Panasonic TX-42ASW504 - TV mit DVB-IPTV

Netzwerk-TV mit Satellitenqualität

Panasonic überrascht beim TX-42ASW504 die TV-Welt mit der neuen Empfangstechnik Sat over IP (DVB-IPTV). Per Netzwerk bekommen Sie somit Fernsehen in bester Satellitenqualität in jeden Raum, auf jeden PC und jedes Tablet oder Handy.

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Sat over IP ermöglicht das Empfangen von TV-Datenströmen und anschließendes Verteilen an die Endgeräte. Normalerweise bietet die beste Bildqualität der Satellitenempfang. Daher bedauern Freunde der guten Unterhaltung, dass oft ein Satellitenanschluss nur im Wohnzimmer vorgesehen wurde. Viele Schüsseln sind mit einem Single-LNB (Low Noise Block) versehen, der für eine Set-Top-Box ausgelegt ist. Hier kann man nichts aufnehmen, während man etwas anderes schaut. Und im Schlafzimmer, Hobbyraum oder in der Küche schaut man in die Röhre und empfängt höchstens minderwertiges DVB-T.

Wenn man bedenkt, was der Trockenbaumeister oder Elektriker dafür verlangt, das Haus nachträglich zu verkabeln, verdrängt man leicht den Anspruch, überall das beste Bild haben zu wollen. Doch es gibt Lösungen. Eine ist die Verwendung des Einkabelsystems (Single Cable Distribution, Unicable). Es kann Leitungen der "alten" Hausantenne nutzen, die oft in mehreren Räumen verlegt sind.

Ganz modern ist Sat over IP. Hier werden TV-Datenströme empfangen und via Netzwerk an die Endgeräte verteilt. Das bietet sich für jene an, die ein tolles PC-Netzwerk installiert, jedoch Sat-Leitungen vergessen haben. Natürlich funktioniert das Ganze auch per WLAN oder Powerline und wird so für viele interessant.

Mit Sat>IP können nebenbei PCs und über WLAN auch Smartphones und Tablets mit erstklassigen Sat-Signalen versorgt werden - beispielsweise für den TV-Spaß im Arbeits- und Schlafzimmer. Empfänger bekommen den gesamten Datenstrom, der zu einer TV-Station gehört: also mehrere Audiokanäle, Untertitel und Programminfos für elektronische Programmführer (EPGs). Es ist also der volle Empfangskomfort möglich.

Sat ohne Kabel

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Das neue System verteilt die Empfangsdaten verlustfrei über Netzwerkkabel oder WLAN an passende Empfänger.

Panasonic ist Vorreiter

Die Spezifikation von Sat>IP 1.2 hat vor einem Jahr SES, die Muttergesellschaft der Satellitengruppe ASTRA, veröffentlicht. Seither sind etliche Server, Clients, Apps und PC-Software auf den Markt gekommen, die das Protokoll unterstützen. Nun ist Panasonic der erste Hersteller von Fernsehern, der die Technik nutzt, um TV-Programme zu empfangen, ohne dass ein Antennenkabel im Gerät steckt.

Wir haben uns als Beispiel für die Umsetzung das Basismodell TX-42ASW504 angeschaut: ein Gerät mit vielen smarten Funktionen, einem konventionellen Vierfach-Tuner, aber ohne 3D oder Bewegungsglättung. Panasonic bietet die DVB>IP-Funktion also nicht nur in den Topgeräten an. Das ist lobenswert, löst sie doch etwa als Schlafzimmer-TV auch dortige Empfangsprobleme. Und der Zweitfernseher soll ja nicht so viel kosten.

Die Installation geht sehr leicht vonstatten. Panasonic ist hier der Platzhirsch, da das Gerät die Konfiguration der konventionellen Satellitenanlage automatisch erkennt. Nach Abarbeitung der Hardware-Tuner folgt die Netzwerk-Installation, dann die im Bild unten gezeigte Auswahl des DVB>IP-Servers. Die Signalquelle ist ab jetzt transparent. Alle gewohnten SAT-TV-Funktionen ermöglicht auch der IP-Tuner: Sendungsinformationen, Programmführer, Pay-TV via CI+-Slot, Aufnahmen von Free-TV auf eine externe Festplatte und Einbindung der Links für smartes HbbTV.

Tuner

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Panasonics Tuner-Auswahl zeigt genaue Daten des Servers an. Nicht nur Sat over IP ist möglich, sondern auch DVB-C oder -T.

Interessant sind die Umschaltzeiten. Hier gibt Panasonic exzellente Werte der Hardware-Tuner vor, die von einem Programm auf ein anderes (unverschlüsseltes) desselben Transponders in unter einer Sekunde switchen. Wechselt man die Empfangsfrequenz, sind es dann zwei bis drei Sekunden - plus die Zeit, die für eine eventuelle Initialisierung des Entschlüsselungsmoduls aufgewendet wird.

Beim DVB>IP-Tuner ist die Umschaltzeit deutlich langsamer: Es kommen etwa zwei Sekunden hinzu. Hier ist der eingesetzte Server ein entscheidender Faktor. Wir haben mit LAN-Kabel, aber auch mit dem eingebauten WLAN-Client gearbeitet. Der n-fähige Singleband-Router stand dabei im selben Raum. Es gab keine Signalaussetzer. Schaut man gleichzeitig auf Tablet und Smartphone weitere HD-Kanäle, wird es aber zu eng.

Messlabor

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Wählt man nach dem Auspacken den Kinomodus oder besser noch True Cinema, ist man bildtechnisch schon ganz gut bedient. Fährt man Farbsättigung und Schärfe etwas zurück, wird eine sehr gute Gesamtabstimmung geboten. Der Farbraum ist zwar fein justierbar, jedoch nativ nicht zu groß. Eine Kalibrierung, die ja immer nur herunterregeln kann, erübrigt sich somit. Primär- und Sekundärfarben werden jedoch gut getroffen. Anders die Helligkeit der Grundfarben.

Pro

  • DVD>IP-Tuner, viele smarte Funktionen, Bild sehr gut einstellbar

Contra

  • keine Bewegungsglättung, kein 3D, wenige Eingänge

Die sollte man nach unseren optimalen Einstellungen zügeln. Die Farbmischung aller Grautöne liegt sogar ohne jegliche Justierung von warm2 nahezu optimal. Die Gammafunktion lässt sich auf die neue Vorgabe 2,4 einstellen, dunkelt die unteren 20 Prozent Lichtstärke jedoch zu stark ab. Das Spektrum der LED-Hintergrundlampen zeigt keine Auffälligkeiten

Ein erstaunlich guter Fernseher

Der neue Empfangsweg ist nur eines von vielen Features des brandneuen Panasonic TX-42ASW504. Für ein so preiswertes Gerät mit seiner klassenspezifisch mäßigen Haptik hat er einiges zu bieten: beispielsweise einen Hardware-Tuner, der auch Satellitenempfang - sogar mit Unicable - unterstützt. Die HDMI-Vielfalt beschränkt sich hingegen auf zwei Buchsen.

Screenshot

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Man kann wählen, ob im TV-Modus oder Home Screen gestartet wird. Zum Menüdesign gibt es Vorlagen zum Herunterladen.

USB gibt es gar nur einmal, und der Anschluss sollte mit einer Festplatte belegt werden, da Panasonics Aufnahmefunktionen sehr ausgereift sind. Ein DLNA-Server stellt sogar die Aufnahmen ins Netz - das hat bei unserem Muster allerdings noch nicht funktioniert. Die Smart-TV-Implementierung inklusive HbbTV reagiert durchaus zügig für die Preisklasse und bietet viele Optionen wie eine Cloud-Anbindung und Messaging.

Für die konfigurierbaren Home Screens sind jetzt Vorlagen aus dem Netz ladbar. Soziale Medien werden beim laufenden Programm angezeigt, Skype ist mit der passenden Kamera nachrüstbar. Die Anzahl und Güte der Apps ist schon sehr ordentlich. Watchever und Maxdome machen den VOD-Sektor aus. Hier kann aber - wie bei jedem Marktstart - noch viel passieren.

App

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Wählt man eine App aus, wird sie direkt vom TV gestartet.

Kleines Geld, gutes Kino

Ungewöhnlich für ein so preiswertes Gerät ist die professionelle Farbkalibrierung. Ab Werk sind die Kinomodi sehr ernst zu nehmen und liefern ein detailreiches neutrales Bild. Es fehlt die 100-Hz-Technik mit Zwischenbildberechnung. Dafür wird bei Blu-ray-Filmen echtes 24p abgeliefert mit leichtem Überblenden der Frames. Es gibt also authentischen Kino-Look zum günstigen Preis.

Wird das Backlight gedimmt, erhöhen sich die Schwarzphasen zwischen den Frames und Bewegungen werden klarer. Allein 3D vermissen wir wirklich. Der Schwarzwert des stromsparenden Panels lässt zu wünschen übrig. Der Lichtsensor und globales Dimmen werten den abendlichen TV-Eindruck jedoch auf, wenn sie aktiviert werden.

Internet

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Auch Internet-Seiten lassen sich auf den Fernseher beamen.Was fehlt, sind eine Programmverwaltung und Live-TV.

Fazit

Ein toller Schlafzimmer-Fernseher dank innovativer Tuner-Option und sehr natürlichem, etwas rohem Blu-ray-Bild.

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