Vergleichstest Subwoofer

Der beste Bass - vier Subwoofer im Test

Tiefgang und Pegelfestigkeit um jeden Preis sind bei Woofern nicht mehr das Thema. Der Trend geht zu intelligenten Geräten, die auf Knopfdruck sogar Raumresonanzen bekämpfen. Vier dieser Alleskönner zwischen 1900 und 4250 Euro hat stereoplay für Sie geprüft.

Vergleichstest Subwoofer

© Julian Bauer

Vergleichstest Subwoofer

Ein Raunen ging durch die deutschen Musikzimmer, als Subwoofer im Laufe der 90er Jahre populär wurden. Große Hersteller boten Einsteigermodelle für unter 1000 Mark an - damit wurden Bassboxen salonfähig.

Dass die Geräte nicht überall ankamen, ist aus heutiger Sicht verständlich. Oft waren Filter praxisfern konzipiert, es gab nervige Strömungsgeräusche und überforderte Chassis. Frühe Exemplare waren oft einseitig auf Pegel und Tiefgang getrimmt, auch weil Anwender lange glaubten, hierauf besonders achten zu müssen.

Inzwischen verzichten mehr und mehr Hersteller auf Reflexöffnungen und wählen geschlossene Gehäuse oder solche mit Passivmembranen, die keine Nebengeräusche zulassen. Der fehlende Beitrag der Rohre wird durch größere Membranauslenkungen ersetzt.

Die dazu notwendige, früher oft zu geringe Antriebsleistung kommt jetzt größtenteils aus Schaltverstärkern, die mühelos hunderte von Watt bereitstellen. Besonders bei Multichannel sind Subwoofer längst obligatorisch, auch weil hier die Integration sehr komfortabel über die Receiver läuft.

Kenner wissen, dass der Klang gerade im Bass stark vom Raum und der Aufstellung diktiert wird. Der kostenlose RRS-Raumrechenservice auf stereoplay.de zeigt, was Sache ist: Die schönen Freifeld-Frequenzkurven mutieren in Wohnräumen zu Gebirgslandschaften, es brummt und wummert. Deshalb geht der Trend zu intelligenten Woofern mit vielfältigen Einstellmöglichkeiten und automatischer Raumkorrektur.

Vier dieser Alleskönner zwischen 1900 und 4250 Euro haben wir für Sie geprüft.

Peter Schüller im Messlabor

© stereoplay

Beim Messcheck ist gelegentlich auch ein Blick in das Innere der Geräte angesagt. Hier erkennt man eines der zwei Basschassis aus dem DB 1.

Messlabor: Die Einmess-Funktionen in der Praxis

Subwoofer arbeiten meist unter 100 Hz mit Wellenlängen von mehreren Metern. Gängige Wohnräume neigen in diesem Bereich zu starken Schwankungen im Frequenzgang, die extrem lästig werden können. Eine Raumeinmessung kann hier gegensteuern, indem sie die betroffenen Bereiche spiegelbildlich absenkt und anhebt.

Doch Achtung: Auch die genaueste Einmessung kann die Resonanz an sich und mit ihr das verzögerte Ausschwingen nicht aus der Welt schaffen. Das zeitliche Verhalten wird nicht besser, es fällt nur weniger auf. User sollten daher keine zu großen Erwartungen hegen und ihre Raumakustik auf gar keinen Fall vernachlässigen.

Alle vier Subwoofer erlauben eine Einmessung, mit Unterschieden im Detail. Beim Klipsch und beim Velodyne genügt je ein Knopfdruck, um die Programme zu starten. Der B&W und der Paradigm brauchen eine Verbindung zum Rechner. Die klangliche Wirkung hängt von den Raumeigenschaften ab. In ungünstigen Zimmern ist der Zugewinn besonders deutlich.

Bei allen Geräten führt die Glättung zu einem tendenziell homogeneren, weniger drückenden Klang. Da einige Verfahren nur die Spitzen korrigieren, wird der Bass durch die Einmessung meist leiser. Bei der Vergabe der Klangpunkte spielte die Einmessung wie gewohnt keine Rolle, sie führte jedoch zu einer besseren Bewertung im Bereich Praxis.

Bildergalerie

B& W DB 1
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Tiefgang und Pegelfestigkeit um jeden Preis sind bei Woofern nicht mehr das Thema. Im Test: Vier Alleskönner die auch Raumeinmessung beherrschen.

FAZIT

Zweierlei zeigt unser Test sehr klar. Vielfach unterschätzt man die Bedeutung tiefster Frequenzen für unser Hören. Ob ein Bass bei 30, 20 oder 15 Hertz gekappt wird, ist deutlich wahrnehmbar, auch mit Stücken, die solche Anteile nur sehr schwach enthalten. Das heißt auch, dass Woofer gar nicht präzise und tiefgründig genug arbeiten können.

Die günstigen Modelle von Klipsch und Velodyne sind smarte und einfach zu bedienende Geräte, die für ihr Geld extrem viel leisten. Der dicke Paradigm sprengt die üblichen Grenzen und wirkt irrsinnig souverän. Der B&W ist leise wie laut eine Klasse für sich. Er glänzt mit maximaler Autorität und Präzision.

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