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Radiohead wollen keine Alben mehr veröffentlichen

Die Band wird aber auf alle Fälle weiter bestehen, ihren Produktionsfokus künftig aber ausschließlich auf Singles und EPs beschränken.

© Archiv

Radiohead

Die britische Erfolgsband Radiohead (www.radiohead.com) will in Zukunft keine weiteren vollständigen Alben mehr veröffentlichen. Wie Thom Yorke, der Sänger der Alternative-Rocktruppe, in einem aktuellen Interview mit dem US-Literaturmagazin "The Believer" klarstellt, müssten sich die Fans aber dennoch keine Sorgen machen. Die Band werde auf alle Fälle weiter bestehen, ihren Produktionsfokus künftig aber ausschließlich auf Singles und EPs beschränken.

Auch in Bezug auf die Wahl der Vertriebsplattform will man wie schon bei dem im Oktober 2007 veröffentlichten Album "In Rainbows", das über die eigene Webseite zu einem selbst wählbaren Preis angeboten worden ist (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/071001024/), weiterhin eher auf physikalische Tonträger verzichten und stattdessen auf alternative Konzepte und Ideen im Internet setzen. "Niemand aus der Band hat Lust, sich noch einmal so ein kreatives Chaos anzutun, wie es bei der Produktion eines Long-Play-Albums entsteht", erklärt Radiohead-Sänger Yorke in der August-Ausgabe des Literaturmagazins. Die Vorgabe, ein Album produzieren zu müssen, habe sich für die Band mittlerweile zu einem regelrechten Klotz am Bein entwickelt. Bei "In Rainbows" habe es zwar noch sehr gut funktioniert, da man eine fixe Vorstellung davon gehabt habe, in welche Richtung man mit dem Album als Gesamtwerk gehen wolle. "Aber wir waren uns alle einig, dass wir uns nicht wieder in so etwas hineinstürzen werden. Es würde uns alle umbringen", betont Yorke. Da setze man viel lieber auf alternative Konzepte im Web, deren Potenzial sich bei "In Rainbows" deutlich gezeigt habe. "Diese Geschichte hat auf mehreren unterschiedlichen Ebenen gut funktioniert. Zuerst einmal konnten wir so unsere Auffassung zum Wert von Musik klarstellen. Zweitens konnten wir zeigen, wie sich das Netz nutzen lässt, um eine Platte zu promoten ohne auf iTunes, Google und Co angewiesen zu sein und drittens hat es auch finanziell gesehen gut funktioniert", fasst Yorke zusammen.Radiohead könnte mit der Abkehr von Albumproduktionen und dem verstärkten Fokus auf das Einzelsonggeschäft, das gerade durch digitale Download-Plattformen im Internet weiter angetrieben wird, wieder einmal den Trend vorgeben. In Anbetracht der Tatsache, dass der physikalische Tonträgerverkauf gegenüber dem wachsenden Digitalmarkt zunehmend an Bedeutung verliert, beginnt sich nämlich auch in den Reihen der Künstler ein grundlegender Paradigmenwechsel abzuzeichnen. Wie die jüngsten Zahlen des internationalen Musikverbandes IFPI (http://www.ifpi.org) bestätigen, ist der digitale Markt derzeit die treibende Kraft für die Umsatzentwicklung der Industrie. "Der Boom am Online- und Mobile-Sektor ist die zentrale Tendenz, die derzeit die Entwicklung des Marktes bestimmt. Die enorme Dynamik in diesem Bereich zeigt sich in etlichen Musikmärkten der Welt", meint IFPI-Austria-Sprecher Thomas Böhm gegenüber pressetext. Im Jahr 2008 hat der digitale Musikmarkt mit Einnahmen von 3,7 Mrd. Dollar weltweit ein Wachstum von 25 Prozent hingelegt. Das Einzeltrackgeschäft ist dabei mit einer Steigerung um 24 Prozent auf 1,4 Mrd. verkaufte Einheiten klar der dominierende Faktor.

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