Hotlines der Mobilfunker

Hotline-Test: Aldi, Mobilcom-Debitel & Congstar

Aldi

Schon länger machen den vier Netzbetreibern auch Branchenfremde das Geschäft streitig: So mischen Handelsriesen wie Aldi, Lidl und Rewe sowie Drogerieketten wie Rossmann kräftig mit und sorgen nach wie vor für Wachstum im Billigsegment. Seit gut zehn Jahren führt Aldi die Mobilfunk-Discount-Riege an und zählt weiterhin die meisten Kunden in seiner Kartei. Doch ausruhen will sich der Konzern offenbar nicht und geht mit der Zeit: Seit Ende September ist Aldi mit einem hauseigenen Musikstreaming-Dienst namens „Aldi Life“ unterwegs. Dazu kooperiert die Handelskette mit dem Musikdownload-Urgestein Napster.

Kompetent und effizient

Der Billiganbieter hat sich als feste Größe auf dem umkämpften Markt etabliert und treibt seinen Service ebenfalls kontinuierlich voran: Noch vor ein paar Jahren konnte man sich über den niedrigen Kenntnisstand der Aldi-Belegschaft beim Hotlinetest nur ärgern. Doch seit dem letzten Test geht es bergauf: Die Berater sind in Sachen Mobilfunk fachlich absolut auf der Höhe, dazu freundlich sowie zuvorkommend und glänzen mit effizienter Beratung. Mit dieser erfreulichen Kombination lässt Aldi die gesamte Riege der alternativen Anbieter weit hinter sich.

Zeit und Geduld ist gefragt

Doch neben viel Lob gibt’s auch etwas zu bekritteln: Die Auslastung durch viele Kunden merkt man dem Discounter an – die Hotline ist meist erst nach längerer Wartezeit zu erreichen.

Mobilcom Debitel Logo

© Mobilcom Debitel

Mobilcom-Debitel

Der Serviceprovider haut gerne mit spektakulären Werbekampagnen wie „Costa fast garnix“ auf den Putz. Das laute Trommeln schadet keineswegs: Schließlich konnte der Mutterkonzern Freenet im letzten Jahr drei Milliarden Euro Umsatz verbuchen. Die Büdelsdorfer sind dabei, sich zum führenden Digital-Lifestyle-Anbieter zu mausern. Die Rechnung mit dem Verkauf von Zubehör für Smart- Home-, Entertainment- und Fitness-Artikeln in den über 600 Shops scheint aufzugehen: Das neue Geschäftsfeld soll dieses Jahr über 100 Millionen verdienen – 20 Prozent mehr als letztes Jahr.

Das überbordende Produktportfolio des Mobilfunkers, der neben eigenen auch die originalen Tarife aller deutschen Netzbetreiber vertreibt, stellt eine Herausforderung für den Service dar. Doch der schlägt sich erstaunlich gut: Bei der Frage etwa, ob die Nutzung von Whatsapp im Ausland kostenlos sei, wies die Mitarbeiterin korrekt darauf hin, dass Roaminggebühren anfallen, wenn man kein Auslandspaket für die EU gebucht hat. Doch im WLAN in Hotels und Restaurants könne man gratis chatten. So kundenfreundlich gingen die meisten ihrer Kollegen ans Werk. Es zahlt sich wohl aus, dass man das Callcenter mittlerweile unter eigenem Dach betreibt.

Schlechte Erreichbarkeit

Fachlich konnten die äußerst freundlichen Berater absolut überzeugen. Doch allzu viele sitzen wohl nicht vor Ort: Mit langen Wartezeiten kann man die nahezu neun Millionen Kunden auch vergraulen.

Congstar

© Congstar

Congstar

Aus dem früheren Sorgenkind ist eine respektable Marke geworden: Congstar macht der Telekom viel Freude und zählt heute über 3,6 Millionen Kunden. Dabei soll es nicht bleiben, deshalb gehen die Kölner auch in Sachen Tarife neue Wege und wollen für frische Impulse sorgen.

Doch neben dem Wachstum darf man die Pflege der Bestandskunden nicht außer acht lassen. Dass weiß auch Congstar ganz genau, dessen Kundenbetreuung im Großen und Ganzen zufriedenstellend ist: Bei der Frage, welches Datenpaket sich für die Nutzung des Webradios eignet, kam die Beraterin nicht ins Stocken, sondern gab dem connect-Tester gleich Bescheid, dass er mit den 200 MB, die in seinem bestehenden Tarif enthalten sind, nicht weit komme. Da solle er lieber gleich zu einem 1-GB-Paket greifen und brauche sich keinen Kopf zu machen, wenn er öfters unterwegs Internetradio höre. Dabei beließ sie es nicht, sondern erklärte detailliert die Datenangebote der Telekom-Tochter. Nicht so ihr Kollege: Auf die Frage, ob man bei Congstar günstigere Auslandsbundles als die vorgegebenen EU-Tarife buchen könne, meinte er nur: „Die Preise sind in der EU alle gleich. Wir haben auch nichts anderes.“ Schade: Da hat er die attraktiven Congstar-Tages- und Wochenpässe fürs Surfen im EU-Ausland vergessen.

Nervig lange Warteschleifen

Solche Patzer waren allerdings selten. Deutlich nerviger waren für die connect-Anrufer die häufigen Bandansagen mit den voraussichtlich längeren Wartezeiten.

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