Google-Smartphones

Nexus 5X vs. Nexus 6P im Test

Die siebte Generation der Google-Smartphones startet mit Android 6. Wie schlagen sich das Nexus 5X und Nexus 6P im connect-Test?

Google Nexus 5X und Nexus 6P

© Google

Google Nexus 5X (LG) und Nexus 6P (Huawei)

Mit dem 5X und dem 6P hat Google seine Nexus-Serie modernisiert. Beide Geräte kommen bereits mit Android 6 "Marshmallow" und bleiben der wichtigsten Nexus-Tugend treu: Käufer von Google-Smartphones kommen bei Updates als Erste an die Reihe. Noch im Testzeitraum ist eine Aktualisierung auf Android 6.01 mit kleineren Fehlerbehebungen erschienen. Details zu den Neuerungen in Android 6 finden Sie im verlinkten Artikel.

Zwei Hersteller, viele Gemeinsamkeiten

Das 5,2-Zoll-Modell (Displaydiagonale 13,2 cm) Nexus 5X wird von LG gebaut, das 5,7-Zoll-Modell (14,5 cm) Nexus 6P von Huawei. Das 5X gibt es mit 16 GB Speicherplatz für 479 Euro oder mit 32 GB für 529 Euro. Das 6P wird mit 32 GB für 649 Euro, mit 64 GB für 699 Euro oder mit 128 GB für 799 Euro angeboten. Anders als frühere Nexus-Vertreter sind die Neuen also keine Schnäppchen. Da sie - ebenfalls in Nexus-Tradition - aber keinen Speicherkarten-Slot besitzen, sollte man bei der Modellwahl nicht zu knauserig sein. In der 16-GB-Variante des kleineren 5X bleibt für regelmäßiges Fotografieren oder größere Musikarchive schlicht zu wenig Platz. Zum hier vorliegenden connect-Test sind die beiden 32-GB-Versionen angetreten.

Obwohl die beiden Smartphones von unterschiedlichen Herstellern stammen, haben sie eine Reihe von Gemeinsamkeiten. So verfügen beide über einen Fingerabdrucksensor, was die gesteigerte Bedeutung dieses Features unter Android 6 unterstreicht. Die Fingerprint-Authentifizierung dient zum Entsperren und zum Bestätigen etwa von App-Käufen. Auch die 12-Megapixel-Hauptkamera mit einem Sensormodul von Sony ist bei beiden identisch. Sie wird jeweils von einem doppelten LED-Blitz und einem Laser-Autofokus begleitet.

Neu bei 5X und 6P ist zudem USB-C. Die neue Buchse hat einige Vorteile: So ist es egal, in welcher Ausrichtung man das mitgelieferte Kabel einsteckt. Und USB-C unterstützt hohe Ladeströme, sodass die Geräte über ihre beigepackten 3-Ampère-Steckernetzteile in weniger als 100 Minuten wieder komplett vollgetankt sind.

Beim 6P ist zumindest ein zweites Kabel mit USB-A-Stecker zum Anschluss an einen PC oder im Auto im Lieferumfang enthalten, 5X-Käufer müssen einen entsprechenden Adapter nachkaufen. Für "USB on the Go" brauchen Besitzer beider Modelle separate Adapterkabel. Ebenfalls typisch für aktuelle Nexus-Smartphones: Die Akkus sind fest verbaut.

Identisch ist schließlich auch die Funkausstattung der Kandidaten: Mit LTE Cat 6 (bis zu 300 Mbit/s), HSPA+ (bis 42 Mbit/s), WLAN 11ac inklusive WiFi Direct, Bluetooth 4.2 und NFC liegen die Nexus-Newcomer auf der Höhe der Zeit. Nur auf UKW-Radio-Empfang müssen die Käufer beider aktueller Google-Smartphones verzichten.

Nexus 5X LG Fingerabdrucksensor

© Google

Bei einer Bautiefe von 7,9 mm steht das Kameramodul des von LG gebauten Nexus 5X etwas über. Direkt darunter sitzt der Fingerabdrucksensor.

Unterschiede außen und innen

Der offensichtlichste Unterschied zwischen den Probanden ist ihre Größe. Dies ist vor allem durch die Displays bedingt, die neben ihren Diagonalen auch in Technik und Auflösung variieren. Beim Nexus 5X kommt ein IPS-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung zum Einsatz, für das unser Messlabor die gute Helligkeit von 425 cd/m2 ermittelt hat. Durch die verwendete "Dual Domain Pixel"-Technik ist das Display recht blinkwinkelunabhängig.

Das Nexus 6P besitzt einen selbstleuchtenden AMOLED-Screen mit 1440 x 2560 Pixeln und einer gemessenen Helligkeit von 375 cd/m2. Für diesen Displaytyp geht auch dieser Wert in Ordnung, zumal die 6P-Anzeige bei schrägem Betrachtungswinkel hell und farbstabil bleibt.

Das größere Nexus 6P ist aus einem hochwertigen Unibody-Aluminiumgehäuse gefertigt. Demgegenüber besteht das kleinere und günstigere 5X aus Kunststoffteilen, die jedoch ebenfalls eine sehr gute Anfassqualität bieten. Das 6P bringt 178 Gramm auf die Waage, das 5X ist mit 134 Gramm deutlich leichter.

Google Nexus 6P

© Google

Die höhere Displayauflösung des Nexus 6P ändert die Menüaufteilung nicht.

Klare Unterschiede gibt es auch beim Innenleben. Im 6P arbeitet der Qualcomm-Prozessor Snapdragon 810 mit acht Kernen, von denen vier mit maximal 2 und vier mit maximal 1,5 GHz getaktet werden. 3 GB Arbeitsspeicher tragen das ihre zu Topleistungen bei. Und der potente Grafikchip Adreno 430 kommt auch mit den 3,5 Megapixeln des 6P-Displays problemlos zurecht.

Im Vergleich dazu geht es beim 5X überall eine Nummer kleiner zu: Sein Motor ist der Sechskern-Prozessor Snapdragon 808 mit einer Taktfrequenz von 1,8 GHz. Das RAM ist hier auf 2 GB begrenzt. Und für die Ansteuerung des Full-HD-Displays ist der Grafikchip Adreno 418 zuständig. Die unterschiedlichen Leistungsklassen wirken sich in Benchmark-Tests und bei leistungsfordernden Apps wie Spielen aus. Im Alltag zappen die Nutzer beider Geräte überaus flott durch Bedienoberfläche und Apps des von Google gelieferten Stock-Android 6.

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Android 6 Marshmallow

Multimedia-Talente

Während Huawei dem Nexus 6P Stereolautsprecher spendierte, muss das LG-Modell 5X mit einem Mono-Speaker auskommen. Im direkten Hörvergleich fällt der Unterschied aber gering aus - beide Geräte liefern kräftigen und klaren Sound. Nur die Messgeräte zeigen fürs 6P eine etwas höhere Maximallautstärke an.

Auch die identischen Hauptkameras beider Kandidaten liefern erwartungsgemäß einheitliche Ergebnisse: Die Testbilder sind natürlich, selbst bei schwachem Licht rauschen die Sensoren nur wenig. Auf einen mechanischen Stabilisator müssen Käufer hier wie da verzichten. Beim 6P gibt es zumindest eine elektronische Bildstabilisierung, beim 5X gar keine.

Nexus 5X und 6P Musik-/Fotofunktion

© Google

Beide Nexus-Modelle unterstützen die neue „Photo Sphere“-Funktion (links). Der Streamingdienst Google Play Music ist für Nexus-Käufer drei Monate lang gratis (rechts).

Beide Geräte zeichnen Videos bis zu 4K-Auflösung auf - hier fällt in beiden Fällen ein gelegentliches Autofokus-Pumpen auf. Bei ihren Front- beziehungsweise Selfie-Kameras gehen die Googles etwas unterschiedliche Wege: Das 6P hat 8 Megapixel, das 5X nur 5. In der Anwendung macht aber auch dies weniger Unterschied, als die Zahlen nahelegen.

Solide Labormesswerte

Bei der im connect-Messlabor ermittelten Sende- und Empfangsqualität hat das 5X in den Disziplinen UMTS und LTE leicht die Nase vorn, doch beide Geräte liefern insgesamt gute Resultate. Die Akustik ist ebenfalls okay, wobei auch hier in Senderichtung das 5X etwas besser abschneidet. Dafür heimst das 6P bei den Displaymessungen ein paar Punkte mehr ein.

Mit einer gemessenen Akkukapazität von 3550 mAh erzielt das 5X im praxisnahen Mischbetrieb eine typische Ausdauer von 6:25 Stunden. Das 6P holt aus 3550 mAh 6:40 Stunden. Beide Werte lassen Luft nach oben.

Fazit

Nexus-Smartphones sind die erste Wahl für Google-Fans, die bei neuen Android-Versionen besonders früh dabei sein wollen. Das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet dabei das Nexus 5X. Doch wer noch etwas mehr Technik sucht und vor allem einen Speicherausbau von 64 oder 128 GB benötigt, sollte dem Nexus 6P den Vorzug geben. Überaus ordentliche Smartphone-Kost bekommt man in beiden Fällen.

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