Mobilfunk aus dem All und der Wandel der Telefonie
150 Jahre Telefon: Vom Festnetz zum Allrounder
Vor 150 Jahren meldete Alexander Graham Bell sein Telefon zum Patent an. Seitdem hat sich die Telekommunikation vom kabelgebundenen Festnetz hin zu mobilen Datennetzen und Satellitenverbindungen entwickelt. Vodafone wirft zum Jubiläum einen Blick auf die Geschichte der Telefonie.
Vor 150 Jahren stellte Alexander Graham Bell das erste Telefon vor, ein Gerät, das die Kommunikation grundlegend veränderte. Diese Erfindung legte den Grundstein für die heutige Telekommunikation, die sich von Festnetz über Mobilfunk bis hin zu modernen Satellitennetzen entwickelt hat. Der Rück...
Vor 150 Jahren stellte Alexander Graham Bell das erste Telefon vor, ein Gerät, das die Kommunikation grundlegend veränderte. Diese Erfindung legte den Grundstein für die heutige Telekommunikation, die sich von Festnetz über Mobilfunk bis hin zu modernen Satellitennetzen entwickelt hat. Der Rückgang der klassischen Telefonie zugunsten von Datendiensten und neuen Technologien wie der Mobilfunkkommunikation über Satelliten zeigt den fortwährenden Wandel der Branche.
Der erste Anruf und seine Folgen
Am 14. Februar 1876 reichte der aus Schottland stammende Alexander Graham Bell Unterlagen für sein Telefon beim Patentamt ein. Das Gerät wandelte Schallwellen mithilfe elektromagnetischer Prinzipien in elektrische Signale um, die über Leitungen übertragen und am Ziel wieder hörbar gemacht wurden.
Historiker diskutieren bis heute, ob Bell tatsächlich als alleiniger Erfinder gelten kann. Zeitgleich arbeiteten auch andere Tüftler an ähnlichen Konzepten, darunter der Deutsche Johann Philipp Reis. Es folgten juristische Auseinandersetzungen um Patente, aus denen Bell letztlich als Rechteinhaber hervorging.
Vom Festnetz zum Massenmarkt
Ab den 1880er-Jahren entstand in Deutschland ein flächendeckendes Festnetz. Damit wurde Sprachkommunikation über größere Distanzen alltagstauglich.
In den 1990er-Jahren veränderte die Postreform den Markt grundlegend. Die Deutsche Bundespost wurde in eigenständige Unternehmen überführt, darunter die Deutsche Telekom. Mit der Marktöffnung traten neue Anbieter wie Vodafone auf.
Mobilfunk und Datendienste verdrängen klassische Telefonie
Mit dem Start digitaler Mobilfunkstandards wie GSM, später UMTS und LTE, verlagerte sich Kommunikation zunehmend ins Mobile. Heute bildet 5G die technische Grundlage für viele digitale Anwendungen. Parallel dazu schreitet der Ausbau von Glasfaseranschlüssen voran, während DSL-Anschlüsse perspektivisch an Bedeutung verlieren.
Gleichzeitig sinkt das klassische Gesprächsvolumen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden vor fünf Jahren noch rund 163 Milliarden abgehende Mobilfunkminuten in Deutschland gezählt. Drei Jahre später lag der Wert bei 145 Milliarden Minuten. Auch im Festnetz geht das Gesprächsaufkommen zurück: Für 2024 meldet die Behörde 57 Milliarden Gesprächsminuten.
Als Gründe gelten vor allem internetbasierte Dienste. Messenger wie WhatsApp oder Threema ermöglichen Sprach- und Videotelefonie sowie den Versand von Text-, Bild- und Sprachnachrichten. Die Alltagskommunikation verschiebt sich damit zunehmend in Richtung datenbasierter Anwendungen.
Satellitenfunk als nächste Ausbaustufe
150 Jahre nach den ersten Telefonexperimenten arbeiten mehrere Unternehmen an der direkten Anbindung handelsüblicher Smartphones an Satelliten. Anbieter wie Starlink, Amazon Kuiper und AST SpaceMobile, an dem Vodafone beteiligt ist, treiben entsprechende Projekte voran.
Marc Hölzer, Bereichsleiter Netz-Entwicklung bei Vodafone, ordnet die Entwicklung ein: „Mobilfunk über Satellit wird die bestehenden Netze ergänzen, sie aber nicht ersetzen.“ Nach Einschätzung des Unternehmens könnte Satellitenkommunikation vor allem in bislang schlecht versorgten Regionen zusätzliche Abdeckung schaffen.
Vom Sprachrohr zum Multifunktionsgerät
Das heutige Smartphone ist längst mehr als ein Telefon. Es dient als Kamera, Navigationsgerät, Streaming-Player und Zugang zu sozialen Netzwerken. Sprachkommunikation ist nur noch eine von vielen Funktionen.
Die Entwicklung zeigt, wie stark sich Telekommunikation seit 1876 verändert hat – von der kabelgebundenen Einzelverbindung hin zu global vernetzten, datengetriebenen Infrastrukturen.