So baut Xiaomi seine Smartphones
Zu Besuch in der Xiaomi-Fabrik in Peking: Wie viel Mensch steckt im Smartphone?
Wie automatisiert produziert Xiaomi seine Smartphones? Ein Blick in die Fabrik in Peking zeigt das Zusammenspiel von Robotern und Handarbeit.
Xiaomi produziert Millionen Smartphones pro Jahr – und setzt dabei zunehmend auf Automatisierung. Beim Besuch im Werk in Peking zeigt sich: Roboter übernehmen viele präzise Schritte, doch ganz ohne menschliche Arbeit geht es nicht. Gerade bei Qualitätskontrolle und sensiblen Montageschritten bl...
Xiaomi produziert Millionen Smartphones pro Jahr – und setzt dabei zunehmend auf Automatisierung. Beim Besuch im Werk in Peking zeigt sich: Roboter übernehmen viele präzise Schritte, doch ganz ohne menschliche Arbeit geht es nicht. Gerade bei Qualitätskontrolle und sensiblen Montageschritten bleiben Menschen unverzichtbar.
Bestückung und Lötprozesse: Maschinen dominieren
Im ersten Produktionsschritt entstehen die Hauptplatinen (Mainboards). Hochautomatisierte SMT-Linien (Surface Mount Technology) platzieren winzige Bauteile wie Speicherchips, Prozessoren oder Strommanagement-Module in Sekundenbruchteilen auf den Leiterplatten. Kamerasysteme kontrollieren die Positionierung, Lötöfen verbinden die Komponenten dauerhaft.
Diese Prozesse laufen weitgehend autonom. Roboterarme transportieren die Platinen zwischen den Stationen, Sensoren erkennen Fehler in Echtzeit. Der Vorteil: gleichbleibende Qualität bei hoher Geschwindigkeit – entscheidend bei Stückzahlen im Millionenbereich.
Montage: Präzision trifft Handarbeit
Sobald Display, Akku, Kameramodule und Gehäuse zusammengeführt werden, steigt der Anteil manueller Arbeit. Zwar gibt es auch hier halbautomatische Linien, doch das Einsetzen empfindlicher Komponenten oder das Verlegen von Kabeln erfordert Fingerspitzengefühl.
Mitarbeiter überwachen jeden Schritt, korrigieren Abweichungen und prüfen Passgenauigkeit. Besonders bei Premium-Modellen achtet Xiaomi auf saubere Spaltmaße und exakt ausgerichtete Module – Details, die sich maschinell schwer beurteilen lassen.
Qualitätskontrolle: Mehrstufige Tests
Vor dem Verpacken durchläuft jedes Smartphone mehrere Prüfstationen. Dazu gehören:
- Funktionstests für Display, Touch und Kameras
- Akkutests und Ladezyklen
- Funkprüfungen für WLAN, Bluetooth und Mobilfunk
- Sichtkontrollen auf Kratzer oder Verarbeitungsfehler
Ein Teil dieser Tests erfolgt automatisiert, etwa per Software-Diagnose. Andere Prüfungen – insbesondere optische Kontrollen – übernehmen geschulte Mitarbeiter. Sie erkennen Unregelmäßigkeiten, die Kamerasysteme nicht immer zuverlässig erfassen.
Einordnung: Industrie 4.0 mit menschlicher Kontrolle
Der Fabrikbesuch zeigt ein typisches Bild moderner Elektronikfertigung in China: hochautomatisierte Kernprozesse, ergänzt durch manuelle Feinabstimmung und Qualitätsprüfung. Vollständig menschenleere Fabriken sind im Smartphone-Segment derzeit die Ausnahme.
Für Nutzer bedeutet das: Hinter jedem Xiaomi-Smartphone steckt nicht nur Hightech, sondern auch Handarbeit. Die Balance zwischen Automatisierung und menschlicher Kontrolle entscheidet letztlich über Verarbeitungsqualität und Zuverlässigkeit im Alltag.
Weitere Einblicke in die Xiaomi-Fabrik in Peking sowie den Fertigungsprozess von Smartphones gewährt connect-Redakteur Lennart Holtkemper in seinem Reisebericht nach China: So baut Xiaomi dein Smartphone: Ein Fabrikbesuch in Peking

