Vergleichstest

Vollverstärker von Marantz und NAD unter 800 Euro

Lichte Höhe - Ohne sie bleibt's dunkel. Die beiden neuen Verstärker Marantz PM 7004 (650 Euro) und NAD C356 BEE (750 Euro) wollen die ganze Schönheit der Musik schon für weniger als 800 Euro erhellen.

Vollverstärker

© Julian Bauer

Vollverstärker
Marantz PM 7004

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Zum Graus für manchen gestandenen High Ender hören sich viele Jugendliche nicht nur Handy- und Laptop-Getingel, sondern ab und zu auch Musik in der Minimalstform an. Oft lässt sich hier der Rhythmus nur mühevoll herausfinden und eine Melodie allenfalls erraten.

NAD C356 BEE

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Schnell finden die Generationen wieder zusammen, wenn sie den neuen PM 7004 von Marantz gemeinsam näher angucken. Die edle, fein gebürstete Alu-Front des 650-Euro-Vollverstärkers (nur die sanft geschwungenen Seitenteile bestehen aus Kunststoff) macht Kulturfreunde aller Altersstufen schon von weitem an.

Auch der NAD C 356 BEE (750 Euro) geizt nicht mit Reizen. So offeriert der C 356 BEE  für moderate 130 Euro auch noch das Phonoteil PP 135, und kann dank ambitionierten Aufbaus des 135er, nicht nur mit den relativ lauten Moving-Magnet-, sondern auch mit edlen, leisen Moving-Coil-Tonabnehmern anbandeln.

NAD C356 BEE

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Erst wenn dem NAD C356 BEE anhaltende Töne bei relativ niedriger Boxenimpedanz Dauerleistung abverlangen, gleitet er sukzessive auf das niedrigere Ausgangsniveau zurück.

Doch abgesehen davon und von paar weiteren Kleinigkeiten (der PM 7004 bietet einen schaltbaren Endstufen-Eingang, der C 356 BEE eine Klinke für Portis) sind sich die beiden Verstärker in der Grundausstattung ähnelich .

Aus dem Messlabor

Um Material- und Energiekosten zu sparen und trotzdem nicht schlecht dazustehen, schaltet der NAD C 356 BEE die Endstufen-Betriebsspannung runter. Ein "Triac"-Halbleiterschalter weist den Speicherelkos im Normalfall bis zu 55 Volt, in kritischen Phasen aber nur noch die Hälfte zu.

Marantz PM 7004

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Marantz Pm 7004 bleibt stabil

Der Vorteil erschließt sich aus dem genauen Studium der Diagramme. Während übliche Verstärker von einem niedrigeren Grundniveau ausgehen müssen, darf der NAD erst einmal volle Pulle loslegen. Das versetzt ihn in die Lage, kurzzeitig hohe Musikimpulse zu liefern.

Erst wenn ihm anhaltende Töne bei relativ niedriger Boxenimpedanz Dauerleistung abverlangen, gleitet er sukzessive auf das niedrigere Ausgangsniveau zurück. Der Marantz bleibt stabiler, der NAD passt sich dem realen Musikbedarf besser an.

Fazit

Stimmte Marantz den PM 6003 für 500 Euro ( 3/10, Highlight) etwas impulsiver ab, setzte die Marke beim deutlich kräftigeren PM 7004 vermehrt auf Wärme. Wer's so mag!

Der NAD C 356 BEE gibt sich universeller, er tönt eine Ecke frischer und freier. Zur Not beschallt er auch eine kleinere Fete. Sein Softclipping begrenzt im Notfall Übersteuerungs-Klirr und bewahrt damit Hochtöner vor der Kapitulation.

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