Update: Jetzt mit mehr Routinen

Amazon Smart Air Quality Monitor im Check

4.4.2022 von Monika Klein

Ständig müde, Kopfschmerzen, trockene Haut? Dann sollten Sie die Raumluft prüfen. Amazons Air Quality Monitor überwacht Innenräume nach fünf Kriterien.

ca. 3:05 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Amazon-Air-Quality-Monitor
© Amazon

Pro

  • einfache Einrichtung
  • verständliche Messdatenaufbereitung
  • recht langes Stromkabel
  • gute Verarbeitung
  • fordert auf Wunsch zum Lüften auf

Contra

  • keine CO2-Messung

Fazit

Der Amazon Smart Air Quality Monitor versorgt einen mit grundlegenden Daten zur Raumluftqualität und sensibilisiert so für das Thema. Der CO-Detektor macht allerdings nur Sinn, wenn man im Haus mit fossilen Brennstoffen hantiert. Den CO2-Wert, der auf zu wenig Sauerstoff hinweist, misst das Gerät nicht.

Luftqualitätsmesser gibt’s viele. Entweder als separates Messgerät oder integriert in Luftreiniger, die Verschmutzungen im Idealfall nicht nur detektieren, sondern auch gleich aus der Raumluft filtern. Gute Luftreiniger sind allerdings teuer. Und regelmäßiges Lüften ersetzen auch sie nicht.

Günstiger sind spezielle Messgeräte wie der Amazon Smart Air Quality Monitor für knapp 80 Euro. Das kompakte Kästchen misst 65 x 65 x 45 mm (L x B x H) und findet überall Platz. Allerdings braucht es anders als akkubetriebene Konkurrenzmodelle – etwa von Eve – eine Steckdose in der Nähe. Das nötige Netzteil samt knapp 1,50 m langem Micro-USB-Kabel wird mitgeliefert.

Der Air Quality Monitor ist mit seinem matten Finish und dem Lüftungsgitter auf der Front nett anzusehen. Apropos: Wenn man sein Ohr nah an die Öffnung hält, hört man, wie die Luft zur Auswertung eingesogen wird. Ebenfalls erfreulich: Laut Amazon stammen 70 Prozent der verwendeten Kunststoffe aus wiederverwerteten Verbraucherabfällen.

Einfache Einrichtung über Alexa-App

Die Einrichtung ist wie von Amazon gewohnt ein Kinderspiel: Gerät einstecken, über die Alexa-App auf dem Smartphone den QR-Code aus der Bedienungsanleitung scannen, ins WLAN (2,4 GHz) einbinden, kurz warten, fertig. Der Smart Air Quality Monitor zeigt die Luftqualität nach kurzer Zeit mittels einer LED nach dem gängigen Farbschema an: grün = gut, gelb = mittel, rot = schlecht, erbittet sich aber eine Kalibrierungsphase von zwei Tagen.

In der Alexa-App bekommt man die Daten etwas detaillierter präsentiert und kann über einzelne Reiter die fünf Messbereiche auswählen:

  • Feinstaub (PM 2,5)
  • flüchtige organische Verbindungen (VOCs)
  • Kohlenmonoxid (CO)
  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit

Wer einen Echo-Speaker hat, kann den Luftmesser mit diesem verbinden und sich je nach Gerät visuell oder akustisch über die Messwerte informieren. Alexa fordert auf Wunsch auch zum Handeln, sprich Lüften oder den Einsatz von Luftreinigern, auf.

Luftreiniger per Alexa-Routinen steuerbar

Sehr gut: Konnte zum Marktstart nur die Temperatur eine Routine auslösen, ist inzwischen auch der automatische Start/Stopp von Luftreinigern bei zu hohen VOC- oder Feinstaubwerten, von Luftentfeuchtern und von Ventilatoren möglich. Die Routinen lassen sich in der Alexa-App einstellen: Unter "Mehr" auf "Routinen" klicken, das +-Symbol rechts oben auswählen und die gewünschten Parameter festlegen.

Amazon-Air-Quality-mit-Kabel
Das schwarze Kabel passt nicht wirklich zu dem weißen Gerät. Das scheint Amazon auch aufgefallen zu sein: Auf deren Produktbildern ist das Kabel weiß.
© WEKA Media Publishing
Luftmesser-Vergleich
Das Amazon-Messgerät liegt bei der Temperatur grundsätzlich am höchsten. Die App zeigt 23 Grad. Bei der Luftfeuchtigkeit herrschte nahezu Gleichstand.
© WEKA Media Publishing
Air-Qualiy-Screens
Die Alexa-App informiert auf einen Blick über die Luftqualität, entweder im IAQ im Überblick oder in der einzelnen Messwerterubrik.
© WEKA Media Publishing
Amazon-Air-Quality-mit-Echo
Ist der Air Quality Monitor mit einem Echo Show gekoppelt, zeigt der die Messwerte. Hier ist der VOC-Gehalt erhöht, weshalb die LED gelb leuchtet.
© Amazon

Index liefert schnellen Überblick

Alle Messwerte im Überblick liefert der IAQ, der Index für Indoor Air Quality, also die Qualität der Innenraumluft. Der IAQ ordnet die Daten in einer Skala von 0 bis 100 ein. 100 ist der Bestwert, zum sofortigen Verständnis wird zudem das oben genannte Farbschema hinterlegt. In den folgenden Reitern zu den einzelnen Werten findet sich ganz unten ein Link zu weiterführenden Informationen, die die Daten einordnen. Hier erfährt man, wo etwa VOCs oder CO entstehen, welche Auswirkungen sie haben und was man bei hoher Konzentration tun kann. Das alles freilich eher oberflächlich. So wird bei zu geringer Luftfeuchtigkeit pauschal zum Einsatz von Luftbefeuchtern geraten – die bei schlechter Qualität und Wartung wieder ganz neue Probleme schaffen können.

Überprüft Kohlenmonoxid-Gehalt

Chemiker wissen: Mit CO ist Kohlenmonoxid gemeint. Das farb- und geruchlose Gas entsteht in Innenräumen, wenn Holz, Gas oder Kohle in Kaminen, Öfen oder Herden nicht richtig verbrennt bzw. abzieht. Auch von Gasthermen kann Gefahr ausgehen. Und zwar eine ernsthafte, denn eine zu hohe CO-Konzentration endet im schlimmsten Fall tödlich. Wer fossile Brennstoffe nutzt, hat hier eine Möglichkeit zum Selbstschutz.

CO2-Messung fehlt

Was der Smart Air Quality Monitor dagegen nicht misst, ist die CO2-Konzentration. Die wäre gerade im Winter und in Pandemiezeiten eine interessante Information, denn Menschen atmen bekanntlich Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Ergo gilt: Ist der CO2-Gehalt hoch, sind viele Aerosole in der Luft. Das könnte auch in öffentlicheren Räumen wie Büros oder Klassenzimmern hilfreich sein und zum rechtzeitigen Lüften animieren.

CHECK_Amazon-Smart-Air-Quality-Monitor
© WEKA Media Publishing

Atemwegsrelevanter Feinstaub wird erfasst

Beim Feinstaub erfasst das Amazon-Gerät Partikel der Größe PM2,5. Die können tief in die Atemwege eindringen und chronische Lungenerkrankungen verursachen, etwa Bronchitis oder Asthma. Gute Luftreiniger detektieren Partikel verschiedener Größen und filtern diese auch gleich aus der Luft. Ein Streichholz vor dem Lüftungsmesser quittiert dieser durch steigende Feinstaubwerte. Generell ist der Quality Monitor aber langmütig: Die LED zeigt meistens grün. Nach testweise Kochen bei geschlossenen Fenstern schaltete er dann aber auf Rot: Der VOC-Wert ist zu hoch. VOCs entstehen zwar meist durch chemische Ausdünstungen, aber auch beim Gebrauch der Bratpfanne.

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