Smarter Kaffeevollautomat

Siemens EQ900 im Test

7.9.2022 von Hannes Rügheimer

Mit der Siemens EQ900 stellte der Hausgeräteanbieter zur IFA das neue Topmodell seiner vernetzten Kaffeevollautomaten vor. connect konnte diesen Vertreter der Kaffeemaschinen-Oberklasse bereits ausführlich testen.

ca. 3:25 Min
Testbericht
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Siemens EQ900 im Test
Kaffeemaschine für die Generation Smartphone: Die Bedienung über das große 6,8-Zoll-Display macht Spaß und liefert viele Infos. Für komfortable mechanische Bedienung fordert die EQ900 allerdings auch einiges an Raum links und rechts.
© Siemens

Pro

  • sehr großer Touchscreen, robustes Edelstahlgehäuse
  • Wi-Fi 5 (11ac), Dualband 2,4/5 GHz
  • viele App-Funktionen, umfangreiche Individualisierung möglich
  • Bedienung am Display oder via App
  • breite Auswahl an Kaffespezialitäten mit Hintergrundinformationen
  • praxisgerechte Einstellungen
  • zwei Bohnenbehälter für optimale Kaffeesorten, leise elektronisch einstellbare Mahlwerke

Contra

  • Füllmengen etwas eingeschränkt
  • mehr Individualisierung, z.B. bei Displayhintergründen wäre schön
  • sehr teuer

Fazit

connect-CHECK!-Urteil: sehr gut

Der UVP der EQ900 TQ907D03, des neuen Spitzenmodells unter den Kaffeevollautomaten der Marke Siemens, liegt bei stolzen 3099 Euro. Auch wenn die Preise zumindest bei den Vorgängermodellen im Onlinehandel rasch sanken, ist das eine Ansage. Deshalb wollten wir wissen, was das Topmodell unter den vernetzten Siemens-Kaffeeautomaten bietet.

Schon der Auftritt ist stattlich: Der 6,8 Zoll (Diagonale 17,3 cm) große Touchscreen vermittelt fast Smartphone-Feeling. Für die oberste Funktionsebene wie Einschalten, die Wahl von Comfort- oder Barista-Modus (dazu gleich mehr), Tassenanzahl, Reinigung, Einstellungen sowie eine mit einem Lieblingsgetränk belegbare Favoritentaste gibt es gut reagierende Softtouch-Tasten.

Die EQ900 will Platz um sich

Bei der Aufstellung hätte die Maschine gern ein wenig Bewegungsfreiheit um sich herum: Der mitgelieferte, bei Nichtgebrauch im Kühlschrank aufbewahrte Milchbehälter will links angedockt werden.

Für 33 Euro extra gibt es auch einen Adapter, mit dem sich Milchvarianten direkt aus dem Karton nutzen lassen – etwa wenn es unter den Nutzern unterschiedliche Präferenzen von Fettarm bis Hafermilch gibt.

Rechts klappt der Wasserbehälter aus – gelingt das nicht bis zum Anschlag, kippt er wieder zurück. Zudem wird hier etwa wöchentlich die Brühgruppe zur Reinigung entnommen. Jeweils rund 30 Zentimeter Abstand sind fast unverzichtbar.

Siemens EQ900 - Screenshot Display
Kaffeekultur digital: Zu den Spezialitäten liefert das Display auf Wunsch interessante Erläuterungen und Hintergrundinfos.
© connect

Zur Erstinbetriebnahme wählt der Nutzer am Touchscreen die gewünschte Sprache. Am besten meldet man das Gerät gleich in diesem Schritt auch im heimischen WLAN an. Dazu zeigt die EQ900 einen QR-Code, den die für iOS und Android verfügbare „Home Connect“-App scannt und sich so mit der Maschine verbindet. Das WLAN-Passwort tippt man bequem in der App ein.

Das Zusammenspiel aus App und Maschine läuft rund. Wurde in der EQ900 der Fernstartmodus aktiviert, lässt sich die Getränkewahl auch in der App erledigen. Einen Hinweis, vor „Start“ eine Tasse unter den Auslauf zu stellen, gibt es dabei allerdings nicht.

Top ist die Auswahl unterschiedlicher Kaffeevarianten, die neben dem Standardrepertoire auch internationale Spezialitäten wie Wiener Melange, Koffie verkeerd oder Café con leche anbietet. Auf dem Gerätedisplay lassen sich Erklärungen abrufen, was sich hinter der jeweiligen Sorte verbirgt.

Siemens EQ900 im Test - Screenshots App
(links) Volle Kontrolle: Auch per App lassen sich die Parameter jedes Getränks nach Geschmack einstellen. (rechts) Bohnen-Identität: Hinter „BeanIdent“ verbirgt sich eine Auswahl der Kaffeesorte in den Einstellungen.
© connect

Wer häufiger Gäste bewirtet, wird die App-Funktion „Coffee Playlist“ zu schätzen lernen. Sie sammelt Kaffeewünsche samt Namen der Besteller und arbeitet diese mit Menüunterstützung an der Maschine ab. Dazu können sich Gäste sogar mit der „Home Connect“-App auf ihrem eigenen Smartphone an einer für sie freigegebenen Maschine anmelden.

Ein wenig muss man sich aber der Nomenklatur des Herstellers unterwerfen: Der angebotene Espresso produziert mindestens 35 Milliliter, was klassische Espressotassen fast komplett füllt. Wer weniger Füllstand will, muss einen „Ristretto“ wählen. Ein „Milchkaffee“ mischt Kaffee mit heißer Milch – wer sie aufgeschäumt möchte, muss einen „Cappuccino“ bestellen. Der erlaubt aber höchstens 260 ml Füllmenge, was größere Kaffeebecher nur zu zwei Dritteln füllt. Vor allem bei den Mengen wäre es schön, wenn künftige Softwareupdates etwas mehr Flexibilität brächten.

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Komfort für digitale Baristas

Ein Highlight für Kaffeeliebhaber ist der „Barista“-Modus: Während im „Comfort“-Modus einige Einstellungen für Brühtemperatur, Extraktionsstärke, Mahlgrad der elektronisch verstellbaren Mahlwerke, Wassermenge oder das Mischungsverhältnis von Milch und Kaffee vorgegeben sind, lässt sich all dies im Barista-Modus individuell anpassen.

Ein Feature, das gut dazu passt, sind die beiden Bohnenbehälter: Von denen bestückt man sinnvollerweise einen mit einer starken Röstung für Espressi und den anderen mit einer milder gerösteten Bohnensorte für Caffè Crema und Co. In jeder Getränkeprogrammierung lässt sich festlegen, welcher Behälter genutzt werden soll.

Beide verfügen jeweils über ein eigenes, recht leises Mahlwerk, bei dem sich der Mahlgrad jeweils elektronisch einstellen lässt. Das bringt in der Praxis einiges. Die beworbene Bohnenerkennung erschöpft sich jedoch darin, in den Einstellungen den Röstgrad der Bohnen (oder den Typ der bei Siemens bestellten Kaffeeröstungen) anzugeben. Sensorik ist dabei nicht im Spiel.

Siemens EQ900 Testsiegel CHECK!
Der Kaffeevollautomat EQ900 von Siemens hat in unserem CHECK!-Test die Note "sehr gut" bekommen.
© connect

Bei der Vielzahl der pro Getränk möglichen Einstellungen macht es viel Sinn, dass sich die individuell komponierten Varianten unter Profilen für verschiedene Nutzer abspeichern lassen. Jeder von ihnen kann bis zu 30 Getränke speichern und den Displayhintergrund aus vorgegebenen Varianten auswählen – nett wäre hier vielleicht noch eine Upload-Option für eigene Bildvorlagen.

Wer die Vorgängermodelle kennt, wird einige Verbesserungen bemerken: Die Tropfschale ist immer noch nicht riesig, aber trotz kompakter Bauform gewachsen. Je nach Nutzungshäufigkeit lassen sich eine oder auch mehrere Leerungen pro Tag aber wohl nicht vermeiden.

Auch einem oft kritisierten Detail haben sich die Programmierer angenommen: Wer bei früheren EQ-Modellen den ersten Morgenkaffee aus dem Bett starten wollte, ärgerte sich darüber, dass nach dem Einschalten erstmal Spülwasser in die bereitgestellte Tasse floss. Dieses „Einschaltspülen“ lässt sich jetzt abschalten.

Insgesamt ist die EQ900 eine gelungene Weiterentwicklung ihres Vorgängers EQ.9. Wem sie zu teuer ist, der darf auf sinkende Online- bzw. Straßenpreise hoffen.

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