Vergleichstest

HP Slate 7 gegen Google Nexus 7

HP schickt sein erstes Android-Tablet ins Rennen - mit nichts außer Googles Ökosystem. Da drängt sich der Vergleich zum Nexus auf. Wer hat mehr zu bieten? Am Ende kann nur die Hardware entscheiden.

HP Slate 7, Google Nexus 7

© Hersteller

HP Slate 7, Google Nexus 7

Der zum Kampfpreis von 149 Euro lancierte 7-Zöller Slate 7 setzt auf Android 4.1 Jelly Bean in Reinform - hat im Wesentlichen also nicht mehr und nicht weniger zu bieten als Googles eigene Nexus-Linie. Anlass für connect, die beiden Puristen miteinander zu

Die Modellfamilien

Dafür haben wir uns das von Asus gefertigte erste Modell des Nexus 7 mit WLAN und 16 GB Speicher nochmal vorgeknöpft, dessen Line-up Google mittlerweile in Speicher und Preis modifiziert hat: Unser Testproband wurde um 50 Euro auf 199 Euro gesenkt, für den damaligen Preis von 249 Euro erhält man heute den doppelten Speicher, nämlich 32 Gigabyte.

HP Slate 7

© HP

Für alle, denen gediegenes Grau zu langweilig ist, gibt's das Slate 7 auch in ansprechendem Rot.

Nach heftiger Kritik am fehlenden Modem gibt es für nochmal 50 Euro auch ein solches dazu, jedoch nur in der Topversion mit 32 GB. Den Platz des gestrichenen 8-GB-WLAN-Modells für damals 199 Euro könnte heute HPs Slate 7 einnehmen: für nur 149 Euro mit erweiterbarem Speicher für eine maximal 32 Gigabyte große Micro-SD-Karte ausgestattet.

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Für die Rahmendaten kassiert das Slate 7 seinen ersten, freilich nicht ergebnisrelevanten Pluspunkt.

Android ist nicht gleich Android

Beim Betriebssystem hat Google inzwischen nachgebessert und liefert das Nexus 7 mit Android 4.2 aus. HP sitzt noch auf Android 4.1, könnte aber schon bald folgen. Da das Slate 7 auf eine herstellereigene, über Android gelegte Oberfläche verzichtet, ist es HP prinzipiell möglich, schneller nachzuziehen, da keine zusätzlichen Softwareanpassungen nötig sind.

Asus Nexus 7

© Google

Android pur: Mehr haben beide Tablets (hier das Nexus) nicht drauf. Man kann es auch so ausdrücken: Kein Overhead und die Möglichkeit, nur die App-Favoriten zu installieren.

Für die Cloud-Printer-Software HP ePrint gibt es keinen Bonus, denn die ist nur in Verbindung mit einem kompatiblen HP-Drucker ein Gewinn und kann auch nachinstalliert werden.

Ansonsten sind auf beiden Tablets nur die zum Google Ökosystem gehörigen Apps inklusive Play Book, Play Music und Play Movie installiert. Was zu der Frage führt: Wie steht es um die Medientauglichkeit der beiden Kontrahenten?

Lautsprecher: Slate in Stereo

Mit nur einem Lautsprecher sieht es beim Nexus mau aus. Das Slate dagegen hat deren zwei inklusive der Klangverbesserung Beats Audio vorzuweisen. Echten Stereogenuss bietet aber auch das Slate nicht. Hierfür sitzen die beiden Lautsprecher zu nah beieinander, noch dazu auf der gleichen Seite, nämlich unten, wenn man das Tablet hochkant hält. Was heißt das für Play Movies? Die Musik kommt entweder von links oder rechts - von Raumklang keine Spur.

Display: Ein Klassenunterschied

Auf beiden Tablets kann man Bücher lesen, im Internet stöbern, Fotos betrachten. Die Qualität der beiden Displays geht allerdings weit auseinander. Der HD-fähige Google-Proband beeindruckt mit satten Farben und Kontrasten, die über einen weiten Blickwinkelbereich nicht nachlassen.

Asus Nexus 7

© connect

Hochwertiges Display: Die guten Kontraste bleiben auch über einen weiten Blickwinkelbereich hinweg stabil.

Das Slate hat mit weniger Pixeln, nämlich 600 x 1024, eine in dieser Preiskategorie nicht unübliche, aber doch ein wenig enttäuschende Auflösung. Noch mehr verwundert das schlechte Kontrastverhältnis: HP setzt ein HFFS-Panel ein. HFFS steht für "High-aperture-ratio Field Fringe Switching" und soll über ein großes Blickwinkelspektrum gleichbleibend gute Ansichten ermöglichen.

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Das geht leider in die Hose: Zwar glänzt das Display mit einer Helligkeit von 370 cd/m2. Außergewöhnlich viele kleine Einschlüsse im Bildschirm wirken sich aber verheerend auf das Kontrastverhältnis aus. Es sinkt nicht erst im Außenbereich weit unter den Durchschnitt, sondern bereits in hellen Innenräumen mit 1:93 auf einen äußerst schlechten Wert.

HP Slate 7

© connect

Enttäuschend: Die von HP verwendete Displaytechnik trägt nicht zu einer hohen Blickwinkelstabilität bei.

Die Kamera für Mitteilsame

Einen weiteren Pluspunkt holt sich das Slate für zwei Kameras; das Nexus besitzt nur eine auf der Frontseite. Zwar eignet sich auch die 3,4-Megapixel-Cam des Slate 7 weniger für bleibende Urlaubserinnerungen als für bildhafte Statusupdates an die Twitter-Follower. 

Aber die VGA-Kamera über dem Display erfreut mit verschiedenen Belichtungsmodi, die einen beim Videochat nicht im Dunkeln stehen lassen. Die automatische Belichtung reagiert erfreulich flott, was nicht zuletzt ein Verdienst des schnellen Dual-Core-Prozessors Cortex A9 ist.

Asus Nexus 7

© Google

Google Nexus 7, gefertigt von Asus

Ausstattung: Hardware-Trümpfe

In Sachen Antrieb hat dennoch das Nexus 7 mit seinem Nvidia Tegra 3 Quad-Core-Chip die Nase vorn, obwohl der mit etwas geringerer Taktfrequenz agiert. Zum Interieur des Nexus 7 gehören außerdem ein GPS-Empfänger für die Navigation und NFC, um etwa einen NFC-fähigen Bluetooth-Lautsprecher per Berührung zu aktivieren.

Google Nexus 7 im Einzeltest

Die Ausstattungsdifferenzen des neuen Slate 7 zum bereits länger auf dem Markt befindlichen Nexus 7 sind nicht unerheblich: Auf der Habenseite kann HP die flexible Speichererweiterung und die Kamera vermerken. Auf der Sollseite stehen GPS und NFC sowie das wesentlich schlechtere Display. 

HP Slate 7

© HP

HP Slate 7

Fazit: Das Nexus 7 macht das Rennen

Dass die beiden auf der Preisleiter auf unterschiedlichen Stufen stehen, wird der differenten Speicherbasis gerecht. Bedenkt man, dass für zusätzlichen Speicher beim HP je nach Größe und Geschwindigkeit noch ein paar Euro fällig werden, macht das Nexus 7 mit der hochwertigeren Hardwareausstattung letztlich das Rennen.

Kaufberatung: 10 Tablets bis 200 Euro

Wer über das schwache Display hinwegsehen kann, den Speicher nicht braucht und Spaß am Teilen von Schnappschüssen hat, kann mit dem günstigen Zweitplatzierten Geld sparen. 

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