beweis stellt.​

Pro:

  • Schutz mit PIN/Touch-ID 
  • 1 Terabyte Speicherplatz inklusive mit Office 365 
  • Versionierung 
  • volle iOS-Kompatibilität als „Document Provider“​
Microsoft Onedrive

© Screenshot WEKA / connect

Nur Onedrive zeigt Details zu Ordnern auf einen Blick. Die weiteren Microsoft- Apps sind perfekt integriert.

Am Ende ist es der gute Gesamteindruck der Apps für Android und iOS, der Onedrive eine uneingeschränkte Empfehlung einbringt. Doch auch in nahezu allen Details weiß Microsofts Cloud-Speicher sehr zu beeindrucken: So bietet Onedrive auf einen Blick deutlich mehr Informationen als die Konkurrenz und zeigt nicht nur die Anzahl der in einem Ordner enthaltenen Dateien, sondern auch die Ordnergröße an. Und beim Teilen von Dateien kann man wählen, ob der Empfänger sie nur anzeigen – das kann jeder – oder mit einem eigenen Onedrive-Konto auch bearbeiten darf.​

Weniger großzügig ist Microsoft beim Speicherplatz: 5 GB sind gratis, 50 GB kosten zwei Euro im Monat. Wer ohnehin Office 365 nutzt, um stets die aktuellen Versionen von Word, Excel und Powerpoint zu haben, erhält aber automatisch 1 Terabyte Platz. Die praktische Versionierung rundet das Angebot ab.​

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