Oberklasse-Smartphones

Huawei Mate 9 vs. Samsung Galaxy S7

Längere Akkulaufzeiten oder höhere Display-Auflösung? Die beiden Top-Smartphones von Huawei und Samsung haben unterschiedliche Stärken. Wie sie gegeneinander wirklich abschneiden, zeigt unser Vergleich.

Samsung Galaxy S7 vs Huawei Mate 9

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Samsung Galaxy S7 vs Huawei Mate 9

Zum Jahreswechsel standen sie direkt nebeneinander auf Platz 1 und 2 der connect Bestenliste: Huaweis Mate 9​ und das Samsung Galaxy S7​ gehören derzeit zu den absoluten Top-Smartphones. Bei Umfang und Gewicht liegen die beiden allerdings nicht ganz so dicht beieinander: Das große Mate 9 bringt mit einer Display-Diagonalen von 5,9 Zoll und 157 x 79 Millimetern 190 Gramm auf die Waage. 40 Gramm mehr als das Galaxy S7 mit 142 x 70 Millimetern bei 5,1 Zoll; dazwischen reiht sich das Galaxy S7 Edge ein (151 x 73 Millimeter, 156 Gramm), dessen beidseitig gebogener Bildschirm mit einer Diagonalen von 5,5 Zoll-auch etwas größer ist als der seines kleineren Bruders.

Tolle Displays, unterschiedliche Laufzeiten 

Alle drei Displays beweisen im connect-Labor eine hohe Qualität. Die beiden leuchtstarken OLED-Displays der Galaxy-Smartphones lösen zeitgemäß mit Quad-HD auf. In diesem Punkt hinkt das Mate 9 mit 1920 x 1080 Pixeln dem aktuellen Trend hinterher, wenngleich seine Darstellung in der Praxis scharf rüberkommt; wer intensiv in Googles neue VR-Plattform Daydream eintauchen will, sollte das Mate 9 nicht unbedingt in Betracht ziehen oder zumindest noch andere gute Argumente dafür haben. Argumente wie die hervorragende Akku-Laufzeit zum Beispiel - ein eindeutiger Pluspunkt für das Mate 9. Die Ironie liegt dann allerdings darin, dass Huawei mit ihr ausgerechnet auch die Einschnitte beim Display begründet: ein QHD-Display wäre natürlich auch im Mate 9 technisch möglich gewesen, hätte aber den Energieverbrauch erhöht und damit die Ausdauer verkürzt.

Huawei P9, Samsung Galaxy S7 Edge und Galaxy S7

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Smartphones im Größenvergleich: Huawei Mate 9 (5,9 Zoll), Samsung Galaxy S7 Edge (5,5 Zoll) und Samsung Galaxy S7 (5,1 Zoll)

An dieser Stelle hat das Mate 9 aber einen guten Ruf zu verteidigen: die gesamte Mate-Serie empfiehlt sich durch die Bank mit hervorragenden Laufzeiten für den Einsatz im Arbeits- und Büroalltag, wo verlässliche Ausdauerwerte das Maß der Dinge sind. Der 4000 Milliampere große Akku erzielt im connect-Nutzungsmix eine Laufzeit von überragenden 11:13 Stunden, 3600 Milliampere im Galaxy S7 Edge reichen 9:52 Stunden. Das Galaxy S7 mit nur 3000 Milliampere muss noch eine Stunde früher wieder zum Laden, was bei Samsung aber unkompliziert per Induktion möglich ist. Allen drei Smartphones liegen übrigens Schnellladeadapter bei.

Dass bei Huawei auch ein gutes Anwendungs-Energiemanagement die Ressourcen schont, belegen auf der anderen Seite die Gesprächszeiten, wo der größte Verbraucher die Funkübertragung ist und die Unterschiede deutlich schrumpfen lässt. Schon im UMTS-Netz schließen beide Galaxy-Smartphones dicht auf und sind im D-Netz sogar leicht überlegen.

Das Mate 9 gibt es übrigens auch in einer Dual-SIM-Version, wobei die zweite SIM dann den Platz für eine externe Speicherkarte belegt. Dieses Feature hatte Samsung beim Galaxy S6 ausgelassen. Sehr zur Verärgerung der Nutzer, weshalb das Speicherkartenfach beim S7 wieder mit an Bord ist. Der interne Speicher ist bei beiden Galaxy-Modellen mit 32 Gigabyte allerdings nur halb so groß wie beim Mate 9.

Samsung Galaxy S7 Edge

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Samsung hat beim Galaxy S7 Edge zusätzliche Funktionen in der Seitenleiste untergebracht.

Unterschiede in der Handhabung 

Als Googles jüngste Android-Version 7 aka Nougat verfügbar wurde, waren die beiden Galaxy-Modelle bereits draußen, weshalb sie noch mit Android 6 ausgeliefert werden. Samsung hat mittlerweile allerdings das Update parat. Darüber setzt Samsung seit jeher die aufgeräumte Oberfläche TouchWiz. Neben dem neuen Always-On-Display, das auch im Standby stromsparend eine Uhr, den Kalender oder ein Bild anzeigt, punktet das Galaxy S7 Edge noch zusätzlich mit Funktionen für seine gebogene Seitenleiste, darunter Schnellzugriffe auf Apps und Kontakte, Benachrichtigungen oder Sport- und Aktieninfos. Bei Huawei heißt die Benutzeroberfläche EMUI (Emotic User Interface). Sie ist beim Mate 9 bereits über Android 7 installiert und wurde in Version 5 gegenüber früheren EMUI-Versionen optisch aufgefrischt.

Eine Eigenheit von EMUI ist die flache Struktur: Wie beim iPhone müssen alle Apps auf einem der Home-Screens untergebracht werden, weil es - anders als bei Androiden wie dem Galaxy S7 üblich - keine zweite Ebene gibt, über die man auch auf Apps zugreifen könnte, die nicht sichtbar obenauf platziert sind. Gegenüber dem Galaxy S7 im Grunde ein Manko, denn natürlich kann man auch hier alle App-Icons auf dem Home-Screen platzieren, wenn man das will - muss es aber nicht.

Auf der anderen Seite vereinfacht Huawei die Bedienung mit Hilfe zusätzlicher Funktionen für den Fingerabdruck-Scanner - beim Galaxy S7 im Home-Button integriert, beim Mate 8 auf der Rückseite: hier kann ihn der Zeigefinger ohne Umgreifen gut erreichen und durch Berühren, Berühren und Halten oder Streichen über den Sensor beispielsweise die Benachrichtigungen zur Ansicht bringen und löschen oder in der Galerie durch die Fotos blättern.

Huawei Mate 9

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Huawei verzichtet beim Mate 9 zugunsten der höhere Akkuleistung auf ein Quad-HD-Display. Über das Schnellladegerät ist der Akku auch flott wieder voll geladen.

Hohe Bildqualität bei beiden 

Das Highlight des Mate 9 ist natürlich die Dual-Kamera, die in einer verbesserten Version vom Huawei P9 übernommen wurde: die Auflösung des 12-Megapixel-Farbsensors wurde beibehalten, für den Monochromsensor jedoch auf 20 Megapixel erhöht. Neben unvergleichbar schöner Schwarz-Weiß-Aufnahmen vergrößert der Digitalzoom jetzt Farbbilder mit Hilfe der zusätzlichen Details bis zum Zweifachen nahezu verlustfrei. Besonders gut gelingt mit der Software von Huawei und Kooperationspartner Leica auch die nachträgliche Fokussierung auf beliebige Motive im Vorder- oder Hintergrund. Dabei ist die simulierte Blendenöffnung variabel, und somit auch der Grad der Unschärfe. Zwar steuert auch Samsung per Software eine nachträgliche Fokussierung bei; sie beschränkt sich aber auf drei Modi - Nah-, Pan- und Weit-Fokus - und lässt keine individuelle Motivwahl zu. Trotz der ausgesprochen guten Bildqualität des Galaxy S7 dürfte die Kamera im P9 Hobby-Fotografen mehr begeistern.

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Optisch präsentiert sich das Mate 9 hochwertig aber wenig aufregend in solider Aluminiumoptik. Samsung krempelte das Design seiner Top-Modelle bereits mit dem Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge komplett um. Der seitdem vorherrschende Mix aus Glas und Metall kam bereits beim Vorgänger gut an und bringt Samsung nach wie vor viel Sympathie ein. Zur edlen Optik kommt bei den aktuellen Modellen noch eine Zertifizierung nach IP68, die sie als wasser- und staubdicht ausweist - hier muss das Mate 9 passen.

Wer bei seiner Entscheidung noch das Zünglein an der Waage sucht, findet in der Preisempfehlung der Hersteller keine Hilfe: 699 stehen hier wie da zu Buche, mit 749 Euro ist das Galaxy S7 Plus ein paar Euro teurer. In den Märkten gehen die Preise dagegen auseinander, was unter Umständen daran liegt, dass Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge schon mehr als ein halbes Jahr länger existieren; während das Mate 9 erst um etwa 100 Euro im Preis gesunken ist, bekommt man ein Galaxy S7 Edge mittlerweile für etwa 540 Euro, das Galaxy S7 sogar schon für unter 500 Euro.

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