Vergleichstest

Surround-Lautsprechersets Nubert nuVero 5/nuLine AW 1000, Teufel System 8 THX Ultra 2

Mit den richtigen Boxen und etwas Fachwissen kann Multichannel einen Riesenspaß machen. Unser Test vergleicht zwei für diesen Zweck ideale Lautsprechersets. Und kommt zu spannenden Ergebnissen.

  1. Surround-Lautsprechersets Nubert nuVero 5/nuLine AW 1000, Teufel System 8 THX Ultra 2
  2. Aus dem Messlabor
Nubert nuVero 5/AW 1000

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Nubert nuVero 5/AW 1000
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Das Set von Teufel kommt in Schwarz und strebt nach Wandnähe.

Kleine Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft. Diesmal kommen die guten Gaben aus einer Ecke, die eingefleischte Audiophile kaum im Blick haben.

Gemeint ist die Erfolgsgeschichte der Blu-ray-Disc, die uns neben erstklassigen Bildern gleich mehrere hochauflösende Tonformate beschert hat. Gigantische Stückzahlen ermöglichen Player zu absoluten Schnapspreisen und ein täglich wachsendes Software-Angebot mit nicht selten erstklassigem Ton.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Der Erfolg des HD-Bilds ermöglicht den Klangperfektionisten die Teilhabe an einer Technologie, deren Entwicklung sich für den Audio-Bereich allein nie und nimmer gerechnet hätte.

Ob der geneigte Genießer Kinofilme oder Konzertmitschnitte bevorzugt, macht kaum einen Unterschied, was die benötigte Hardware angeht. Höchstens bei der Wahl der Rear-Speaker spielen die medialen Vorlieben eine gewisse Rolle, der Rest ist Geschmackssache.

Zur Teilhabe an den neuen Klangwelten bedarf es neben geeigneter Player und Receiver eines Boxensets, das die gewaltige Dynamik und die vielfältigen Rauminformationen entsprechend umsetzen kann. Doch genau daran hapert es vielfach.

Gefühlt mehr als die Hälfte aller Multichannel-Receiver werden an zu schwach dimensionierten oder schlicht unvollständigen Boxensets betrieben. Einige Anwender verzichten auf Subwoofer, Center oder Rear-Speaker und lassen so wichtige Fähigkeiten ihrer Kette brach liegen.

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Der nuVero-Sixpack kann frei oder wandnah stehen und ist in mehreren Farben zu haben.

Prachtvolle Boxen müssen nicht die Welt kosten

Oder es werden bunt zusammengewürfelte Einzelboxen zu einem Set verheiratet, was nur selten glücklich endet. Die Mindestanforderung für raumgenauen Multichannel-Sound lautet: alle Boxen vom selben Hersteller und aus derselben Serie.

Viele Audiophile fürchten hohe Kosten für die Lautsprecher und übersehen die segensreiche Wirkung der für Multichannel nahezu obligatorischen Subwoofer: Die konsequente Verlagerung der Tiefbassanteile entlastet die Boxen erheblich. Sie können somit deutlich kompakter und preiswerter ausfallen.

Zwei Sets, die nicht zuletzt durch ihre kluge Zusammenstellung eine enorme Homogenität, Bandbreite und Dynamik versprechen, treffen hier aufeinander. Nubert schickt die vielfältig einsetzbare nuVero 5 plus Subwoofer ins Rennen, Teufel das für Heimkino-Zwecke optimierte System 8.

Der Hörtest

Nach den obligatorischen Einstellarbeiten (Pegel und Laufzeiten) wurde schnell deutlich, dass beide Boxensets auf ihre jeweilige Art zu den besten ihrer Klasse zählen. Und dass sie auch bei reinem Stereo eine gute Figur machen.

Die Kontrahenten wurden durchgängig im Small-Modus betrieben, mit einer Ankopplung der Woofer bei 80 Hertz. Für die Teufel-Bausteine ist der Schwellwert fester Bestandteil der THX-konformen Auslegung. Bei Nubert ergibt er sich aus der Bauform und Bandbreite der Satelliten. Eine tiefere Kopplung würde wenig sinnvoll sein, weil beide Satelliten unterhalb von 80 Hertz kaum Schalldruck liefern.

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Der Nubert-Woofer erzielt etwas weniger Tiefgang und klirrt etwas mehr.

Vor allem das Teufel-Set erwies sich als geradezu überirdisch dynamik-, raum- und pegelsouverän. Mit dem System 8 konnte stereoplay eine Klangdichte und Intensität erzielen, die bei Zweikanal-Ketten - auch wenn der Vergleich naturgemäß hinkt - nur mit sehr großen Standboxen gelingt, die ein Vielfaches dessen kosten, was Teufel für sein ganzes Set aufruft.

Noch mehr als alle Extremwerte faszinierte der souveräne Umgang des System 8 mit kleinen und großen Dynamiksprüngen, selbst bei komplexen Signalen. Ohne Wummern oder Härten breitete sich deftiges Helikopterknattern über den Köpfen der Juroren aus. Bei Musikmitschnitten kamen realitätsnahe, bis in die Magengrube spürbare Bass- und Grundtonpegel vollkommen entspannt rüber.

Das Nubert-Set erzielte im direkten Vergleich nicht ganz die fulminante Schalldruckfestigkeit des Teufel, doch auch hier lagen die Reserven so hoch, dass sie in einem durchschnittlichen Wohnraum kaum auszuloten sein dürften - solange der Receiver nicht schlappmacht.

Für die Endstufenabteilung sind die Teufel-Boxen pflegeleichter, weil sie bei gleicher Lautstärke nur etwas mehr als halb so viel Leistung fordern. Unabhängig vom Wattbedarf liegen die Teufel-Satelliten bei der Maximallautstärke mit rund 8 Dezibel vorn. Bei den Subwoofern beträgt der Abstand dann 4,5 Dezibel.

Wie steht es um die sonstigen Eigenschaften? Bei wandnaher Aufstellung unterschieden sich die Sets in der tonalen Balance nur geringfügig. Beide gefielen mit einer feinen, audiophilen Ansprache in den Mitten und Höhen. Der Nubert-Sixpack tönte dank etwas mehr Grundtonvolumen eine Spur samtiger, doch allzu dramatisch war der Unterschied nicht.

Der Verfolgungsflug aus dem Kassenschlager "Harry Potter And The Goblet Of Fire" in Dolby TrueHD klang über das Teufel-Set martialischer und angsteinflößender, ziemlich genau so, wie die Tester die Szene aus dem Kino in Erinnerung hatten. Wettbewerber Nubert löste in Actionszenen kaum minder hoch auf, dennoch etwas sanfter und gnädiger. Dem Album "Beside You In Time" der Industrial-Rocker Nine Inch Nails, das ebenfalls auf Blu-ray vorliegt, verlieh das Nubert-Set wiederum die größere Ausdruckstiefe.

Damit gibt es zwei Sieger. Das Nubert-Set ist wertiger verarbeitet, in der Aufstellung flexibler und hinterlässt bei Musik den klangschöneren Eindruck. Liegt der Schwerpunkt auf Heimkino-Spaß und werden unerschöpfliche Reserven gefordert, dann schlägt die Stunde des Teufel. Denn bei Filmton klingt das System 8 so lebensecht wie kein anderes Set seiner Klasse.

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