Heizungsregelung mit Smart-Home-Technik

Smarte Heizkörperthermostate im Test: Runter mit den Heizkosten

5.10.2022 von Hannes Rügheimer

Eine smarte Heizungssteuerung senkt den Energieverbrauch und damit die Kosten. Wir haben uns im Test neun smarte Heizventilregler angeschaut.

ca. 4:35 Min
Testbericht
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Runter mit den Heizkosten: smarte Heizkörperthermostate im Vergleichstest.
© AVM

Ob Öl, Gas oder Strom – die Entwicklung der Energiepreise und somit der Kosten fürs Heizen kennt derzeit nur eine Richtung: steil nach oben. Da liegt die Überlegung nahe, ob die Investition in eine Smart-Home-Heizungsregelung helfen kann, den Verbrauch zu senken und damit auch die Kosten im Griff zu behalten. Wir haben neun smarte Heizventilregler zum Vergleichstest beordert und geben Tipps zu den Möglichkeiten und Grenzen smarter Heizungsregelung.

Zum Marketing einschlägiger Anbieter zählen Versprechungen, „bis zu“ 30 Prozent Heizkosten einzusparen – oder auch noch mehr. Gerade wer angesichts erschreckender Heizkostenabrechnungen und in nie bekannte Höhen steigender Abschlagforderungen ins Schwitzen gerät, sollte solchen Zahlen dennoch mit einem gehörigen Maß an Skepsis begegnen. Denn die klare Antwort auf die Frage nach dem tatsächlichen Sparpotenzial lautet: Es kommt darauf an. Was sich mit dem Einsatz vernetzter statt konventioneller Heizungssteuerung tatsächlich sparen lässt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.

Der größte Hebel liegt nicht in der Vernetzung

Zunächst einmal gibt es bei der Beheizung einer Wohnung oder eines Hauses Eckpunkte, die sich durch eine smarte Steuerung nicht ändern lassen: Wie gut ist das Haus insgesamt gedämmt, wie modern sind Heizkessel und Pumpen, welche Art von Heizkörpern ist eingebaut, stimmt überall der Durchfluss, sind die Zu- und Ableitungen gegen unnötige Verluste isoliert? Wenn hier wesentliche Punkte im Argen liegen, können auch der cleverste Heizungs-Algorithmus und die besten Ventilregler nicht viel retten. Dann müssen Fachleute ran.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das eigene Nutzungsverhalten. Wer beim Lüften die Heizung aufgedreht lässt, profitiert selbstverständlich davon, wenn smarte Technik dieser Verschwendung einen Riegel vorschiebt – sprich: automatisch die Heizungsventile schließt. Zu diesem Zweck haben viele smarte Thermostate eine entsprechende Erkennung eingebaut. Ohnehin gilt im Energiesparwinter mehr denn je: Lüften sollte man nur kurz und stoßweise – nicht über längere Zeit etwa mit gekipptem Fenster.

Wetterdaten aus der Cloud

Durchaus sinnvoll ist die in einigen Systemen realisierte Cloud-Anbindung für Wetterdaten. Sie gibt nicht nur Auskunft über die erwartete Außentemperatur, sondern beispielsweise auch über Zeitpunkt und Intensität von Sonnenschein – der in Form der Einstrahlung durch Fensterscheiben einen ansehnlichen und vor allem kostenlosen Anteil an der Raumbeheizung beitragen kann.

Anwesenheitserkennung bietet praktische Vorteile

Entscheidend für die Effizienz einer Heizungssteuerung ist nicht zuletzt die Frage, wann die verschiedenen Bewohner anwesend sind. Verlassen alle zu irgendeinem Zeitpunkt Wohnung beziehungsweise Haus, macht es natürlich Sinn, dass die Steuerung die Raumtemperatur absenkt. Sinnvollerweise sollte sie diese dann aber auch mit dem nötigen Vorlauf (der je nach Heiztechnik und Raumgröße durchaus eine Stunde oder mehr betragen kann) rechtzeitig wieder hochfahren. Sind die Tagesabläufe der Bewohner relativ unregelmäßig (etwa weil Kinder zu täglich unterschiedlichen Zeiten aus der Schule kommen), kann es sich lohnen, eine Anwesenheitserkennung etwa durch Geofencing per Smartphone zu integrieren. Doch all das nutzt wenig, wenn dank Home-Office oder aus anderen Gründen ohnehin rund um die Uhr jemand zu Hause ist – und sich dort zumindest tagsüber auch in angenehm temperierten Räumen aufhalten möchte.

Grundsätzlich sinnvoll sind Wochenpläne, die beispielsweise unterschiedliche Heiz- und Nutzungszeiten an Werktagen und an Wochenenden berücksichtigen. Allerdings bringen auch schon viele Heizanlagen entsprechende Programmiermöglichkeiten mit. Und geradezu kontraproduktiv kann die Digitalisierung werden, wenn sich die am Brenner und in der Smart-Home-Steuerung eingestellten Temperaturkurven im ungünstigsten Fall widersprechen. Eine Urlaubsschaltung sollte es im Übrigen irgendwo in der Steuerungstechnik unbedingt geben. Ist eine oder mehrere Wochen lang niemand zu Hause, darf und soll sich dies natürlich auch in der Heizungssteuerung widerspiegeln.

Bessere Steuerung durch Smart-Home-Komponenten

Wohl die meisten Nutzer werden angesichts der Energiekostenkrise das naheliegende Sparmodell verfolgen, nur bestimmte Räume auf Wohlfühltemperatur zu bringen und andere nur zurückhaltend zu beheizen. Dabei helfen smarte Thermostate grundsätzlich auf zwei Weisen: Zum einen zeigen sie die Wunschtemperatur direkt an beziehungsweise ermöglichen es, diese pro Regler oder pro Raum per App, Web-Oberfläche oder gegebenenfalls auch vernetztem Raumthermostat vorzugeben. Dies ist in der Regel exakter als die früher oft übliche Steuerung nach Gefühl oder empfundener Raumtemperatur.

Zum anderen erlauben smarte Regler die gezielte Steuerung nach Zeitplänen, nach Räumen und gegebenenfalls unter Berücksichtigung anderer Informationen wie der An- oder Abwesenheit der Bewohner. Für beide Aspekte gilt: Temperaturvorgaben durch eine App oder einen bequem zu erreichenden Raumthermostat sind schlicht einfacher und somit auch konsequenter umsetzbar als durch Einstellen der gewünschten Temperatur beziehungsweise Heizleistung manuell an jedem einzelnen Heizventilregler.

Wie wichtig ist die Systemfrage?

Bei der Nachrüstung smarter Heizungsventile helfen darüber hinaus einige praktische Überlegungen. Sie beginnen schon mit der grundsätzlichen Wahl eines Smart-Home-Systems. Da ist es ein naheliegender Gedanke, Heizungsregler einzusetzen, die sich in gegebenenfalls bereits vorhandene smarte Installationen integrieren lassen.

Dennoch sollte man diese Frage nicht zu dogmatisch sehen. Wer bislang beispielsweise vor allem vernetzten Lichtkomfort, vernetzte Küchengeräte oder smarte Sicherheitstechnik einsetzt, dürfte dabei nur sehr bedingte Überschneidungen mit der Heiztechnik finden. Es ist weder sinnvoll, die Raumtemperatur mit der Heimkino-Beleuchtung zu koppeln, noch wird eine smarte Alarmanlage darauf setzen, dass ein von ihr erkannter Einbrecher bitteschön frieren möge.

Auf der anderen Seite: Da die meisten Smart-Home-Systeme eine Zentrale benötigen, spart es natürlich Anschaffungskosten, wenn die Heizungslösung keine eigene braucht, sondern von einer vorhandenen Anlage mit gesteuert wird. Außerdem bringt es Komfortvorteile, wenn Einstellungen und Bedienung über eine bereits gewohnte App erfolgen können.

Hinzu kommen gegebenenfalls noch Besonderheiten wie die Einbeziehung einer Photovoltaikanlage beispielsweise zur Beheizung und Steuerung des Warmwassers oder gar zum Zuheizen mit selbst produziertem Strom. Mit solchen Spezialitäten sind die meisten Smart-Home-Systeme allerdings noch überfordert – zumal es häufig an Schnittstellen zwischen Heizungstechnik und Smart-Home-Zentrale mangelt. Steuerung und Einstellung finden deshalb üblicherweise über die Bedienelemente des jeweiligen Photovoltaik- beziehungsweise Heizsystems statt.

Aktuell sehr hohe Nachfrage

Wer gerade zu Beginn der Heizperiode zeitnah auf eine smarte Steuerung seiner Heizkörper umsteigen will, wird derzeit jedoch nicht selten mit Lieferschwierigkeiten beziehungsweise stark erhöhter Nachfrage konfrontiert. Häufig liegen die Angebote von Online-Händlern deshalb um einiges über den UVPs der Hersteller – und die Frage, welche Produkte überhaupt verfügbar sind, kann bei der Auswahl zum entscheidenden Kriterium werden.

Doch die Investition kann sich durchaus lohnen. Stimmen die Rahmenbedingungen, kann Smart-Home-Technik dabei unterstützen, bewusster zu heizen und den Energieverbrauch im Rahmen des Möglichen zu reduzieren. Und dies wird in den nächsten Jahren praktisch unverzichtbar sein. Selbst wenn die aktuelle Energiekrise irgendwann überwunden sein sollte – die Notwendigkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels werden bleiben.

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