Überwachungsgefahr

Bundesnetzagentur verbietet Smartwatches für Kinder

Harmloses Gadget oder Gefahr für die Privatsphäre? Bei manchen Kindersmartwatches können Eltern heimlich mitlauschen. Diese Uhren sollen nun verboten werden.

Smarte Watch Uhr Kid Kinder

© MORTAZZA / Fotolia.com

Spielzeug oder nicht? Schon die Jüngsten finden Smartwatches spannend.

Über manche Smartwatch-Modelle ist es Eltern möglich, ihre Kinder und deren Umgebung heimlich zu belauschen. Die Bundesnetzagentur hat nun entschieden, dass schlaue Kinderuhren, die über derartige Abhörfunktionen verfügen, nicht mehr verkauft werden dürfen. Die Agentur ist bereits gegen mehrere Online-Angebote vorgegangen, bei denen solche Uhren zum Kauf angeboten wurden.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homan, wird mit der Aussage zitiert: "Über eine App können Eltern solche Kinderuhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören. Sie sind als unerlaubte Sendeanlage anzusehen. Nach unseren Ermittlungen werden die Uhren von Eltern zum Beispiel auch zum Abhören von Lehrern im Unterricht genutzt."

Laut der Bundesnetzagentur liegt die Zielgruppe für die Smartwatches mit Abhörfunktion bei Kindern zwischen fünf und 12 Jahren. Diese Uhren verfügen über eine SIM-Karte und man kann eingeschränkt mit ihnen telefonieren. Die Funktionen werden über eine App eingerichtet und gesteuert. Häufig werden Abhörfunktionen für die Kinderuhren als "Babyphone" ode"Monitorfunktion" bezeichnet. Wer die App kontrolliert, kann bestimmen, dass die Uhr eine beliebige Nummer anruft, ohne dass der Träger der Uhr oder die Umgebung etwas davon mitbekommt. Durch dieses Vorgehen können der Uhrträger und sein Umfeld belauscht werden. Dieses Vorgehen ist in Deutschland verboten.

Lesetipp: Digitale Sprachassistenten im Vergleich (PC-Magazin)

Die Bundesnetzagentur rät Schulen, verstärkt auf Uhren mit Abhörfunktion unter ihren Schülern zu achten. Verkäufer solcher Uhren werden von der Bundesnetzagentur dazu aufgefordert, die Geräte zu vernichten und die Zerstörung gegenüber der Behörde nachzuweisen. Eltern werden ebenfalls aufgefordert, solche Uhren, die sich bereits im Besitz der Kinder befinden, zu zerstören und dazu einen Nachweis zu erbringen.

Mehr Informationen finden Sie außerdem auf einem Informationsblatt der Bundesnetzagentur zum Missbrauch von Sendeanlagen.

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