Festnetz- und DSL-Test 2014

DSL- und Kabel-Anbieter im Vergleichstest

DSL oder Breitbandkabel, Premium- oder Billiganbieter, regionaler oder bundesweiter Netzbetreiber? Deutschlands härtester Festnetztest zeigt, wer im Breitbandmarkt die Nase vorn hat.

connect Festnetz- und DSL-Test 2014

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connect Festnetz- und DSL-Test 2014

Auch wenn viele Menschen privat nur noch per Handy kommunizieren, spielt das Festnetz für anspruchsvolle Nutzer nach wie vor die Hauptrolle. Also untersuchte connect gemeinsam mit seinem Netztestpartner zafaco auch dieses Jahr in Deutschlands aufwendigstem Festnetztest die Leistungen der Anbieter - bereits zum fünften Mal.

Dazu bauten die Testcomputer von zafaco in vier Wochen an insgesamt 34 Standorten rund 1,6 Millionen Testverbindungen auf: Telefonate im jeweils getesteten Netz und in die Netze der Mitbewerber, mit und ohne parallele Datentransfers, dazu separate Up- und Downloads, Webseiten-Abrufe und Übertragungen von Multitone-Signalen.

Zum Test traten die überregionalen Breitbandanbieter mit ihren DSL- und Kabelanschlüssen an. Außer Konkurrenz wurden LTE-Anschlüsse getestet, die als Festnetzersatz vermarktet werden. Erfreulich: Fast alle Kandidaten konnten sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Auch wenn es im Detail manches zu kritisieren gibt: Die großen Netzausbau-Initiativen kommen bei den Kunden an. Das sind gute Nachrichten.

Platz 1: Deutsche Telekom

Die Platzierungen an der Spitze sehen im Vergleich zum Vorjahr vertraut aus: Auch 2014 setzt sich die Deutschen Telekom wieder sich auf Platz 1. Grundlage dafür sind überzeugende Leistungen in allen getesteten Disziplinen. Der Sieg ist souverän, auch wenn der Kabelanbieter Unitymedia dem Platzhirsch dicht auf den Fersen ist.

Platz 2: Unitymedia

Erneut erreicht der in Köln ansässige Kabelnetzbetreiber Unitymedia den zweiten Platz. Dieses respektable Ergebnis verdient sich der Anbieter durch die insgesamt beste Leistung bei den Datenmessungen sowie im Gesamtvergleich die drittbesten Ergebnisse in der Disziplin Telefonie. Damit beweist Unitymedia, dass Kabelanschlüsse technisch nicht hinter der DSL-Technik zurückstehen.

Platz 3: Kabel BW

Kabel BW konnte bereits im letzten Jahr gute Erfolge erzielen und diese 2014 noch einmal toppen: Vom fünften Platz im Jahr 2013 konnte sich Kabel BW auf Rang drei hocharbeiten.

Platz 4: 1&1

Im Konkurrenzvergleich liegen die Anschlüsse von 1&1 stabil im Mittelfeld auf Platz 4. Angesichts der besonders günstigen Preise aus Montabaur geht die dafür gebotene Leistung voll in Ordnung. Leicht kritikwürdig sind allerdings die in den Tests ermittelten Übertragungsraten.

Platz 5: Vodafone

Vodafone landet im Mittelfeld auf Platz 5 - wohl auch wegen Beeinträchtigungen durch den laufenden Netzausbau. Rund zwei Milliarden Euro jährlich investiert Vodafone derzeit in den Ausbau seines Netzes. Neben dem Tuning des Mobilfunknetzes fließt von dieser Summe auch einiges ins Festnetz.

Platz 6: Kabel Deutschland

Nachdem Vodafone seinen ehemaligen Mitbewerber Kabel Deutschland gekauft hatte, wurde der Zusammenschluss im April 2014 offiziell. Der Netztest offenbart starke Lastprobleme im Netz von Kabel Deutschland - vor allem in den Abendstunden. Dennoch landet Kabel Deutschland auf Platz 6

Platz 6: Telefonica O2

Im Netztest 2012 erreichte Telefonica Deutschland nur die Note "ausreichend". Der Anbieter steckte daraufhin jede Menge Arbeit in sein Netz. Die Mühe lohnte sich: Schon 2013 ergab der connect-Festnetztest die Note "gut" mit 376 Punkten. In diesem Jahr konnte sich das Netz abermals steigern und so belegt O2/Telefonica Platz 6, punktgleich mit Kabel Deutschland. Ein Grund dafür ist unter anderem auch die neue Technik-Plattform.

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DSL oder Kabelanschluss, Premium- oder Billiganbieter: Die Messergebnisse des DSL- und Festnetztest 2014.

Fazit

Nahezu alle Anbieter investieren derzeit massiv in ihre Festnetze, um auf steigende Datenmengen und Kundenzahlen zu reagieren. Der Aufwand lohnt sich: Obwohl connect und Netztestpartner zafaco die Bewertungskriterien in diesem Jahr verschärft haben, schneiden so gut wie alle Teilnehmer besser ab als im Vorjahr. Deshalb ist es ebenso erfreulich wie auch gerechtfertigt, dass alle bundesweiten Anbieter mindestens die Note "gut" einfahren. Ein Sehr gut bekommen nur der DSL/VDSL-Marktführer Telekom, der Breitbandkabel-Primus Unitymedia und das von ihm gekaufte Kabel-BW-Netz. Doch auch das Mittelfeld und sogar die Schlusslichter erfreuen mit guten Leistungen. Dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein: Auch der diesjährige Test zeigt Schwachstellen bei vielen Kandidaten. Zum Teil mag das eine oder andere Knirschen in den Netzen an den laufenden Umbaumaßnahmen liegen - doch darunter sollten zahlende Kunden nicht leiden müssen. Umso gespannter sind wir auf die Ergebnisse im nächsten Jahr.

Den ausführlichen Test mit allen Messergebnissen finden Sie in der connect-Ausgabe 8/2014 (ab. 4. Juli am Kiosk).

So testen connect und Zafaco

Den großen Festnetztest führt connect mit der langjährig bewährten Unterstützung der zafaco GmbH mit Sitz in Ismaning aus. Sie betreibt Testanschlüsse an insgesamt 34 Standorten wie etwa Nürnberg, Frankfurt, München, Stuttgart oder Berlin - wobei nicht an jedem Standort jeder Provider oder jede Anschlusstechnik verfügbar ist. Dort nahmen automatisierte Testsysteme im Zeitraum vom 19. Mai bis zum 15. Juni 2014 insgesamt rund 1,6 Millionen Messungen vor und analysierten Sprachqualität, Datenraten und vieles mehr. Dabei kamen jeweils die Original-Endgeräte der Anbieter mit aktueller Firmware zum Einsatz. Automatisiert wurden rund um die Uhr Messungen von Telefonie und Datenübertragungen durchgeführt.

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© Fenyvesi

Die Netzqualität im Blick: connect-Autor Hannes Rügheimer (links) sowie die zafaco-Geschäftsführer Christoph Sudhues (im Bild in der Mitte) und Bernd Oliver Schöttler (im Bild rechts), hier am Test-Standort in Nürnberg.

Um Einflüsse außerhalb ihrer eigenen Netze auszuschließen, konnten die Netzbetreiber den Referenzserver für einige Datenmessungen in ihrem eigenen Netz aufstellen - wovon allerdings nicht alle Testkandidaten Gebrauch machten. Damit unaufschiebbare Wartungsarbeiten nicht zu unfairen Nachteilen führen, berücksichtigte zafaco zudem eine nächtliche "Wartungspause" und erfasste in der Zeit von 2 bis 5 Uhr morgens keine Messwerte. Zur Bestimmung der Sprachqualität wurden PESQ-Werte (Perceptual Evaluation of Speech Quality) ermittelt - Ergebnisse über 3,5 gelten im Mobilfunk als gut, im Festnetz sollte die Zahl über 4,0 liegen. Eine detaillierte Dokumentation des Testverfahrens können Interessenten unter www.zafaco.de/uploads/media/kyago_Whitepaper Multi Play_ Benchmarking_Plattform.pdf herunterladen.

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