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KI-gestützte Telefonie ohne Apps

MWC 2026: Telekom zeigt KI-Dienste und 6G-Vision

Die Deutsche Telekom stellt auf dem Mobile World Congress 2026 neue KI-gestützte Dienste und Netztechnologien vor. Im Fokus stehen ein sprachgesteuerter Anruf-Assistent aus dem Netz, Sicherheitslösungen für digitale Identitäten sowie Konzepte für 6G und das Quanteninternet. Der Konzern skizziert zudem, wie KI künftig Netze und Alltagsgeräte steuern soll.

Deutsche Telekom MWC 2026Aktion Overlay
Die Deutsche Telekom zeigt auf dem MWC 2026 neue KI-Dienste und Netztechnologien.
© Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom nutzt den Mobile World Congress 2026, um eine Reihe von KI-basierten Diensten und Technologien vorzustellen. Im Mittelpunkt steht die Integration von Künstlicher Intelligenz in alltägliche Kommunikationsmittel, die ohne zusätzliche Apps auskommt. Das soll digitale Interaktion...

Die Deutsche Telekom nutzt den Mobile World Congress 2026, um eine Reihe von KI-basierten Diensten und Technologien vorzustellen. Im Mittelpunkt steht die Integration von Künstlicher Intelligenz in alltägliche Kommunikationsmittel, die ohne zusätzliche Apps auskommt. Das soll digitale Interaktion vereinfachen und Sicherheitslösungen verbessern.

KI-Assistenz direkt im Telefonat

Im Zentrum des Messeauftritts steht der neue Dienst „Magenta AI Call Assistant“. Die KI soll während eines laufenden Telefonats per Sprachbefehl („Hey Magenta“) zugeschaltet werden können – ohne zusätzliche App oder spezielle Hardware. Gesprächspartner sollen informiert werden, sobald die Funktion aktiv ist. Ohne Aktivierung sollen keine Inhalte verarbeitet werden.

Zu den geplanten Funktionen zählen eine Live-Übersetzung, automatische Gesprächszusammenfassungen sowie die Beantwortung von Fragen in Echtzeit. Perspektivisch soll der Assistent auch Aktionen übernehmen, etwa Reservierungen tätigen oder Formulare ausfüllen. Die Deutsche Telekom hat den Dienst nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem KI-Unternehmen ElevenLabs entwickelt. Kundinnen und Kunden in Deutschland sollen ab diesem Jahr Zugang erhalten, mittelfristig ist die Unterstützung von bis zu 50 Sprachen vorgesehen.

KI-Brille als Konzeptstudie

Mit sogenannten AI Glasses zeigt die Telekom eine Studie für eine freihändige KI-Nutzung. Basis ist die RayNeo X3 Pro mit integriertem Dual-Display. Das System soll Objekte erkennen, Texte übersetzen und Informationen ins Sichtfeld einblenden können.

Nach Angaben des Unternehmens könnte die Brille als Assistenzsystem im Alltag dienen, etwa bei Installationen oder auf Reisen. Die Sprachsteuerung soll dabei das zentrale Bedienelement sein. Konkrete Angaben zu Marktstart oder Preis macht der Konzern nicht.

Smartphone als digitale Identität

Mit „Magenta Security Mobile.ID“ kündigt die Telekom eine Plattform an, die Smartphones per Bluetooth und NFC als digitalen Ausweis oder Schlüssel nutzbar machen soll. Das Gerät könnte damit physische Karten oder Zugangsschlüssel ersetzen.

Die Lösung wird derzeit unternehmensintern getestet, etwa für Zutrittskontrollen oder die Anmeldung an IT-Systemen. Zunächst soll der Dienst auf ausgewählten Samsung-Geräten laufen, ein Marktstart für Geschäftskunden in Europa ist laut Telekom noch für 2026 geplant.

KI-Agenten für Netz und Sicherheit

Unter dem Namen MINDR präsentiert die Telekom ein Multi-Agenten-System zur Netzoptimierung. In Kooperation mit Google Cloud sollen spezialisierte KI-Modelle – unter anderem auf Basis von Google Gemini – Netzdaten analysieren, Anomalien erkennen und bei Bedarf automatisch Gegenmaßnahmen einleiten. Erste Einsätze sind nach Unternehmensangaben noch in diesem Jahr vorgesehen.

Ergänzend zeigt der Konzern Sicherheitskonzepte für digitale Identitäten von Menschen und KI-Systemen. Damit sollen unter anderem Deepfake- oder Identitätstäuschungen in automatisierten Prozessen erkannt werden.

Souveräne Cloud-Infrastrukturen

Auf dem MWC thematisiert die Telekom zudem ihre Cloud-Strategie für Europa. Dazu zählt die kürzlich gestartete Industrial AI Cloud in Zusammenarbeit mit NVIDIA in München. Sie soll Unternehmen eine leistungsfähige KI-Infrastruktur unter europäischer Datenhoheit bieten.

Mit einer neuen „Business Cloud“ adressiert die Telekom kleine und mittlere Unternehmen sowie Großkunden aus dem öffentlichen und privaten Sektor. Ergänzend wird das „European Edge Continuum“ vorgestellt, eine länderübergreifende Edge-Cloud-Infrastruktur für vernetzte Anwendungen.

6G und Quantenkommunikation

Gemeinsam mit T-Mobile US baut die Telekom einen transatlantischen 6G Innovation Hub auf. Ziel ist es, Forschung und Prototypen für den kommenden Mobilfunkstandard zu bündeln. 6G soll laut Unternehmen als KI-natives System konzipiert werden und Anwendungen wie autonome Netze oder präzises Positioning unterstützen.

Im Bereich Glasfaser demonstrieren die T-Labs zusammen mit Qunnect eine Quantenteleportation über 30 Kilometer bestehender Infrastruktur. Dabei seien Quanteninformationen parallel zum regulären Datenverkehr übertragen worden. Das Experiment gilt als Schritt in Richtung eines künftigen Quanteninternets.

Autor: Gabriele Fischl • 2.3.2026

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