Huawei Mate X7 im Test: Beste Foldable-Kamera auf dem Markt
Mehr zum Thema: HuaweiDas Huawei Mate X7 ist ein Premium-Foldable mit starker Kamera und hochwertiger Verarbeitung. Lohnt sich der Kauf ohne 5G und Google?
Huawei war zusammen mit Samsung Vorreiter im Foldable-Segment. Mit dem neuen Mate X7 setzt Huawei weniger auf radikale Neuerungen, sondern auf gezielte Verbesserungen bei Haltbarkeit, Akkulaufzeit, Kamera und Alltagstauglichkeit. Wie gut das Mate X7 im Vergleich zu der Konkurrenz wie dem Galaxy Fold...
Huawei war zusammen mit Samsung Vorreiter im Foldable-Segment. Mit dem neuen Mate X7 setzt Huawei weniger auf radikale Neuerungen, sondern auf gezielte Verbesserungen bei Haltbarkeit, Akkulaufzeit, Kamera und Alltagstauglichkeit.
Wie gut das Mate X7 im Vergleich zu der Konkurrenz wie dem Galaxy Fold 7 oder Honor Magic V5 abschneidet und für wen sich der Kauf lohnt, klärt unser Test.
Aktuelle Foldables im Preisvergleich
Huawei ruft für das Mate X7 einen Preis von 2.099 Euro auf, wofür es 512 GB Speicher gibt. Konkurrenz gibt es auf dem deutschen Markt von folgenden Geräten mit 512 GB Speicher:
- Honor Magic V5: 1.999 Euro (UVP), 1.500 Euro (Marktpreis)
- Samsung Galaxy Fold 7: 1.999 Euro (UVP), 1.550 Euro (Marktpreis)
- Google Pixel 10 Pro Fold: 2.029 Euro (UVP), 1.630 Euro (Marktpreis)
Aktuell ist das Mate X7 also noch das teuerste Foldable, wurde aber auch erst vorgestellt.
Hochwertiges Design und erstklassige Verarbeitung
Huawei bleibt sich beim Mate X7 treu und liefert wieder eine erstklassige Verarbeitung ab. Das Foldable hat eine strukturierte, lederähnliche Rückseite, die bei unserem Testgerät in Schwarz gehalten ist. Wer es knalliger möchte, kann auch zu einer dunkelroten Version greifen. Damit ist nicht nur die Optik sehr hochwertig, die Oberfläche sorgt auch für einen guten und griffigen Halt und weniger Fingerabdrücke im Alltag. Eingefasst wird alles mit einem polierten Metallrahmen, der dem Mate X7 einen stabilen Eindruck verleiht.
Neu gestaltet wurde das Kameramodul auf der Rückseite, das Huawei als „Time-Space Gate“ bezeichnet. Es hebt sich durch eine breite Metalleinfassung klar vom Vorgänger ab, wodurch die Kamera sehr präsent wirkt.
Wenn wir uns die Abmessungen der drei aktuellsten Top-Foldables von Samsung, Honor und Huawei anschauen, fällt auf, dass das Mate X7 das breiteste, dickste und schwerste Foldable im Vergleich ist. Zugeklappt ist es 9,5 Millimeter dick, aufgeklappt kommt es auf 4,5 Millimeter. Samsung und Honor sind mit 8,9 bzw. 8,8 Millimetern und 4,2 Millimetern etwas dünner. Im direkten Hand-zu-Hand-Vergleich merkt man bei den Abmessungen keinen Unterschied. Das etwas höhere Gewicht fällt auf, dies wird man als Nutzer aber nicht negativ bemerken.
Größenvergleich: Galaxy Fold 7 vs. Magic V5 vs. Mate X7
| Modell | Zugeklappt (H x B x T) | Aufgeklappt (H x B x T) | Gewicht |
|---|---|---|---|
| Samsung Galaxy Z Fold 7 | 158,4 x 72,8 x 8,9 mm | 158,4 x 143,2 x 4,2 mm | ca. 215 g |
| Honor Magic V5 | 156,8 x 74,3 x 8,8 mm (oder 9,0 mm*) | 156,8 x 145,9 x 4,1 mm (oder 4,2 mm*) | ca. 217 g oder 222 g |
| Huawei Mate X7 | 156,8 x 73,8 x 9,5 mm | 156,8 x 144,2 x 4,5 mm | ca. 236 g |
Stark ist, dass Huawei den Schutzfaktor gegenüber Staub und Wasser verbessert hat. So bietet das Mate X7 nun einen IP59-Schutz. Es ist also wasserdicht und gegen Staub in schädlichen Mengen verriegelt. Damit ist es robuster als das Fold 7 (IP48) und ebenso robust wie das Magic V5.
Hinzu kommen verstärkte Materialien, ein überarbeitetes Scharnier und widerstandsfähiges Schutzglas.
Zwei starke OLED-Displays für jede Nutzungssituation
Am Display-Setup hat sich beim Mate X7 wenig getan: Außen kommt ein 6,5-Zoll-OLED mit hoher 120-Hertz-Bildwiederholrate zum Einsatz. Dank LTPO-Technologie kann es die Bildwiederholrate zwischen 1 und 120 Hz je nach Inhalt anpassen. Helligkeit, Schärfe und Farbdarstellung bewegen sich auf sehr hohem Niveau, sodass Inhalte auch bei schwierigen Lichtverhältnissen gut ablesbar bleiben. Huawei gibt hier maximal 3.000 Nits Spitzenhelligkeit an. Draußen konnte ich Inhalte jedenfalls immer sehr gut ablesen.
Im aufgeklappten Zustand offenbart das Mate X7 sein großes, nahezu quadratisches Innendisplay. Das OLED-Panel bietet üppige 8 Zoll und ebenfalls eine adaptive Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz. Auch hier gibt es satte Farben, starke Kontraste und eine hohe Detaildarstellung. Mit 2.000 Nits ist die Leuchtkraft etwas geringer, garantiert aber dennoch eine sehr gute Ablesbarkeit. Der Falz in der Displaymitte ist übrigens wie beim Honor V5 weniger prominent als beim Samsung Galaxy Fold 7, störte im Alltag aber sowohl visuell als auch haptisch nicht.
Besonders im Multitasking-Betrieb spielt das große Display seine Vorteile aus. Mehrere Apps nebeneinander, frei schwebende Fenster oder produktive Workflows lassen sich deutlich komfortabler umsetzen als auf klassischen Smartphones. Und das Mate X7 ist auch beim Medienkonsum zu Hause.
Huawei Mate X7 mit bester Foldable-Kamera
Huawei zählt seit Jahren zu den stärksten Herstellern beim Thema Kameraqualität. Und auch im Foldable-Segment macht das Mate X7 hier keine Ausnahme. Huawei verbaut dabei drei hochauflösende Kameras:
- Ultraweitwinkel: 40 MP; f/2.2 120-Grad-Sichtfeld
- Hauptkamera: 50 MP; f/1.5-f/4.0, OIS
- Tele-Kamera: 50 MP; f/2.2; 3,5-facher optischer Zoom
Besonders ist die Hauptkamera, die eine variable Blende bietet. Zudem ist die Offenblende mit f/1.5 sehr groß und kann mehr Licht auf den Sensor lassen, als bei anderen Foldables und sogar Top-Smartphones. Obendrein ist auch das Tele besonders lichtstark für ein Foldable. Seine Blende ist mit f/2.2 größer als beim Magic V5 (f/2.5) oder dem Galaxy Fold 7 (f/2.4). Beides spielt das Mate X7 vor allem bei Dunkelheit aus.
Doch wie sieht es bei der ganzen Technik mit der Fotoqualität aus? Dafür haben wir das Mate X7 durch unser Foto-Testlabor geschleust und jede Kamera bei zwei Lichtbedingungen gemessen. Die Ergebnisse sind hervorragend.
So bietet das Mate X7 beim Ultraweitwinkel die beste Fotoqualität im Segment und generell eine der besten Fotoqualitäten bei Dunkelheit bei dieser Objektivkategorie.
Die Hauptkamera sticht noch weiter heraus. Sie schneidet insgesamt besser ab als die Foldable-Konkurrenz und hebt sich vor allem durch ihre herausragende Qualität bei wenig Licht hervor: Aktuell knipst kein anderes Foldable oder Top-Smartphone bessere Bilder bei Nacht als das Mate X7.
Weiter geht's mit der Tele-Einheit. Auch hier lässt Huaweis Foldable das Honor- und Samsung-Fold hinter sich. Die 10-MP-Einheit des Fold 7 kann nichts gegen den höheren Detailgrad des Mate X7 ausrichten und schneidet auch bei Dunkelheit schlechter ab. Das Magic V5 liefert bei viel Licht ähnlich gute Fotos, kann jedoch bei wenig Licht nicht mithalten.
Somit überrascht es wenig, dass das Mate X7 aktuell die beste Foldable-Kameraqualität bietet und sich auch sonst nicht vor der Fotoqualität regulärer Top-Smartphones verstecken muss, von denen einige sogar schlechter abschneiden als das Mate X7. Hut ab!
Eine weitere Besonderheit sind die RYYB-Sensoren, die Farben so realitätsnah wie möglich aufnehmen sollen. Auch das gelingt dem Mate X7, das durch natürliche Farben überzeugt.
Kameratest im Vergleich: Mate X7 vs. Magic V5 vs. Fold 7
| Messung | Huawei Mate X7 | Honor Magic V5 | Samsung Galaxy Z Fold 7 |
|---|---|---|---|
| Ultraweitwinkel | 91 (sehr gut) | 91 (sehr gut) | 76 (gut) |
| Weitwinkel | 109 (überragend) | 99 (überragend) | 98 (überragend) |
| Langes Tele | 100 (überragend) | 96 (überragend) | 79 (gut) |
| QB Gesamt | 102 überragend | 96 überragend | 89 sehr gut |
Hardware und Performance im Alltag
Im Inneren des Huawei Mate X7 arbeitet Huaweis eigener Kirin-9030-Chip. In synthetischen Benchmarks kann dieser nicht ganz mit den aktuell stärksten Prozessoren anderer Hersteller mithalten. Der Snapdragon 8 Elite, der im Magic V5 und Fold 7 steckt, ist deutlich potenter. Sowohl bei der Rechen- und KI-Leistung als auch bei der Grafik-Power.
Im Alltag macht sich das jedoch kaum bemerkbar. Huaweis HarmonyOS-System reagiert schnell, Apps starten ohne Verzögerung und auch intensives Multitasking meistert das Gerät souverän.
Unterstützt wird der Prozessor von sehr großzügigen 16 GB Arbeitsspeicher sowie schnellem internem Speicher, wodurch auch komplexere Nutzungsszenarien problemlos möglich sind. Spiele laufen flüssig, wenngleich das Mate X7 primär auf Effizienz und Stabilität ausgelegt ist und weniger auf maximale Gaming-Leistung.
Insgesamt präsentiert sich die Performance ausgewogen und absolut alltagstauglich, gerade für alle Nutzer, die das große Display produktiv einsetzen möchten. Mit Blick auf die Zukunft hat man aber etwas weniger Leistungsreserven als bei der Konkurrenz.
Foldables im Benchmarkvergleich
| Benchmark | Galaxy Fold 7 | Magic V5 | Mate X7 |
|---|---|---|---|
| Antutu Benchmark | 2.090.205 | 2.30.5073 | 1.840.108 |
| Geekbench Single-Core | 2.380 | 2.978 | 1.282 |
| Geekbench Multi-Core | 9.230 | 8.676 | 5.227 |
| 3D Mark Wild Life Extreme | 6.001 | 6.255 | 3.220 |
| Geekbench AI (NPU Single Precision) | 577 | 688 | 341 |
Connectivity nicht ganz up to date
Durch die US-Sanktionen bietet das Mate X7 weiterhin nur eine 4G-Konnektivität, auf 5G muss man also verzichten. Dual-SIM ist per Nano- und eSIM möglich.
Aktuell sind Bluetooth 6 mit LDAC-Codec und ein schneller USB-3.1-Port. Das Foldable bietet zwar Wi-Fi 7, allerdings fehlt ihm das neue 6-GHz-Band, wodurch nicht das ganze Potenzial des neuen Standards genutzt werden kann.
Flüssige Software mit bekannten Einschränkungen
Softwareseitig läuft das Mate X7 mit EMUI 15, das auf Android basiert, jedoch ohne vorinstallierte Google-Dienste auskommen muss. Die Benutzeroberfläche ist modern und hervorragend auf das große Display abgestimmt. Funktionen wie Split-Screen mit mehreren Apps, schwebende Fenster und Drag-and-Drop machen das Arbeiten auf dem Foldable intuitiv und effizient. Samsung und Honor bieten allerdings noch weitaus mehr Funktionen rund um Multitasking auf dem großen Display. Die viele von Huawei vorinstallierte Bloatware schmälert zudem die Premium-Attitüde des Mate X7 ein wenig.
Der Verzicht auf Google-Dienste bleibt weiterhin ein Kritikpunkt bei der Software. Google-Apps und -Funktionen kann man über alternative Wege wie den Aurora-App-Store und microG nutzen. Die Installation funktioniert dabei recht einfach. Allerdings ist diese Nutzung nicht immer ganz nahtlos und Dienste wie Google Pay bleiben Käufern weiterhin verwehrt.
Großer Akku und schnelles Laden
Huawei stattet das Mate X7 mit einem großen 5.300-mAh-Akku aus, dem zweitgrößten im Foldable-Bereich. Nur das Magic V5 hat mit 5.820 mAh mehr Kapazität. In der Praxis kommt man problemlos durch einen langen Nutzungstag mit häufig genutztem Innendisplay, Multitasking und Medienkonsum. Wer für viele Aufgaben das Außendisplay verwendet, kommt auch noch länger ohne Laden aus.
Beim Laden setzt Huawei weiterhin auf hohe Durchsätze und bietet per Kabel 66 Watt, kabellos sind es maximal 50 Watt. Das Mate X7 beherrscht zudem Wireless Reverse Charging.
Fazit: Premium-Foldable mit Kamerafokus
Das Huawei Mate X7 besticht im Test durch hochwertige Materialien, exzellente Displays, eine starke Akkulaufzeit und ein sehr leistungsfähiges Kamerasystem.
Abstriche muss man weiterhin bei der Connectivity und Software machen, da Google-Dienste nicht nativ unterstützt werden. Wer damit leben kann oder bereit ist, alternative Lösungen zu nutzen, erhält mit dem Mate X7 jedoch ein technisch starkes Foldable, das sich sowohl für produktives Arbeiten als auch für Multimedia und Fotografie hervorragend eignet.
Klar ist aber auch, dass es günstigere und abseits der Kamera besser ausgestattete Foldables von anderen Herstellern auf dem Markt gibt.