Smartphone unter 300 Euro

Honor Play im Test: Gaming-Smartphone mit guter Kamera

Der Konsole für die Hosentasche verpasst Honor eigens ein Vibrations-Feedback, wie man es von einigen Controllern kennt. Aber das Honor Play macht auch sonst im Test eine gute Figur.

Honor Play im Test

© Honor

EUR 278,99

Pro

  • taktiles Feedback bei ausgesuchten Spielen
  • leistungsfähiges SoC
  • gute Kamera
  • hochauflösendes Full-View-Display
  • Dual-SIM
  • Silikon-Case im Lieferumfang

Contra

  • Monolautsprecher
  • taktiles Feedback ist entwicklerabhängig
  • 4 Gigabyte RAM
  • kein werksseitiger Display-Schutz

Fazit

connect Testurteil: gut (420 von 500 Punkten)
84,0%

Eines vorneweg: Smartphones mit taktilem Feedback bei Spielen sind per se nicht neu. Auch Sony verwendet beispielsweise bei den Xperia-Modellen XZ2 und XZ2 Premium wie auch im neuen Xperia XZ3 ein dynamisches Vibrationssystem. Der Unterschied zwischen Sony und Honor ist, dass die Algorithmen bei Sony für beliebige Spiele aktiviert werden können, während der Vibrationsmotor bei Honor durch die Entwickler angesprochen werden muss. Dadurch ist die Vibration einerseits gezielt einsetzbar, auf der anderen Seite bleibt das Highlight Spielen vorbehalten, die es aktiv unterstützen. Dynamisch heißt, dass die Stärke der Vibration variieren kann. Honor nennt hierfür beispielhaft eine Unterscheidung beim Rückschlag unterschiedlicher Waffen in dem First-Person-Shooter Player Unknown Battlegrounds (PUBG), dem ersten kompatiblen Spiel. Die Intensität variierte im Test allerdings nur bei Änderung der Lautstärke. Das Feedback an sich ist eine feine Sache, die den Spielspaß erhöht. Wer mit Ton, aber ohne Vibration spielen will, kann 4-D-Gaming über die herstellereigene Game Suite deaktivieren.

Gute Leistung für moderates Geld

Im Kampf ums Überleben bei PUBG oder für eine Testfahrt in dem Elektro-Renner von Lamborghini (neu in Asphalt 9: Terzo Millennio) braucht man ein starkes Herz. Aufseiten des Smartphones spielt in diesem Fall ein Kirin 970 mit Mali-G72 seine Stärke aus. Den einstigen Leistungsrückstand gegenüber Qualcomm und Samsung kompensiert Huawei mit dem sogenannten GPU-Turbo. Huawei schreibt ihm eine Verbesserung der Grafikleistung um 60 Prozent zu und lobt die damit einhergehende Erhöhung der Bildrate. Nicht zu Unrecht: In einer kleinen Testreihe legte das Honor Play mehrfach hintereinander bei 60 fps eine Stabilität von 100 Prozent an den Tag. Was die Leistung anbelangt, kommt die größte Konkurrenz derzeit wohl von Huawei selbst: Zur diesjährigen IFA stellte CEO Richard Yu mit dem Kirin 980 das jüngste Mitglied der Chip-Familie vor, das mit der prognostizierten Leistungssteigerung von 75 Prozent den Vorgänger in den Schatten stellen dürfte.

Lesetipp: Gaming-Smartphones im Vergleich

Der neue Chip, der seine Premiere in dem für Mitte Oktober erwarteten Huawei Mate 20 feiern wird, dürfte aber den Smartphones der Oberklasse vorbehalten sein, die preislich weit über den 329 respektive 349 Euro des Honor Play liegen wird. Zwei Preise heißt hier einmal nicht, dass es zwei unterschiedliche Speichervarianten gibt. Beide sind mit jeweils 64 Gigabyte erweiterbarem Datenspeicher und 4 Gigabyte RAM ausgestattet – was an sich nicht wenig, für ein Gaming-Smartphone aber die untere Grenze ist. Die Abweichungen betreffen Farbe und Beschaffenheit der Aluminiumgehäuse: Die Rückseite der 20 Euro teureren Honor Play Player Edition in Schwarz oder Rot ist mit einer Fräsung versehen, die an eine Leiterplatine erinnert und den Gaming-Charakter des Modells unterstreicht. Auf der Rückseite sitzt auch der Fingerprintscanner. 

Während er beim Honor 10 noch wertvollen Platz unten auf der Vorderseite verschlang, ist der Rand unter dem Display des Honor Play zwar nicht ganz verschwunden, aber schmaler. Honor platziert hier nun das Logo. Oben schließt das Display mit einer Notch, die man bei Huawei- und Honor-Smartphones auch deaktivieren kann. Alter-Play nativ lässt sich über die Einstellungen für jede App individuell festlegen, ob sie mit oder ohne Notch dargestellt werden soll. Das Display selbst löst bei einer Diagonalen von 6,3 Zoll mit 1080 x 2340 Pixeln auf, also mit Full-HD+. Ein werksseitig aufgebrachter Displayschutz fehlt. Für das Chassis liegt dagegen eine transparente Silikon-Hülle im Lieferkarton.

Honor Play im Test - Notch

© Honor / Screenshot & Montage: connect

(links) Eine Notch ist nicht jedermanns Sache und in einigen Apps hinderlich. Darum kann man sie bei Honor deaktivieren. (rechts) Cooles Feature sucht Mitspieler: PUBG ist das erste Game, das die Vibration unterstützt.

Gute Kamera

Das Ergebnis im connect-Test zeigt keine Ausreißer: Gute Noten gibt’s für Ausstattung und Handhabung, im Laufzeittest erzielte der 3750-mAh-Akku sogar ein sehr gutes Ergebnis. Auch die Messungen der Gesprächsakustik sowie der Sende- und Empfangseigenschaften fielen gut bis sehr gut aus. Hervorstechen konnte im Labor die gute Kamera, die auch Bilder im RAW-Format speichert. Zwar löst sie mit 16 Megapixeln schwächer auf als im Honor 10 und aktuellen Smartphones der Konzernmutter Huawei; die detaillierte Analyse der Aufnahmen im connect-Labor bescheinigt aber eine bessere Bildqualität als beispielsweise beim Honor 10, das mit 24 Megapixeln auflöst. Zudem ergänzt die NPU (Neural Processing Unit) des Kirin 970 intelligente Bildfunktionen und rechnet auch im Selfie-Modus ein weiches Bokeh hinter die erkannten Gesichter. 

Testsiegel connect gut

© WEKA Media Publishing GmbH

Fazit

Es gibt also nicht viel auszusetzen am Honor Play. Ins Gewicht fällt allenfalls der Monolautsprecher, der für die veränderten Nutzungsgewohnheiten vieler Smartphone-User nicht mehr zeitgemäß ist

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