High End 2009 - Heimkino-Schlaraffenland

Auch in Sachen Heimkino gab es auf der sich immer noch klassisch HiFi-betont gebenden High End in München interessante Neuheiten und spannende Perspektiven zu bestaunen. stereoplay fand für Sie die Rosinen in der Masse.

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"Der beste Ton - Das beste Bild", so lautet das Motto der High End, und das impliziert natürlich auch feinstes Heimkino und Blicke auf Medien, die wie Blu-ray beide Welten, klassiches HiFi und Heimkino, miteinander verknüpfen. Und in dieser Hinsicht konnte die Messe im Münchner M.O.C. auch einige Produkte zeigen, die in Sachen Bild- und Tonqualität neue Maßstäbe versprechen.

So konnte der Entwickler von T+A, Lothar Wiemann, den neuen Blu-ray-Player BD 1260 R demonstrieren, der vor allem auf eine hochwertige Analog-Audio-Ausgabe getrimmt ist und damit zu den bisherigen T+A-Komponenten mit den entsprechenden Eingängen passt. Er verwendet für 7.1-Ton im Ausgang eine nun achtkanalige Wandlerplatine mit der Technik des SACD 1260. Fertig dürfte der Player, der noch als Labormodell auf der Messe stand, ungefähr zur IFA sein.

Damit ist der deutsche Hersteller weiter als Arcam. Die Briten versuchen sich mit einem Highend-Blu-ray-Laufwerk. Der noch nicht endgültig benamte Player besitzt nur einen HDMI- und einen S/P-DIF-Ausgang. Passend dazu standen gleich auf den Nachbarsockeln die dazugehörige Vorstufe AV 888 und die Siebenkanal-Endstufe P 777. Mit diesem Trio könnte Arcam der Einstieg in den Surround-Olymp gelingen. Die Daten und die durchgängig symmetrische Signalführung sprechen dafür. Aber auch hier heißt es: warten bis zum Herbst.

Etwas außerhalb der Messe fand eine Veranstaltung der Norweger Electrocompaniet statt, auf der abends der deutsche Entwickler der Skandinavier, Volker Hunger, den ersten spielfähigen Prototypen des Blu-ray Players demonstrierte, der noch im Gehäuse eines CD-Spielers werkelte. Reichlich abgefahren: Im Kontrast dazu präsentierte Goldmund seinen Eidos Reference Blu-ray Player als stummes Display, von edlen Kordeln den Patschefingern aufdringlicher Besucher entrückt. Das auf 50 Exemplare limitierte Stück soll 100.000 Euro kosten. Laut Datenblatt spielt er auch DVD-Audio und SACD.

Marantz stellte seinen Universalplayer, der ebenfalls die "alten" audiophilen Formate beherscht, zur Schau. UD 9004 wird der 5.500-Euro-Player kosten. Mit freier Sicht auf seine Technik demonstrierte er die aufwendige Entwicklung. Die neuen Blu-ray-Formate stützt hingegen das neue Pure Audio Blu-ray, das das Münchner Studio MSM entwickelte und das das norwegische Klassiklabel 2L bereits einsetzt. MSM-Chef Stefan Bock demonstrierte und erklärte persönlich, was es mit diesem Format auf sich hat, das jeder Blu-ray-Player spielt und das als Besonderheit ohne Menüs bedienbar ist und somit wie bei CD ein Musikhören ohne laufenden Fernseher ermöglicht, nur eben mit High-Definition-Sound und auf Wunsch mehrkanalig.

Uwe Sperling von Spatz zeigte stolz seine neue drahtlose HDMI-Übertragung, die über bis zu 25 Meter auch die höchsten heutigen Auflösungen transportiert, und zwar ohne qualitätsmindernde Neucodierung. Clever: Die Funkstrecke überträgt das Infrarot-Signal der Fernbedienung gleich mit. Am gleichen Tresen zeigt Tatjana Kukla von AL-Kabelshop die neueste Generation HDMI-Kabel der Hausmarke Argentum. Der Clou: Eine kleine Nase am Stecker rastet in der Buchse ein und hält den Stecker der sonst vergleichsweise wackeligen mechanischen HDMI-Verbindung sicher fest.

Auch in Sachen Bildwiedergabe zeigten einige Hersteller interessante Neuheiten. Panasonic etwa präsentierte recht unauffällig seinen ersten THX-zertifizierten Plasma. Unter der Heimkinomarke Avielo des norwegischen Projektorspezialisten Projection Design konnte der geneigte Bild-Gourmet den ersten serienreifen Highend-LED-DLP-Projektor in der Demonstration erleben. Kroma heißt das gute Stück und soll ab Spätsommer für 20.000 Euro zu haben sein. Er verblüffte mit einem ruhigen, plastischen, fast dreidimensionalen Bild mit angenehm "analog" wirkenden Farben.

Der Spezialist für akustisch transparente Leinwände Screen Research aus Frankreich stellte bei Spatz aus, der seit kurzem den Vertrieb inne hat. US-Konkurrent Stewart Filmscreens demonstrierte auf einem großen Gemeinschaftsstand zusammen mit Mitsubishi, B&W, Akustikspezialist RTFS und weiteren Kollegen neben neuen Designvarianten und grauen Leinwänden für mehr Kontrast ein spektakuläres Kino.

Ein Besuch auf der High End lohnt sich immer, auch für Heimkinobegeisterte.

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Marantz Universalplayer UD 9004
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Panasonic THX
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8.6.2009 von Redaktion connect und Raphael Vogt

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