Tag des Notrufs
Notruf 110: Automatische Standortübermittlung per AML kommt
Zum Tag des Notrufs am 11. Februar informiert Vodafone über Neuerungen bei der Notruf-Technologie. Die automatische Standortübermittlung AML soll künftig auch bei Anrufen an die 110 greifen. Zudem sinkt der Anteil unbeabsichtigter Notrufe deutlich.
Rund 30 Millionen Notrufe erreichen jährlich die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei in Deutschland. Dabei kommt bereits seit einiger Zeit die Technologie Advanced Mobile Location (AML) bei Anrufen an die 112 zum Einsatz. Sie übermittelt beim Absetzen eines Notrufs automatisch die Standortdaten ...
Rund 30 Millionen Notrufe erreichen jährlich die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei in Deutschland. Dabei kommt bereits seit einiger Zeit die Technologie Advanced Mobile Location (AML) bei Anrufen an die 112 zum Einsatz. Sie übermittelt beim Absetzen eines Notrufs automatisch die Standortdaten des Anrufers an die zuständige Rettungsleitstelle.
Vodafone zufolge ist AML bundesweit in den Mobilfunknetzen sowie in den Leitstellen implementiert. Ergänzend sollen digitale Einsatzsysteme die erfassten Daten dokumentieren und an Krankenhäuser weiterleiten, um eine durchgängige Versorgung zu unterstützen.
Standortübermittlung nun auch für die 110
Nach Angaben von Vodafone wird AML schrittweise auch für den Polizeiruf 110 eingeführt. Die technische Infrastruktur sei im Mobilfunknetz vorbereitet. Mindestens 13 Bundesländer – darunter Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen und Berlin – hätten die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen oder befänden sich im Probebetrieb.
Die automatische Standortübermittlung soll es der Polizei ermöglichen, schneller auf Notlagen wie Überfälle, Einbrüche oder Unfälle zu reagieren. Insbesondere in Situationen, in denen Anrufende ihren genauen Aufenthaltsort nicht nennen können, könne dies Zeit sparen.
Deutlich weniger unbeabsichtigte Notrufe
Ein weiteres Thema sind sogenannte Hosentaschen-Notrufe. Diese unbeabsichtigten Anrufe hatten laut Vodafone vor zwei Jahren zeitweise einen Anteil von bis zu 30 Prozent am gesamten Notrufaufkommen. Hintergrund seien unter anderem Software-Änderungen bei Smartphones gewesen, durch die Notruffunktionen leichter ausgelöst wurden.
Aktuell liege der Anteil nach Berechnungen des Unternehmens bei unter fünf Prozent. Als Gründe nennt Vodafone unter anderem System-Updates, häufiger aktivierte Displaysperren sowie Schutzhüllen, die Fehleingaben reduzieren sollen.
NG eCall startet im LTE- und 5G-Netz
Ende Januar 2026 haben Vodafone, Deutsche Telekom und O2 Telefónica das neue Auto-Notrufsystem NG eCall in ihren Netzen aktiviert. Die neue Generation des automatischen Notrufs nutzt das 4G-(LTE)-Netz und perspektivisch auch 5G.
Standort- und Fahrzeugdaten sollen dadurch schneller an Notrufzentralen übertragen werden. Zudem soll der Verbindungsaufbau zu den Insassen zügiger erfolgen. Perspektivisch könnten zusätzliche Daten übermittelt werden, etwa medizinische Informationen der Fahrzeuginsassen – sofern diese zustimmen. Auch die Übertragung von Kamerabildern aus dem Fahrzeug sei technisch denkbar.
Seit Januar 2026 ist NG eCall in Europa für neue Fahrzeugmodelle Voraussetzung für die Typzulassung. Ab Januar 2027 muss das System in allen Neufahrzeugen verbaut sein. Das bisherige eCall-System bleibt weiterhin aktiv. Beide Generationen laufen vorerst parallel und sind laut Vodafone im eigenen Netz umgesetzt.
