Car Connect

Audi A6 Avant 2018 im Connectivity-Test

Als erstes Modell muss sich der Audi A6 Avant dem neuen Testverfahren von connect und P3 stellen. Lesen Sie, was die Ingolstädter in Sachen Vernetzung auf die Straße bringen.

Audi A6 Avant 2018

© Audi

Audi A6 Avant 2018

Pro

  • Bedienung über Display, Tasten oder Sprache
  • Benutzeroberfläche lässt sich intuitiv steuern
  • sehr gute Navigations-Funktion
  • sehr gute Connectivity und Telefonie-Funktion
  • praktische App-Anbindung

Contra

  • Touchscreen etwas zu tief platziert
  • Sprachsteuerung nicht immer zuverlässig
  • umständliche Anbindung von Streaming-Diensten

Fazit

connect Testurteil: gut (421 von 500 Punkten)

Moderne Autos werden immer smarter und bringen eine Vielzahl an Funktionen mit, die der Nutzer andernorts in seinem Alltag zu schätzen gelernt hat. Dadurch wächst natürlich auch die Erwartungshaltung an den fahrbaren Untersatz, denn in puncto Sprachbedienung und Connectivität ist man mittlerweile von Smartphone und Sprachassistenten à la Alexa verwöhnt – und möchte genau dieses Erlebnis nun auch im Auto haben.

Um diesem schnell voranschreitenden Wandel Rechnung zu tragen, haben sich connect und P3 zusammengetan und ein Testverfahren entwickelt, das nun auch die User Experience und nicht nur die reine Funktionalität der Connected-Car-Services unter die Lupe nimmt. Den Anfang in der neuen Testreihe macht der Audi A6 Avant, der die starken Connectivity-Gene des großen Bruders A8 geerbt hat und so bestens für den harten Test gewappnet sein sollte. Ob diese Prämisse der Realität entspricht?

Audi A6 Avant 2018 Innenraum

© Audi

Der Innenraum des Audi A6 Avant wird von den in Summe drei Bildschirmen dominiert.

Infotainment

Mit seinen drei Displays, dem gelungenen Bedienkonzept sowie reichlich Unterhaltungsoptionen hat der Audi sehr viel zu bieten.

Ist der Audi A6 Avant mit dem „MMI Navigation Plus mit MMI Touch Response inklusive Audi Virtual Cockpit“ (2200 Euro) ausgestattet, dann verwöhnt der Ingolstädter gleich mit drei fein aufgelösten Displays. Hinter dem Lenkrad verrichtet eine 12,3 Zoll große Anzeige ihren Dienst und zeigt die gewählten Inhalte gestochen scharf an. Als Mediendisplay in der Mittelkonsole kommt zudem ein 10,1 Zoll großer HD-Touchscreen zum Einsatz, der für unseren Geschmack aber einen Tick zu tief platziert ist.

Komplettiert wird das Duo im Testwagen von einem Head-up-Display (1400 Euro) sowie einer weiteren Anzeige im 8,6-Zoll-Format unterhalb des Mediadisplays. Dieses übernimmt im Normalfall die Klimasteuerung des A6 Avant. Der Fahrer kann einen Teil der Fläche aber auch nutzen, um Shortcuts von Radiosendern oder Kontakten abzulegen – und das sogar auf mehreren Ebenen. Bei Bedarf wird hier eine Qwertz-Tastatur eingeblendet, aber auch handschriftliche Buchstaben und ganze Wörter werden erkannt, was in der Praxis gut klappte.

Audi A6 Avant 2018 Infotainment

© Michael Peuckert

Je nach Ausstattung und Einbindung von Streamingdiensten über die „myAudi“-App ist die Medienauswahl sehr üppig.

Die Bedienung des Infotainmentsystems erfolgt über die Touchdisplays, Tasten am Lenkrad oder über die Sprachbedienung, die natürliche Sprache versteht und auch Fahrzeugfunktionen wie etwa die Temperaturregelung („Mir ist kalt!“) beherrscht. Für die Lautstärkeregelung steht neben den Tasten am Lenkrad zudem ein Drehregler auf dem Mitteltunnel parat.

Als Besonderheit bieten Media- und Klimadisplay ein haptisches Feedback beim Bedienen. Der Nutzer kann die Funktion auch abschalten oder als Tastenersatz konfigurieren. In letzterem Fall muss dann ein höherer Druck auf das Display ausgeübt werden, um Funktionen zu starten. Ein einfaches Berühren reicht nun nicht mehr.

Die Benutzeroberfläche ist top und lässt sich intuitiv steuern. Manche Funktionen stecken allerdings in tiefen Menüebenen. Im linken Seitenbereich gibt es eine Spalte mit fünf Funktionen, vier davon kann man mit seinen Favoriten bestücken und so besonders schnell anwählen. Auch die Reihenfolge der Menüpunkte lässt sich per Drag-and-drop festlegen.

Den Unterhaltungspart meisterte der Audi problemlos. Ausgestattet mit einem DAB+-Empfänger (430 Euro) beherrscht er alle Empfangsvarianten. Ein DVD-Laufwerk (120 Euro) sowie die Medienwiedergabe per USB oder WLAN sind ebenfalls dabei. Was fehlt sind direkt in das Infotainment-System eingebundene Streamingdienste.

Audi A6 Avant 2018 Navigation 1

© Michael Peuckert

Die Google-Earth-Navigation auf dem 12,3 Zoll großen Cockpit-Display präsentiert sich mehr als beeindruckend.

Navigation

In sämtlichen Navigations-Disziplinen verdient sich der A6 Avant Bestnoten und verwöhnt mit toller Darstellung, praktischen Live-Informationen und gelungener Routenführung.

​Beim Thema Navigation fährt der Audi große Geschütze auf. Es ist schon genial, sich vom großen Cockpit-Display mit Google-Earth-Ansicht durch den Verkehrsdschungel leiten zu lassen. Deutlich abgespeckter geht es natürlich bei der Head-up-Anzeige zu, die aber dafür sorgt, das der Blick des Fahrers nicht zwingend zu einem der Displays wandern muss.

Auch bei der restlichen optischen Routenführung bleiben keine Wünsche offen. So erhält der Fahrer eine Streckenübersicht mit alternativen Routen und es werden Spurempfehlungen, Autobahnausfahrten oder auch Kreuzungsdetails schön verständlich angezeigt. Als Besonderheit beherrscht der Audi sogar die spurgenaue Positionierung in größeren Städten. Das heißt, der Fahrer sieht auf dem Display, auf welcher Spur er gerade fährt, etwa auf der linken von vier. Dies ist in fremden Städten ein großer Vorteil. Hier helfen auch detaillierte 3-D-Ansichten von Gebäuden bei der Orientierung.​

Audi A6 Avant 2018 Navigation 2

© Michael Peuckert

Dank hochauflösendem Kartenmaterial, hier mit 3-D-Gebäuden, kann der A6 Avant Straßen und damit auch das Auto spurgenau darstellen.

Die Zieleingabe gelingt zu jeder Zeit problemlos per Sprache oder Touch und ist selbsterklärend. Da das Audi-System natürliche Sprache versteht, klappen auch Ansagen wie „Ich möchte zum Italiener“ oder „Parkhaus in der Nähe“ zuverlässig. Bei ersterer Anfrage erhält der Fahrer eine Auswahl präsentiert, die sogar mit Online-Yelp-Bewertungen aufgewertet ist, während bei Parkhäusern die Verfügbarkeit von Stellplätzen angezeigt wird. Bei den Live-Informationen vermissten wir lediglich „On-Street-Parking“, die Anzeige von Parkmöglichkeiten direkt an der Straße.

In der Praxis konnte die Navigation des A6 Avant auf ganzer Linie überzeugen. Während des 14-tägigen Testzeitraums gab sich der Ingolstädter keine Blöße und erzielte bei allen Testern Bestnoten für Routenberechnung und Zielführung. Die akustische Routenführung fand das richtige Maß an Informationen und nervte nie mit zu vielen Ansagen. Auch im Falle eines Staus wurde der Fahrer passend informiert und die Umfahrungen entsprachen größtenteils unserer Testreferenz Google Maps/Waze. Für ein Traumergebnis fehlten lediglich Extras wie etwa eine Augmented-Reality-Funktion, doch ein „sehr gut“ in dieser Disziplin kann sich sehen lassen.

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