Praxis-Tipps

Fritzbox als Smart-Home-Zentrale - so geht's

AVM baut seine Fritzbox-Router Stück für Stück zur potenten Smart-Home-Zentrale aus. Wir zeigen, was bereits heute mit dem Router möglich ist und wie Sie ganz einfach Heizung, Licht und Waschmaschine ein intelligentes Upgrade verpassen.

© AVM

Smart wohnen mit der Fritzbox

AVM nimmt das Thema Smart Home ernst. Der Berliner Hersteller bringt langsam aber kontinuierlich neue Smart-Home-Produkte für seine Fritzbox auf den Markt und erweitert über Software-Updates die Funktionen. In den Genuss dieser Funktionen kommen nicht nur Nutzer einer neuen Fritzbox, denn auch viele ältere Modelle sind mit Smart-Home-Genen ausgestattet. 

Wichtig ist nur, dass der Router eine DECT-Basisstation besitzt. Denn außer dem Verbinden von Schnurlos-Telefonen wird der Funkstandard auch für die Smart-Home-Produkte verwendet, nur in der stromsparenden Variante DECT ULE (Ultra Low Energy).

Die Fritzbox vorbereiten

Bevor Sie mit dem Einrichten Ihres Smart Homes starten, sollten Sie auf jeden Fall ein Software-Update der Fritzbox durchführen. Denn einige Funktionen gibt es erst mit neueren Versionen. Für diesen Artikel verwenden wir die Firmware-Version FRITZ!OS 7.12 auf einer Fritzbox 7590. 

Die Konfiguration des Smart Homes erfolgt über das Browser-Menü der Fritzbox. Sie rufen das Menü auf, indem Sie http://fritz.box oder die IP-Adresse der Fritzbox (Werkseinstellung 192.168.178.1) in Ihren Web-Browser eingeben. 

Aktivieren Sie zunächst die Erweiterte Ansicht, indem Sie im Menü oben rechts auf die drei vertikalen Punkte klicken. Den Smart-Home-Bereich finden Sie im Menü links unter dem Punkt Heimnetz. Hier können Sie Geräte anlernen, Einstellungen vornehmen und die Produkte bedienen.

Clevere Steckdosen 

Ein vielfältig einsetzbares Produkt sind Schaltsteckdosen. Mit der FRITZ!DECT 200 und der FRITZ!DECT 210 gibt es gleich zwei Varianten von AVM, eine für den Innen- und eine für den Außenbereich, die Sie an die Fritzbox anlernen können. 

Das Verbinden mit der Fritzbox ist einfach. Sie stecken die FRITZ!DECT 200 oder 210 in eine Steckdose in der Nähe der Fritzbox. Beim erstmaligen Einstecken wechseln die Steckdosen gleich in den Anlernmodus. Das erkennen Sie, wenn die LED mit der Beschriftung DECT blinkt.

© AVM / Montage: connect

Für innen und außen: FRITZ!DECT 200 (links, zirka 45 Euro) und FRITZ!DECT 210 (zirka 50 Euro).

Innerhalb von zwei Minuten müssen Sie nun auch die Fritzbox in den Anlernmodus bringen. Dafür drücken Sie die Taste DECT an der Fritzbox und halten sie gedrückt, bis an der Fritzbox die LED Info oder DECT blinkt. Wenn die DECT-LED an der Steckdose durchgängig leuchtet, hat die Verbindung geklappt. 

Alternativ können Sie den Anlernvorgang ebenfalls über die Web- Oberfläche der Fritzbox starten, indem Sie im Smart-Home-Menü auf Neues Gerät anmelden klicken. In diesem Menü erscheint auch die Steckdose, wenn das Anlernen erfolgreich war. Und dort können Sie das Gerät bereits ein- und ausschalten. 

Um die Steckdose zu konfigurieren, klicken Sie auf das Stift-Symbol in der Zeile der Steckdose. Wollen Sie die Steckdose Automatisch schalten, wechseln Sie zum gleichnamigen Reiter. Hier können Sie beispielsweise über eine Zeitschaltung bestimmen, zu welchen Zeiten die Steckdose ein- und ausgeschaltet werden soll. 

Oder Sie wählen, dass die Zeitschaltung zufällig sein soll. Das hilft beispielsweise, wenn Sie zum Einbruchsschutz Anwesenheit vortäuschen möchten und an die Steckdose einen Radio oder eine Leuchte anschließen.

© Screenshot & Montage: connect

Schaltsteckdosen können Sie unter anderem per Zeit schalten oder wenn eine Standby-Schwelle unterschritten ist.

Zum Eliminieren von Standby-Sündern bietet sich die Funktionen Abschalten bei Standby an. Unterschreitet das angeschlossenen Gerät einen definierbaren Schwellwert für eine bestimmte Zeit, trennt die Schaltsteckdose die Stromzufuhr. 

Oder Sie verwenden diese Funktionen für Ihre Waschmaschine. So können Sie sich über die MyFRITZ!App benachrichtigen lassen, wenn die Wäsche fertig ist. Dank der Strommessfunktion können Sie über die Schaltsteckdose auch gleich herausfinden, welche Geräte die Stromfresser sind. 

Um mehrere Schaltsteckdosen gleichzeitig zu schalten, verwenden Sie Gruppen. Sie können sie ebenfalls im Smart-Home-Bereich der Fritzbox-Oberfläche anlegen. Klicken Sie dafür auf Neue Gruppe. Um mehrere Steckdosen zu automatisieren, wählen Sie die Option Gruppe automatisch schalten.

Hier haben Sie ähnliche Möglichkeiten wie bei den einzelnen Schaltsteckdosen. Bei den Gruppen verfügen Sie jedoch über die zusätzliche Option, Gruppen anhand der Temperatur zu regeln. 

So sind Sie in der Lage, eine Heizung oder einen Lüfter an eine Steckdose anzuschließen und festzulegen, wann auf die gewünschte Temperatur geheizt bzw. gekühlt werden soll. Die Steckdose schaltet dann die Geräte entsprechend ein und aus. Gruppen können Sie übrigens auch nur für eine Steckdose anlegen.

Die Heizung vernetzen

Meist sind es jedoch keine Elektroheizungen sondern konventionelle Heizkörper, die man zum Heizen verwendet. Um sie zu vernetzen, gibt es den Heizkörperregler FRITZ!DECT 301, der anstatt des konventionellen Drehreglers montiert wird. 

Auch bei ihm können Sie über den Smart-Home-Bereich der Fritzbox-Weboberfläche festlegen, wann er auf Komfortemperatur heizen sollen. Damit sich die Heizung automatisch bei einem offenen Fenster herunterregelt, hat der Heizkörperregler eine Fenster-auf-Erkennung. 

Sie registriert, wenn die Temperatur schnell abfällt. Wie empfindlich diese Erkennung sein soll, können Sie genauso einstellen wie die Dauer, die das Heizungsventil bei offenem Fenster geschlossen sein soll. 

© AVM

Das Heizkörper-Thermostat FRITZ!DECT 301 (zirka 45 Euro) ersetzt den alten Drehregler.

Eine weitere praktische Funktion: das Einstellen einer Temperaturabweichung (Offset), wenn eine Temperaturdifferenz zwischen Aufenthaltsort und Heizung besteht. Sie können einen festen Wert oder einen externen Sensor verwenden, der näher am Aufenthaltsort ist. 

Der Sensor kann zum Beispiel in einem anderen Heizkörperregler oder einer Schaltsteckdose bestehen. Wie bei den Schaltsteckdosen können Sie auch für mehrere Heizkörperregler eine Gruppe anlegen. So können Sie beispielsweise alle Heizungen der Wohnung bequem gemeinsam regeln.

© Screenshot & Montage: connect

Im Fritzbox-Menü wählen Sie, wann das Thermostat auf Komfort- und Spartemperatur heizt.

Vorlagen nutzen 

Eine noch recht neue Möglichkeit der Fritzbox ist es, sogenannte Vorlagen zu verwenden. Damit sind Sie in der Lage, Einstellungen über einen Tastendruck aufzurufen. Eine Vorlage richten Sie ein, indem Sie auf der Übersichtsseite des Smart-Home-Bereichs auf den Reiter Vorlagen klicken und dort auf Neue Vorlage erstellen

Über Aktuelle Einstellungen als Vorlage speichern lassen sich die aktuell eingestellten Werte eines Geräts oder eine Gruppe sichern. Das kann beispielsweise die eingestellte Zeitschaltung eines Heizkörpers oder einer Steckdose sein. 

Wenn Sie auf Neue Vorlagen erstellen klicken, können Sie entscheiden, ob Sie die Vorlage für Heizkörperregler oder Schaltaktoren erstellen möchten. Leider ist keine Kombination aus beiden möglich. Diese Vorlagen stellen sich im Alltag als sehr hilfreich heraus. 

So können beispielsweise Personen mit Schichtdienst schnell auf einen anderen Heizplan wechseln. Oder Sie aktivieren per Mausklick die Urlaubsschaltung. Zum Aktivieren der Vorlagen sowie generell zum Steuern der Geräte und Gruppen können Sie nicht nur das Browser-Menü der Fritzbox verwenden. 

Eine andere Möglichkeit besteht in der MyFRITZ!App, die es kostenlos für Android- und Apple-Smartphones gibt. Mit ihr lässt sich Ihr Smart Home auch von unterwegs bedienen.

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Komfortabel bedienen

Besitzer eines DECT-Telefons von AVM (FRITZ!Fon) können auch das Schnurlos-Telefon zum Steuern verwenden. Besonders komfortabel klappt das, wenn Sie das Smart Home als Startbildschirm festlegen.

Das richten Sie beim FRITZ!Fon C6 ein, indem Sie zwei Mal auf die MENU-Taste drücken. Eine komfortable Bedienmöglichkeit ist auch der Funktaster FRITZ!DECT 400.

Ihn befestigen Sie an einer Wand, oder Sie verwenden ihn portabel. Was der Taster beim kurzen und langen Drücken bewirkt, stellen Sie ebenfalls über die Fritzbox-Oberfläche ein. Das kann das Schalten von Steckdosen oder das Aufrufen einer Vorlage sein. 

So sind Sie etwa in der Lage, mit dem Taster eine Leuchte einzuschalten, die Sie an eine Schaltsteckdose angeschlossen haben. Auf diese Weise lässt sich bereits ein kleines Smart Home aufbauen. 

Wünschen Sie mehr, können Sie die Fritzbox um Produkte anderer Hersteller erweitern oder mit den Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant verbinden. Wer eine passende Fritzbox kaufen möchte, findet Tipps auf pc-magazin.de. Dort wird auch bereits die Fritzbox 6660 Cable berücksichtigt - die erste AVM-Fritzbox mit WLAN 6.

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