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Effiziente Netzsteuerung durch KI und Cloud-Architektur

Energieeinsparung im 5G-Kernnetz der Deutschen Telekom

Die Deutsche Telekom hat ein neues Energiemanagement für ihr Mobilfunk-Kernnetz vorgestellt. In ersten Live-Tests soll der Energieverbrauch um bis zu 65 Prozent gesunken sein. Grundlage ist eine Kombination aus optimierter Hardware, Cloud-Architektur und softwarebasierter Steuerung.

Energieeffizienz im Telekom-Netz durch KI und Cloud-ArchitekturAktion Overlay
Die Deutsche Telekom hat ein neues Energiemanagement für ihr Kernnetz entwickelt, das den Energieverbrauch drastische senken soll.
© Deutsche Telekom, KI generiert

Die Deutsche Telekom will den Energiebedarf ihres Mobilfunk-Kernnetzes deutlich senken. In ersten Tests sollen unter Live-Bedingungen Einsparungen von bis zu 65 Prozent erzielt worden sein. Möglich macht das ein eigenes Energiemanagement, das Rechenleistung, Netzwerkkomponenten und Cloud-Ressourcen...

Die Deutsche Telekom will den Energiebedarf ihres Mobilfunk-Kernnetzes deutlich senken. In ersten Tests sollen unter Live-Bedingungen Einsparungen von bis zu 65 Prozent erzielt worden sein. Möglich macht das ein eigenes Energiemanagement, das Rechenleistung, Netzwerkkomponenten und Cloud-Ressourcen dynamisch an die tatsächliche Auslastung anpassen soll.

Nach Angaben der Telekom analysiert das 5G-Kernnetz kontinuierlich das Verkehrsaufkommen. Komponenten sollen nicht dauerhaft aktiv sein, sondern je nach Bedarf automatisch hoch- oder heruntergefahren werden. Künftig sollen KI-basierte Algorithmen Prognosen zum Datenverkehr erstellen und so abgeschaltete Ressourcen vorausschauend wieder aktivieren.

Zusammenarbeit mit Technologiepartnern

Für das Konzept arbeitet die Telekom mit mehreren Partnern zusammen. Lenovo liefert Server-Hardware, HPE stellt Netzwerk-Komponenten bereit. AMD steuert EPYC-Prozessoren und ergänzende Software bei. Mavenir bringt 5G-Software-Funktionen ein, die laut Telekom erstmals in dieser Form eingesetzt werden.

Das Nachhaltigkeitskonzept soll alle Ebenen der Infrastruktur einbeziehen – von Prozessoren und Servern über das Netzwerk bis hin zu Cloud- und 5G-Core-Funktionen.

Ganzheitlicher Ansatz im Technologie-Stack

Den Ansatz bezeichnet die Telekom als „Full Stack Energy Efficiency“. Anders als bei punktuellen Optimierungen einzelner Bauteile soll hier der gesamte Technologie-Stack betrachtet werden. Grundlage ist ein schichtenbasiertes Modell, das sämtliche Layer eines 5G-Services abbildet – von Hardware über Betriebssysteme und Cloud bis zum eigentlichen Netzdienst.

So soll nachvollziehbar werden, wie sich Software-Anpassungen auf die Auslastung der Hardware auswirken und umgekehrt. Energieeinsparungen könnten dadurch gezielt pro Ebene umgesetzt werden, ohne Abhängigkeiten zwischen den Komponenten zu vernachlässigen.

Horizontal-Telco-Cloud als Plattform

Eine zentrale Rolle spielt die neue Cloud-Architektur der Telekom, die unter dem Namen „Horizontal-Telco-Cloud“ firmiert. Sie ersetzt nach Angaben des Unternehmens zahlreiche Einzellösungen durch eine einheitliche Plattform für unterschiedliche Netzfunktionen. Diese sollen sich unabhängig voneinander einführen, skalieren und aktualisieren lassen.

Die Architektur basiert auf offenen Standards und Open-Source-Komponenten. Entwickelt wird sie gemeinsam mit Partnern wie Amdocs, HPE, Mavenir und Nokia. Die Telekom sieht darin eine Grundlage für einen stärker automatisierten und KI-gestützten Netzbetrieb.

Strategie „Zero Bits, Zero Watts“

Das Energiemanagement ist Teil einer übergeordneten Effizienzstrategie. Unter dem Leitgedanken „Zero Bits, Zero Watts“ verfolgt die Telekom das Ziel, Energieverbrauch und CO₂-Emissionen im Netzbetrieb zu reduzieren. Wenn keine Daten übertragen werden, soll der Energiebedarf möglichst gering sein.

Im Jahr 2025 war das Unternehmen nach eigenen Angaben im eigenen Betrieb klimaneutral. Weitere technische Details will die Telekom auf dem Mobile World Congress 2026 in Barcelona vorstellen.

Autor: Leif Bärler • 24.2.2026

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