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EU-Forschungsprojekt SPINE

O2 Telefónica plant KI-fähige Mobilfunknetze

O2 Telefónica bewirbt sich um EU-Förderung für die Weiterentwicklung von Mobilfunknetzen für KI-Anwendungen. Gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie soll eine souveräne, leistungsfähige Netzarchitektur entstehen.

AI Smartphone
Mit dem Projekt SPINE will O2 Telefónica die Mobilfunknetze fit machen für KI-Anwendungen.
© Tex vector - stock.adobe.com

Der Telekommunikationsanbieter O2 Telefónica bewirbt sich gemeinsam mit einem deutschen Forschungs- und Wirtschaftskonsortium um Mittel aus einem europäischen Förderprogramm. Ziel des Vorhabens mit dem Namen „Sovereign Platform for Intelligent Network Evolution“ (SPINE) ist es, Mobilfunknetze...

Der Telekommunikationsanbieter O2 Telefónica bewirbt sich gemeinsam mit einem deutschen Forschungs- und Wirtschaftskonsortium um Mittel aus einem europäischen Förderprogramm. Ziel des Vorhabens mit dem Namen „Sovereign Platform for Intelligent Network Evolution“ (SPINE) ist es, Mobilfunknetze so weiterzuentwickeln, dass sie künftige KI-Anwendungen zuverlässig unterstützen können. Das geplante Projektvolumen wird derzeit mit rund 43 Millionen Euro angegeben.

Mobilfunknetze sollen dabei als technische Grundlage für datenintensive Dienste dienen, etwa in der vernetzten Mobilität, in industriellen Anwendungen oder in der Telemedizin. O2 Telefónica übernimmt nach eigenen Angaben die Leitung des Konsortiums.

Einbettung in europäisches Förderinstrument

SPINE ist als Projektvorschlag für das Förderinstrument IPCEI AI („Important Project of Common European Interest – Artificial Intelligence“) der Europäischen Kommission vorgesehen. Dieses Programm richtet sich an Vorhaben, die aufgrund ihres Umfangs oder ihrer strategischen Bedeutung nicht von einzelnen Unternehmen oder Staaten umgesetzt werden können. Nach Angaben der Beteiligten soll damit die digitale Souveränität Europas gestärkt werden.

Forschung und Industrie als Partner

Zum Konsortium unter Führung von O2 Telefónica zählen mehrere Forschungseinrichtungen, darunter Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer HHI, Fraunhofer IIS sowie die Technische Universität Darmstadt. Letztere steht nach Angaben der Beteiligten im Austausch mit der Technischen Universität Delft in den Niederlanden.

Auf Industrieseite beteiligen sich unter anderem Nokia, Capgemini, Sopra Steria und LTIMindtree. Ergänzt wird das Konsortium durch die Start-ups AiVader und Highstreet Technologies. Die Partner wollen an der Schnittstelle von Mobilfunk, Künstlicher Intelligenz und Netzbetrieb zusammenarbeiten.

Anforderungen künftiger KI-Anwendungen

Nach Angaben der Projektbeteiligten stellen KI-Anwendungen der nächsten Generation neue Anforderungen an Mobilfunknetze. Dazu sollen unter anderem höhere Datenraten, geringere Latenzen sowie ein stärker automatisierter Netzbetrieb zählen. Gleichzeitig wachse der Bedarf an Energieeffizienz, Resilienz und Datenschutz.

SPINE sieht vor, Mobilfunknetze entlang ihres gesamten Lebenszyklus weiterzuentwickeln. Geplant sind Analysen zukünftiger Anforderungen, die Ableitung technischer Referenzparameter sowie der Einsatz KI-gestützter Verfahren für Planung, Orchestrierung und Betrieb der Netze.

Erfahrungen aus bestehenden Projekten

Telefónica bringt nach eigenen Angaben Erfahrungen aus laufenden Infrastrukturprojekten ein. In Spanien arbeitet das Unternehmen im Rahmen eines IPCEI-CIS-Vorhabens am Aufbau einer landesweiten Edge-Computing-Infrastruktur. Dort seien bereits mehrere Edge-Knoten in Betrieb, die in den kommenden Jahren erweitert werden sollen. Ziel sei es, Anwendungen mit geringer Latenz zu ermöglichen und die Datenhoheit zu stärken.

Autor: Leif Bärler • 6.2.2026

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