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Vodafone und Amazon Leo kooperieren

Satellitenanbindung für stärkeres Mobilfunknetz in Europa und Afrika

Vodafone will Mobilfunk-Standorte in Europa und Afrika künftig per Satellit anbinden. Gemeinsam mit Amazon Leo sollen vor allem abgelegene Regionen erschlossen werden. Erste Standorte sind ab 2026 geplant.

Vodafone Mobilfunk über SatellitAktion Overlay
Vodafone will über Satellitenanbindung das Mobilfunknetz in schwer erreichbaren Gebieten verbessern.
© Vodafone

Vodafone und Amazon Leo, das Satelliten-Breitbandnetzwerk von Amazon in niedriger Erdumlaufbahn (LEO), wollen 4G- und 5G-Mobilfunk-Standorte per Satellit an das Kernnetz anbinden. Die Technik soll dabei helfen, Regionen zu versorgen, in denen Glasfaser- oder Richtfunkanbindungen nur mit hohem Aufwan...

Vodafone und Amazon Leo, das Satelliten-Breitbandnetzwerk von Amazon in niedriger Erdumlaufbahn (LEO), wollen 4G- und 5G-Mobilfunk-Standorte per Satellit an das Kernnetz anbinden. Die Technik soll dabei helfen, Regionen zu versorgen, in denen Glasfaser- oder Richtfunkanbindungen nur mit hohem Aufwand realisierbar sind.

Im Fokus stehen nach Angaben von Vodafone vor allem Gebiete in Afrika. Aber auch in Deutschland und weiteren europäischen Ländern könnten Mobilfunk-Masten über den Satellitendienst angebunden werden. Die ersten Standorte sollen ab 2026 in Betrieb gehen – parallel zum weiteren Ausbau der Satellitenkonstellation von Amazon Leo.

Ansatz für schwer erreichbare Regionen

Üblicherweise werden Mobilfunk-Stationen über Glasfaser oder Richtfunk mit dem Kernnetz verbunden. In dünn besiedelten oder geografisch schwer zugänglichen Gebieten kann das mit hohen Kosten und langen Bauzeiten verbunden sein. Hier setzt der satellitengestützte Backhaul an: Die Datenübertragung erfolgt über Satelliten im All, wodurch lange terrestrische Strecken entfallen.

In Deutschland spielt diese Form der Anbindung bislang kaum eine Rolle, da die Netzinfrastruktur vielerorts gut ausgebaut ist. Vodafone sieht dennoch Potenzial, etwa um Funklöcher in Wäldern, Bergregionen oder abgelegenen Ortschaften zu schließen.

Mehr Resilienz für bestehende Netze

Neben der Flächenversorgung soll die Satelliten-Anbindung auch die Ausfallsicherheit erhöhen. Fällt beispielsweise eine Glasfaserverbindung durch Naturereignisse wie Überschwemmungen aus, könnte die Satellitenstrecke als Ersatz dienen. Laut Vodafone sollen so Notfall- und andere kritische Dienste weiterhin erreichbar bleiben.

Marc Hölzer, Bereichsleiter Netz-Entwicklung bei Vodafone Deutschland, verweist darauf, dass moderne LEO-Satelliten in rund 600 Kilometern Höhe kreisen und stabilere sowie leistungsfähigere Verbindungen ermöglichen sollen. Damit könnten auch größere Datenmengen zügig übertragen werden.

Amazon Leo mit bis zu 1 Gbit/s

Amazon Leo basiert auf einer Konstellation aus mehreren Tausend Satelliten. Nach Angaben des Unternehmens soll die Backhaul-Anbindung Datenraten von bis zu 1 Gbit/s im Download und 400 Mbit/s im Upload ermöglichen. Der Dienst richtet sich an Telekommunikationsanbieter, die ihre Netze flexibel erweitern wollen.

Derzeit befinden sich laut Amazon mehr als 200 Satelliten im Orbit, weitere seien fertiggestellt und für den Start vorbereitet. Ein Preview-Programm für Unternehmenskunden läuft seit November 2025. Mit wachsender Abdeckung und Kapazität ist ein schrittweiser Ausbau geplant.

Autor: Gabriele Fischl • 2.3.2026

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