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Sammelklage gegen Meta

Vorwürfe gegen WhatsApp: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mehr Schein als Sein?

Eine Sammelklage gegen WhatsApp sorgt aktuell für Aufruhr: Ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mehr Schein als Sein? Das steckt hinter den Vorwürfen.

Whatsapp-Logo in einer Sprechblase
Eine Sammelklage in den USA wirft Fragen zur Sicherheit von WhatsApp auf.
© Coosh448/stock.adobe.com

Meta sieht sich in den USA aktuell mit einer Sammelklage konfrontiert, die die Sicherheit von WhatsApp infrage stellt. Die Kläger behaupten, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Messengers sei nur eingeschränkt wirksam und ermögliche dem Konzern Zugriff auf private Nachrichten.Eingereicht wurde ...

Meta sieht sich in den USA aktuell mit einer Sammelklage konfrontiert, die die Sicherheit von WhatsApp infrage stellt. Die Kläger behaupten, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Messengers sei nur eingeschränkt wirksam und ermögliche dem Konzern Zugriff auf private Nachrichten.

Eingereicht wurde die Klage Ende Januar 2026 vor einem Bundesgericht in San Francisco. Vertreten werden die Kläger von der Kanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan. Grundlage der Klage sind Aussagen von Whistleblowern, nach denen Meta-Mitarbeiter über interne Prozesse angeblich auf eigentlich geschützte Chats zugreifen können.

Zweifel an der Umsetzbarkeit

Sicherheitsexperten zweifeln jedoch an dem Wahrheitsgehalt der Anschuldigungen. Aus der Klageschrift geht hervor, dass Ingenieure angeblich lediglich ein internes Ticket erstellen müssten, um Inhalte einzusehen. Fachleute halten dieses Szenario für schwer realisierbar.

Der Kryptografie-Experte Matthew Green von der Johns Hopkins University äußert in einem Blogbeitrag Zweifel an der technischen Machbarkeit. Eine solche Zugriffsmöglichkeit würde seiner Einschätzung nach tiefgreifende Änderungen an der WhatsApp-Clientsoftware erfordern. Diese hätten bei unabhängigen Analysen der App auffallen müssen.

Zudem weisen Experten darauf hin, dass ein Abfluss von Schlüsseln oder Klartextdaten im Netzwerkverkehr Spuren hinterlassen würde. Auch das wirtschaftliche Risiko für Meta gilt als erheblich, da ein nachgewiesener Zugriff auf verschlüsselte Chats das Vertrauen vieler Nutzer untergraben würde.

Rolle der NSO Group

Auffällig ist, dass die klagende Kanzlei auch die NSO Group vertritt, den Anbieter der Spionagesoftware Pegasus. Das Unternehmen befindet sich seit Längerem in einem Rechtsstreit mit Meta und wurde kürzlich zu einer hohen Schadensersatzzahlung verurteilt. Medienberichten zufolge stuft Meta selbst die neue Klage als Ablenkungsmanöver ein. Auch US-Behörden derzeit keinen Anlass für Ermittlungen.

Wie sicher ist WhatsApp?

Im Gegensatz zu Signal veröffentlicht Meta den vollständigen Quellcode von WhatsApp nicht. Vollständige externe Sicherheitsprüfungen sind daher nicht möglich. Nach aktuellem Stand gelten die Vorwürfe jedoch als nicht belegt, da bislang keine technischen Nachweise für eine Hintertür vorliegen. WhatsApp wird unter Beachtung der DSGVO demnach weiterhin als sicher eingestuft.

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Autor: Leif Bärler • 4.2.2026

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