E-Book-Reader

Tolino Shine 2 HD und Tolino Vision 3 HD im Vergleichstest

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse präsentierte die Tolino-Allianz mit Shine und Vision zwei neue E-Book-Reader, die im Duell mit Amazons Kindle zusätzliche Punkte sammeln sollen. Im Test konnten beide Geräte überzeugen.

Tolino Vision 3 HD

© Tolino

Überzeugende Vorstellung: das neue Flaggschiff Vision 3 HD.

Wir haben die E-Book-Reader Tolino Shine 2 HD und Tolino Vision 3 HD im Vergleichstest: Allen Unkenrufen zum Trotz werden entsprechende Geräte immer beliebter. Laut dem Statistikportal Statista sollen bis 2020 bereits mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland digitale Bücher lesen – derzeit sind es rund sieben Millionen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen lassen sich auf E-Book-Readern Tausende von Büchern speichern – vor allem reisende Vielleser profitieren davon, weil sie nicht kofferweise Bücher mitschleppen müssen. Zusätzliche Werke kann man einfach aus dem Web nachladen. Zum anderen steigt der Lesekomfort: Man kann im Dunkeln schmökern, Wörter suchen und nachschlagen, Lesezeichen setzen und Schriftstil sowie -größe individuell einstellen.

Lesetipp: Welcher E-Book-Reader ist der richtige?

Nachdem E-Book-Pionier Amazon mit seinem abgeschotteten Kindle-System den Markt jahrelang dominierte, hat sich in den letzten zwei Jahren eine ernsthafte Alternative etabliert: In der sogenannten Tolino-Allianz findet sich das Who is Who des deutschen Buchhandels. Thalia, Weltbild, Hugendubel, Mayersche, Osiander, Club Bertelsmann, der Buchgroßhändler Libri mit 1.300 angeschlossenen Buchläden sowie die Telekom als Technologiepartner versuchen gemeinsam, Amazon mit einem offenen Ökosystem auf Basis des EPUB-Standards sowie einer engen Verzahnung mit dem stationären Buchhandel Paroli zu bieten.

Tolino Shine 2 HD

© Tolino

Einstiegsmodell Shine 2 HD: grandioses Display, aber kleine Schwächen in puncto Haptik.

Und das mit Erfolg: Laut GfK verkaufen die Shops der Tolino-Partner inzwischen mehr E-Books als Amazon. Auch wenn das nicht zwingend mit den Verkaufszahlen der Lesegeräte korrespondiert – Tolino-Books lassen sich genauso mit „fremden“ Readern wie Kobo oder Pocketbook nutzen –, nimmt nach und nach auch die Verbreitung der hauseigenen Geräte zu. Ein Trend, der sich mit den beiden auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellten neuen Readern weiter verstärken dürfte. Denn beide Lesegeräte bieten eine überzeugende Alternative zum ehemaligen Platzhirsch.

Wasserdichtes Topmodell

Das neue Flaggschiff der Tolino- Allianz nennt sich Vision 3 HD. Dessen Highlight ist das 6 Zoll große E-Ink-Display, das in puncto Auflösung zur Konkurrenz aufschließen konnte: 1448 x 1072 Pixel oder 300 ppi bedeuten HD-Qualität und im Ergebnis ein gestochen scharfes Schriftbild. Einzelne Pixel sind nicht mehr erkennbar. Auch der Touchscreen überzeugt. Zum Beispiel lässt sich per Zoom-Funktion mit Daumen und Zeigefinger die Schriftgröße verändern. Auch die stufenlos regelbare Hintergrundbeleuchtung bietet keinen Grund zur Beanstandung. Praktisch: Das Licht lässt sich über eine separate Taste an der Oberseite des Geräts ein- und ausschalten.

Tolino Screenshots

© Weka/ Archiv

Links: Im E-Book-Shop kann man direkt nach Büchern suchen oder bequem in verschiedenen Kategorien stöbern. Rechts: Wer in verschiedenen Shops E-Books einkauft, kann die Bibliotheken problemlos miteinander verknüpfen.

Ein weiterer Pluspunkt ist das wasserdichte Gehäuse des Vision 3 HD, der sich so ideal für den Einsatz an Pool, Strand oder in der Badewanne eignet. Ebenfalls vom Vorgängermodell übernommen wurde die Option „Tap2Flip“: Man kann damit zur nächsten Seite blättern, indem man mit dem Finger auf die Rückseite des Geräts klopft. Linkshänder sollen besonders davon profitieren. Komplett überzeugt hat uns die Funktion in der Praxis jedoch nicht.

Günstige Alternative

Der günstigere Bruder des neuen Vision, der Shine 2 HD – genau genommen ist er zehn Gramm schwerer und einen guten Millimeter dicker – besitzt ebenfalls ein überzeugendes HD-Display mit integrierter Beleuchtung. Wasserdicht ist er allerdings nicht, auch die Tap2Flip-Funktion sucht man vergeblich. Im Gegensatz zum Vision mit seiner durchgängigen Oberfläche wurde das Display beim Shine in den etwas dickeren Rahmen eingelassen – das ist aber allenfalls ein optischer Nachteil.

Lesetipp: E-Book: Kopierschutz umgehen und umwandeln

Die Technik im Gehäuse ist bei beiden Tolinos weitgehend identisch. Prozessor, Arbeits- und Datenspeicher sowie der Akku (der laut Hersteller bis zu sieben Wochen durchhalten soll) gleichen sich wie ein Ei dem anderen. 2 Gigabyte freier Speicher reichen für rund 2.000 Bücher. Die Konkurrenz bietet hier mehr, allerdings lassen sich jederzeit Bücher aus der Tolino-Cloud nachladen. 25 Gigabyte stehen dort jedem Nutzer zur Verfügung – das sollte selbst für die ambitionierteste Leseratte reichen. Neue Bücher holt man sich entweder per USB-Kabel vom Rechner oder per WLAN aus dem Internet.

Tolino Screenshots

© Weka/ Archiv

Links: Funktionen zum Suchen, Nachschlagen und Übersetzen gehören selbstverständlich zum Standard. Rechts: Sechs Schriftarten, sieben Schriftgrößen sowie je drei Optionen für Zeilenabstand, Textausrichtung und Seitenrand stehen zur Auswahl.

Die neuen Tolinos verfügen weder über einen Speicherkartenslot noch über ein 3G-Modul – beides ist aus unserer Sicht aber verzichtbar. Zumal zum Herunterladen von Büchern auch die 500 000 Hotspots der Telekom kostenlos genutzt werden können. Vorinstalliert ist der Shop, bei dem das Gerät gekauft wurde. Im weiteren Verlauf wird der Leser aber nicht mehr an seinen ursprünglichen Buchhändler gebunden: Über die zentrale Tolino-Cloud lassen sich verschiedene Shop- Bibliotheken problemlos miteinander verknüpfen.

Lesetipp: Alle E-Book-Reader-Tests

Bleibt noch die Frage nach den Inhalten: In den Shops der Tolino-Allianz sind rund 1,7 Millionen E-Books verfügbar (Amazon: 3,3 Millionen), etwa 200.000 davon sind deutschsprachig (Amazon: 350 000). Hinzu kommen circa 20.000 Hörbücher. Allerdings: Mit dem Tolino lassen sich per „Onleihe“ sehr günstig E-Books aus mehr als 1.400 öffentlichen Bibliotheken ausleihen. Mit dem Kindle geht das nicht.

Fazit: Gute Alternative

Mit den neuen Geräten präsentiert die Tolino-Allianz zwei hochwertige E-Book-Reader ohne große Schwächen. Der Vision kann mehr, kostet aber auch mehr. Das ist dann eher eine Geschmacksfrage. Interessant ist auch das Ökosystem hinter den Geräten, das nicht ganz so simpel nutzbar ist wie Amazons „goldener Käfig“, dem Kunden aber deutlich mehr Spielraum lässt.

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