Ausstattung, Verkaufsstart und Preis

Motorola One Vision mit 21:9-Display im Hands-on-Test

Motorola hat mit dem One Vision ein Mittelklasse-Smartphone für 300 Euro vorgestellt. Dafür bietet es eine 48-MP-Kamera, ein Display im 21:9-Format und Android One mit Update-Garantie.

Motorola One Vision

© connect

Das One Vision ist ein Android-One-Smartphone mit einem 6,3-Zoll LC-Display im 21-9-Format. Auf der Rückseite sitzt außerdem eine Dual-Kamera mit 48-Megapixel-Sensor. 300 Euro möchte Motorola für das Gerät haben.

Mit dem One Vision hat Motorola wieder einmal ein Mittelklasse-Smartphone auf den Markt gebracht, das zum Preis von 300 Euro ins digitale Regal gestellt wird. Neben einem Display im 21:9-Format, das ohne große Notch auskommt, bietet es eine Dual-Kamera mit 48-Megapixel-Sensor, einen starken Prozessor und erhält dank Android One garantiert regelmäßige Sicherheitspatches. 

Wir hatten das Smartphone bereits in der Hand, geben Ihnen einen ersten Eindruck und informieren Sie über Ausstattung und Verkaufsstart.

Frisches und handliches Design  

Motorola möchte mit dem One Vision eine junge Zielgruppe ansprechen, was sich auch bei der Farbgebung bemerkbar machen soll: Die Rückseite des Smartphones besteht aus Glas, das bei unserem Testgerät in einem blauen Farbverlauf schimmert. Als alternative Farbvariante ist auch Braun verfügbar. Mit seiner IP52-Zertifizierung ist das Gerät zudem vor Staub und Spritzwasser geschützt.

Gut zu erreichen ist der ebenfalls auf der Rückseite befindliche Fingerprintsensor, der seine Aufgabe fix und unkompliziert erledigt. Wer mag, richtet auch eine Gesichtserkennung ein. Der Rahmen ist ebenfalls in Blau gehalten und besteht aus Kunststoff, was der Haptik aber nicht abträglich ist. Allgemein ist die Verarbeitung Motorola-typisch sehr gut. Durch die zu den Seiten abgerundeten Kanten liegt das Smartphone außerdem sehr gut in der Hand, was aber auch an seinem Format liegt: Mit Abmessungen von 160 x 71 x 8,7 Millimetern ist das One Vison nämlich ungewöhnlich schmal für seine Größe. 

Motorola One Vision Rückseite

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Motorola bietet das One Vision in Blau und Braun an. Die Rückseite besteht dabei aus Glas.

Display im Kinoformat

Das LC-Display des One Vision hat eine Diagonale von 6,3 Zoll und löst mit 1.080 x 2.520 Pixeln in Full-HD-Plus auf. Wie bereits Sony beim Xperia 10 und 10 Plus setzt Motorola beim One Vision auf ein Displayformat von 21:9. Gerade Filmliebhaber dürften Gefallen an dem Formfaktor haben, mit dem man entsprechend aufgenommene Filme ohne schwarze Balken am oberen und unteren Rand genießen kann. Weitere Einstellungen bezüglich Filmgenuss wie einen HDR-Modus lässt das One Vision jedoch vermissen. Für einen optimalen Ton zum Bild ist allerdings Dolby Audio mit an Bord.

Der längliche Screen bringt auch leichte Vorteile beim Surfen oder schreiben von Mails. So passt zum Beispiel etwas mehr Text auf die Anzeige, der dann aber wiederum in einem kleineren Schriftgrad angezeigt wird. Multitasking mit zwei offenen Apps profitiert ebenfalls leicht vom langen Display. Im Split-Screen-Modus tippt man so zum Beispiel eine Mail, während man gleichzeitig einen Film weiterschauen kann. Da hören die Vorteile aber auch schon auf. 

Motorola One Vision Display

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Das Display des One Vision löst mit Full-HD-Plus auf, hat eine Diagonale von 6,3 Zoll und ein 21:9-Format.

Ungewöhnlich am Display ist auch die Punch-Hole-Kamera in der linken Ecke. Sie löst nativ mit 25 Megapixeln auf, bietet aber auch einen Quad-Pixel-Modus, bei dem vier Pixel zu einem zusammengerechnet werden. Dadurch ergibt sich dann eine Fotoauflösung von 6 Megapixeln. Gerade für Selfies in dunklen Umgebungen soll dies hilfreich sein. Wir können bestätigen, dass das Rauschen geringer ausfällt, aber der Detailreichtum nimmt durch die verringerte Auflösung ebenfalls ab.

Das Loch, das die Frontkamera im Display erzeugt, ist mit sieben Millimetern Durchmesser nicht ganz so unauffällig – gerade beim Videos schauen. Honor hat dies beim View 20 deutlich besser hinbekommen. Allerdings kostet das Smartphone auch etwas mehr.

Motorola One Vision Frontkamera

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Motorola verbaut die Frontkamera (25 Megapixel) im Display. Im Vergleich zu anderen Smartphones mit Punchhole wie dem Honor View 20 (hinten) gerät die Aussparung aber verhältnismäßig groß.

Hauptkamera bietet 48-Megapixel-Sensor

Kameras mit hoher Auflösung liegen neben mehreren Optiken aktuell im Trend. Motorola verbaut beim One Vision einen Sensor mit 48 Megapixeln, der optisch stabilisiert ist. Eine Blende von f/1.7 lässt außerdem genügend Licht auf die Sensorfläche. Die zweite Kamera löst mit 5 Megapixeln auf und sorgt nur für Tiefeninformationen.

Trotz der hohen Auflösung gibt das One Vision Fotos nur mit 12 Megapixel Auflösung aus. Dazu werden wie bei der Selfie-Kamera vier Pixel zu einem kombiniert, was zu einem schärferen und bei Nacht weniger rauschanfälligen Bild führen soll. 

Honor geht beim View 20 ebenfalls so vor und bietet auch einen Modus mit 12 Megapixeln an. Im Fotovergleich der beiden Geräte schafft es das View 20 dabei Details noch etwas besser zu erhalten. Genaueres wird aber der Test im connect-Labor zeigen. Für ein 300-Euro-Smartphone ist der Detailreichtum und die Bildqualität auf den ersten Blick dennoch gut.  

Die Kameraausstattung ist von künstlicher Intelligenz durchsetzt: So löst die Kamera erst dann aus, wenn alle Personen auf einem Bild lachen oder ändert die Komposition des Fotos im Nachgang so, dass es gerade und nach der Drittel-Regel ausgerichtet ist. Ein Nachtmodus für bessere Aufnahmen bei Dunkelheit ist auch an Bord.

Motorola One Vision Hauptkamera

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Zwar bietet der Sensor der Hauptkamera 48 Megapixel Auflösung, doch das One Vision fasst vier Pixel zu einem zusammen wodurch Fotos mit 12 Megapixeln entstehen.

Potente Ausstattung und Update-Garantie

Statt auf die Snapdragon-Plattform von Qualcomm zu setzen, verbaut Motorola den SoC Exynos 9609 von Samsung. Dessen Prozessor taktet mit 2,2 GHz und ist eine leicht abgeschwächte Variante des Exynos 9610, der in Samsungs Galaxy A50 verbaut wurde. Zu ihm gesellen sich 4 GB RAM und 128 GB Speicher. Die ersten Benchmark-Ergebnisse zeigen dabei, dass das System performanter ist, als Motorolas G7 Plus und vergleichbare Leistung bietet, wie ein deutlich teureres Samsung Galaxy A9

Die restliche Ausstattung ist ebenfalls auf hohem Niveau: So sind NFC, Bluetooth 5 und ac-WLAN mit an Bord. Außerdem kann man das Smartphone im Dual-SIM-Betrieb nutzen oder statt der zweiten SIM eine Mikro-SD-Karte zur Speichererweiterung einschieben. Die Energieversorgung übernimmt ein Akku mit 3.500 mAh Leistung, der mit beiliegendem 15-Watt-Netzteil schnell geladen wird. 

Softwareseitig ist die Benutzeroberfläche Motorola-typisch sehr nativ gehalten. Nur die Moto-App mit herstellereigenen Schnellzugriffen auf bestimmte Funktionen hat es auf das Smartphone geschafft. Der große Vorteil: Das One Vision ist im Android-One-Programm, wodurch man garantiert zwei große Android-Systemupdates erhält und sogar drei Jahre lang mit monatlichen Sicherheitspatches versorgt wird.  

Motorola One Vision Bronze

© Motorola

Neben Blau gibt es das One Vision auch in einem Bronze-Ton.

Fazit, Vorbestellung und Verkaufsstart

Das Motorola One Vision kann ab sofort für 300 Euro vorbestellt werden. Die ersten 500 Vorbesteller erhalten dabei mit den Vervebuds Motorolas Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer gratis dazu. Ausgeliefert wird das Smartphone dann Ende Mai.

Bei der Ausstattungsliste und unserem ersten Eindruck nach scheint das One Vision für den Preis ein spannendes Mittelklassegerät zu sein. Dabei hat es sogar das Potenzial, das Moto G7 Plus zu schlagen und zu Motorolas neuem Mittelklasse-König aufzusteigen. Gerade diejenigen, die mobil gerne Filme schauen und denen regelmäßige Sicherheitspatches sowie eine gute Performance wichtig sind, könnten hier fündig werden. Wir sind gespannt auf den connect-Test.

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