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IP-TV-Dienste im Test

Telekom

Auch wenn Entertain mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist, überzeugt der IP-TV-Veteran doch mit stimmiger Leistung und Bildqualität.

Das bereits seit 2007 erhältliche Telekom-Angebot "Entertain" ist der Veteran unter den in Deutschland verfügbaren IP-TV-Diensten - und mit über 2,7 Millionen Kunden auch am erfolgreichsten. Der Fernsehempfang via Internet steht Kunden zur Verfügung, die einen DSL16000- oder einen VDSL-Anschluss nutzen, und ist ab einem Aufpreis von 10 Euro/Monat erhältlich. Zu den rund 100 frei empfangbaren Sendern (davon 22 in HD) lassen sich diverse Pay-TV-Pakete oder zusätzliche HD-Sender kombinieren. Der "Media Receiver 303" enthält eine 500-GB-Festplatte, auf der sich Sendungen aufzeichnen lassen.

Die Aufnahmen kann man auch per Smartphone-App von unterwegs programmieren. Optional ist außerdem ein Zweitreceiver erhältlich, mit dem man laufende Sendungen oder Festplatten-Aufnahmen auf einem zweiten TV-Gerät sehen kann. Auch Timeshift (zeitversetztes Fernsehen), der Zugriff auf die Mediatheken der TV-Sender sowie der Abruf der optionalen Streaming-Angebote von Netflix oder Maxdome zählen zum Leistungsumfang.

Telekom Entertain Senderliste

© Screenshot WEKA / connect

Breite Palette: Rund 100 Free-TV-Sender, davon 22 in HD, gibt es in der Grundversion. Mit dem Extrapaket „HD Start“ (6,95 Euro/Monat) wächst die Zahl der HD-Sender auf 47.

Überzeugende Messwerte

Obwohl die technische Plattform des Telekom-Dienstes nun schon einige Jahre auf dem Buckel hat, können sich ihre Leistungen immer noch sehen lassen - und haben sich im Vergleich zum Vorjahr zum Teil sogar deutlich verbessert. Die Umschaltzeiten beim Zapping sind die kürzesten im aktuellen Testfeld, und auch die gemessene Videoqualität kann überzeugen. Dafür dauert das Starten der Set-Top-Box aus dem Standby allerdings recht lang.

Alle IP-TV-Funktionen stehen auch dann zuverlässig zur Verfügung, wenn über dieselbe Leitung Telefonie sowie Downloads und Uploads laufen. Umgekehrt können sich andere Familienmitglieder auf problemlose Telefonate und Internet-Downloads verlassen, wenn gleichzeitig das TV-Streaming per IP-TV genutzt wird. Mit seiner sehr guten Performance schneidet Telekom Entertain somit als Sieger in der IP-TV-Disziplin dieses Vergleichstests ab.

1&1

Nach wie vor vermarktet der Anbieter aus Montabaur seine eigene Variante von Telekom Entertain ausschließlich mit VDSL-Anschlüssen.

Mitte 2015 stieg auch 1&1 in den deutschen IP-TV-Markt ein und präsentierte sein Angebot "1&1 Digital TV - provided by Telekom". Wie der Name schon nahelegt, basiert dieses Angebot auf dem Entertain-Dienst der Telekom. Entsprechende Zugriffe werden aus dem 1&1-Netz auf die IP-TV-Infrastruktur der Bonner weitergeleitet. Auch der von der Telekom bekannte Media-Receiver kommt bei 1&1 zum Einsatz - dort unter dem Namen "IP-TV Media Center". Auf dessen Bedienoberflächen dominiert aber das 1&1-typische Blau statt der Telekom-Hausfarbe Magenta.

1&1 Netflix

© Screenshot WEKA / connect

Alternativprogramm: Wie bei der Telekom kann man auch über das „IP-TV Media Center“ von 1&1 auf die Dienste von Netflix und Maxdome zugreifen.

Darüber hinaus sind die Sender- und Pay-TV-Angebote bislang allerdings identisch - in Zukunft will 1&1 aber auch eigene Angebotspakete schnüren. 1&1 bietet seinen IP-TV-Dienst ausschließlich auf Basis von VDSL-Anschlüssen an - beziehungsweise als Option zu seinen Tarifen DSL 50 und DSL 100. Im Vorjahr hatten wir die Offerte daher auch noch außer Konkurrenz bewertet. Doch mittlerweile läuft sie seit einem Jahr im Regelbetrieb, sodass wir sie trotz ihrer Einschränkung auf VDSL unter die regulären Testkandidaten aufgenommen haben.

Platz zwei wegen verschärfter Kriterien

Hatte 1&1 im Vorjahr durch die Beschränkung auf VDSL noch außer Konkurrenz die höchste Punktzahl erreicht, fallen die Montabaurer dieses Jahr auf den zweiten Platz zurück. Dies erklärt sich jedoch vor allem durch die starke Verbesserung bei der Telekom - die für 1&1 ermittelten Messwerte liegen im Großen und Ganzen auf Vorjahresniveau. Dass es dafür weniger Punkte gibt, erklärt sich dadurch, dass wir die Bewertungskriterien und -maßstäbe unserer Tests regelmäßig verschärfen.

Insgesamt liegen Zapping-Zeiten und Bildqualität jedoch in derselben Klasse wie die Telekom. Auch die Messungen von Sprachtelefonaten zeigen ähnliche Leistungen wie die der Bonner. Dagegen fallen die Datenmessungen insbesondere in Lastsituationen ein Stück weit zurück.

Vodafone

Das IP-TV-Angebot der Düsseldorfer zeigt im Test Stärken und Schwächen - sowohl beim Fernsehen als auch bei Telefonie und Datenübertragungen.

Kunden, die von Vodafone eine DSL16000- oder eine VDSL-Leitung beziehen, können für einen Aufpreis von rund 10 Euro pro Monat das IP-TV-Paket "Vodafone TV" dazubuchen. Zu den Kabelanschlüssen der Düsseldorfer gibt es dieses Angebot konsequenterweise nicht, weil übers Breitbandkabel ja ohnehin analoge und digitale TV-Kanäle transportiert werden.

Das Programmsortiment umfasst derzeit 87 Free-TV-Programme, davon 28 in HD. Optional werden dazu weitere Pay-TV-, HD- und Fremdsprachen-Pakete angeboten. Die von Vodafone gelieferte Set-Top-Box "TV Center 2000" enthält eine 500- GB-Festplatte für TV-Aufzeichnungen sowie zeitversetztes Fernsehen. Außerdem bietet sie Zugriff auf die "Select Video"-Videothek, die sowohl rund 4000 Kinofilme und TV-Serienfolgen enthält als auch die Inhalte von rund 60 Sender-Mediatheken. Außerdem ist die Set-Top-Box schon vorbereitet für Ultra-HD (auch UHD oder 4K genannt - also vierfache HD-Auflösung). Entsprechende Programmangebote gibt es bei Vodafone TV bisher aber noch nicht.

Vodafone Mediathek

© SCreenshot WEKA / connect

Zusatzangebote: Neben dem Zugriff auf die „Select Video“-Videothek kann das TV Center auch SD-Cards oder die Inhalte verbundener Smartphones auslesen.

Lange Wartezeit beim Zappen

Bei der Bildqualität kann Vodafone TV mit den Angeboten von Telekom und 1&1 mithalten. Doch das Umschalten der Programme geht mit 1,1 Sekunden sehr zäh vonstatten - und schlug in über 1,4 Prozent der Fälle sogar komplett fehl. Da tröstet es nur bedingt, dass das TV Center 2000 als schnellste Set-Top-Box im Testfeld in nur 1,14 Sekunden aus dem Standby-Modus bereitstand.

Auch die anderen ermittelten Werte sind kein Ruhmesblatt - zumal ein im Testzeitraum aufgetretener Netzfehler an einem der getesteten Anschlüsse im IP-TV-Betrieb bei gleichzeitiger Datenlast die HTTP-Verbindungsaufbau- und Sprachaufbauzeiten deutlich verschlechtert hat. Sehr gut war dagegen die an allen Anschlüssen ermittelte Sprachqualität. Dafür liegen die Antwortzeiten und Fehlerraten bei Downloads mit parallelen Uploads und gleichzeitigem IP-TV-Betrieb am Ende des Feldes.

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