Digitale Musik

Musikserver vs. Netzwerkplayer - Vor- und Nachteile

Wer seine Musik digitalisiert hat und diese möglichst audiophil wiedergeben möchte, steht vor der Frage: Musikserver oder Netzwerkplayer? Beides hat Vor- und Nachteile.

AVM Evolution SD

© AVM

Netzwerkspieler: Die AVM Evolution SD 5.2 ist eine Kombination aus Streamer, DAC und Vorstufe.

Für so manchen Audiophilen fallen Musikserver und Netzwerkplayer in dieselbe Kategorie, nämlich „neumodisches MP3-Zeugs“. Dabei gibt es neben der Fähigkeit, Musikdateien abzuspielen wesentliche Unterschiede zwischen beiden Gattungen. Und abgesehen davon ist komprimierte MP3-Musik nur ein Format von vielen. Den großen Erfolg im HiFi-Bereich verdanken beide Gattungen gerade auch der Möglichkeit zur Wiedergabe hochauflösender Formate wie FLAC oder WAV mit bis zu 32 Bit und 384 kHz.

Netzwerkplayer oder Musikserver?

Wer sich für die Materie interessiert, stößt schnell auf die Frage: Netzwerkplayer oder Musikserver? Während Ersterer lediglich Audio-Streams aus einem Netzwerk wiedergeben kann, dient Letzterer gleichzeitig als digitales Musikarchiv. Das hat erhebliche Einflüsse auf die Komplexität des Gebrauchs und der Hardware.

Natürlich haben Musikserver genau wie Netzwerkplayer die Möglichkeit zur Einbindung in ein Netzwerk. Doch während der Server mit seiner integrierten Festplatte zur Not auch ohne Verbindung mit dem Netzwerk funktioniert, ist diese beim Player unverzichtbar. Der Server benötigt das Netzwerk, um sich Plattencover aus dem Internet herunterzuladen oder Webradio wiederzugeben. Doch Rippen und Songs von der integrierten Festplatte wiedergeben kann man mit ihm ohne weitere Infrastruktur.

Netzwerkverbindung

Der Netzwerkplayer braucht dagegen ein WLAN- oder Ethernet-Netzwerk, um sich seine Audiostreams von einem ausgelagerten Archiv zu saugen. Damit konfrontiert er seinen Besitzer mit einem ganzen Bündel an Hard- und Software, die zueinander kompatibel sein muss. Üblicherweise greift ein Netzwerkplayer auf ein NAS (Network Attached Storrage) zu. Und über einen Internetzugang via Router kann er sogar Webradio wiedergeben.

Der Umgang mit einem NAS, einer autarken Netzwerk-Festplatte, setzt eine gewisse Computer-Affinität und das Vorhandensein eines entsprechenden PCs oder Laptops voraus. Den braucht man zum Rippen von CDs und zur Pflege des NAS-Speichers. Die Musik kann abgesehen davon sogar direkt von der eigenen Festplatte des Computers über den Netzwerkplayer wiedergeben werden.

Doch Rippen befindet sich auf dem Rückzug, denn viele setzen auf Online-Musikdienste wie Spotify oder Napster, die auch direkt mit den meisten Netzwerk-Spielern funktionieren. Wer ganz auf Webradio und Internet-Abodienste setzt, kann sich zumindest den PC und die NAS sparen. Die Notwedigkeit, ein Netzwerk-Kabel zur Anlage zu verlegen oder ein Funknetzwerk aufzubauen, bleibt bestehen.

Weil sich niemand gerne Kabel durch die ganze Wohnung verlegt, haben heute die meisten Player integriertes WLAN. Und wenn nicht, gibt es im Zubehörhandel zahlreiche universell verwendbare WLAN-Adapter. Sowohl Netzwerkplayer als auch Musikserver halten übrigens auch meist USB-Host-Anschlüsse zum Abspielen von Musik vom USB-Memory-Stick bereit. Manche Netzwerk-Spieler gestatten darüber hinaus den Direktanschluss eines PC via USB.

Doch zurück zur Ausgangsfrage: Wer mehrere Räume beschallen möchte, muss mit Netzwerkspielern und zentralem Musikarchiv arbeiten. Doch kann dieses Archiv auch ein Musikserver sein. Das ergibt gerade Sinn, wenn man keinen Draht zu Computern hat oder zum Beispiel im Wohnzimmer an der Hauptanlage eine Möglichkeit zum Rippen bestehen soll.

Musikserver vs. Netzwerkplayer

Musikserver und Netzwerkplayer
Galerie
Kaufberatung

Musikserver oder Netzwerkplayer? In der Bildergalerie vergleichen wir empfehlenswerte Geräte.

Bedienung

Was die Bedienung beider Gerätegattungen betrifft, so sind Apps für Smartphone oder Tablet inzwischen Standard. Doch Fernbedienungen werden in der Regel auch mitgeliefert, manche besitzen sogar ein Display und funktionieren in zwei Richtungen. Gegenüber Smartphones oder Tablet-PCs bieten Fernbedienunegn den Vorteil, sofort betriebsbereit zu sein, während man Smart-Devices erst entsperren und ihnen Zeit geben muss, sich mit dem Netzwerk zu verbinden. Zur Zusammenstellung von Playlists oder der Auswahl von Titeln, Alben oder Interpreten sind App-Steuerungen allerdings deutlich überlegen.

Ein wichtiges Kriterium zur Auswahl von Musikservern oder Netzwerkplayern ist die Fähigkeit zur Gapless-Wiedergabe, denn nicht alle Geräte können Songs eines Albums ohne Unterbrechung zwischen den einzelnen Titeln wiedergeben. Das ist bei Studio-Alben normalerweise weitgehend egal, von Ausnahmen wie etwa Pink Floyds „Dark Side Of The Moon“ einmal abgesehen. Doch bei Live-Alben ist die Gapless-Wiedergabe alternativlos, weil es wirklich stört, wenn hier andauernd Pausen von teilweise mehreren Sekunden entstehen.

Noch ein wichtiger Punkt beim Kauf ist unabhängig von Server oder Player die Frage nach den kompatiblen Formaten. Hier sollten zumindest MP3, AAC, WMA sowie die hochauflösenden Formate FLAC und WAV unterstützt werden.

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