US-Allianz will "digitale Musikwelt retten"

Der Computerriese Hewlett-Packard hat sich in den USA mit dem bekannten Hip-Hop-Produzenten Dr. Dre und dem Plattenlabel Interscope zusammengetan, um eigenen Angaben zufolge "die digitale Musikwelt zu retten".

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Der Computerriese Hewlett-Packard hat sich in den USA mit dem bekannten Hip-Hop-Produzenten Dr. Dre (www.dr-dre.com) und dem Plattenlabel Interscope (www.interscope.com) zusammengetan, um eigenen Angaben zufolge "die digitale Musikwelt zu retten". Ziel der ungewöhnlichen Allianz ist dabei aber nicht das Lindern des Leids der durch Online-Piraterie und einbrechende CD-Verkäufe zunehmend in Bedrängnis geratenen Musikindustrie, sondern die Steigerung der Soundqualität musikalischer Werke im Internetzeitalter. Darüber, wie dieser ambitionierte Plan in die Tat umgesetzt werden soll, gibt es zwar bislang noch recht wenige Informationen. Dem Interscope-Vorsitzenden Jimmy Iovine zufolge beabsichtige man aber das komplette digitale Musik-Ökosystem - vom einzelnen Soundfile auf dem Computer der Nutzer bis zum Highend-Kopfhörer - umzustrukturieren. Hierfür soll bereits im Herbst die Marke "Beats by Dr. Dre" eingeführt werden, die unter anderem auch als Qualitäts-Gütesiegel auf kommenden HP-Laptop-Geräten für einen gehobenen Klanggenuss sorgen soll."Wir müssen die gesamte Nutzungsbandbreite von digitaler Musik umkrempeln und alle verschiedenen Ressourcen unter die Lupe nehmen, um die Soundqualität zu verbessern", stellt Iovine gegenüber Cnet klar. Audiophile Konsumenten, die mit einem etwas anspruchsvolleren Ohr ausgestattet sind, hätten sich schon zu lange darüber beschweren müssen, dass die Klangqualität von Musik im digitalen Zeitalter drastisch zurückgegangen sei. "Die Diskussion über Qualitätsverluste bei digitaler Musik ist mittlerweile zu einer regelrechten Glaubensfrage geworden. Vor allem die ältere Generation schwört noch immer auf den warmen und vollen Analog-Klang", erklärt Timo Becker, Mitbegründer des Musik-Download- und Community-Portals djtunes.com (www.djtunes.com), auf Anfrage von pressetext. Dass die Anhängerschaft der älteren Technologie heute immer noch lebt, verdeutliche nicht zuletzt die anhaltende Nachfrage nach Vinyl-Schalplatten, die auch von weitaus moderneren Musikformaten nicht gänzlich vom Markt verdrängt werden konnte.Für den durchschnittlichen Endverbraucher sei der tatsächlich bestehende Qualitätsunterschied aber in der Regel nicht unmittelbar feststellbar. "Wer den Unterschied heraushören kann, hat ein wirklich sehr gut ausgeprägtes Gehör. Diese Initiative dürfte deshalb viel eher für Produzenten interessant sein, die mit speziellen Soundanlagen arbeiten und die bestmögliche Klangqualität erreichen wollen", meint Becker. Der Musikexperte geht zwar davon aus, dass sich auch für Produkte und Dienste eine Zielgruppe finden lässt, die auf eine gehobene Qualität bei digitaler Musik setzt. "Die potenzielle Käuferschicht wird aber vermutlich eher klein ausfallen. Ich glaube nicht, dass solche Angebote für den Massenmarkt relevant sind", betont Becker. Dieser setze schließlich schon seit einiger Zeit auf das MP3-Format, das speziell für das digitale Zeitalter entwickelt worden sei. "Der gesamte digitale Musikmarkt ist derzeit auf dieses Format, das neben der üblichen Bitrate von 128 kbps auch in der höheren Qualität von 256 und 320 kbps verfügbar ist, ausgelegt. Die Erfolgsaussichten solcher Pläne sehe ich daher eher eingeschränkt gegeben. Es ist nicht so, dass die Welt auf so etwas warten würde", so Becker abschließend.

26.8.2009 von Redaktion connect

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