Samsungs Galaxy XR getestet: Alternative zur Apple Vision Pro?
Mehr zum Thema: Apple SamsungAuf der CES 2026 in Las Vegas konnten wir das neue Mixed-Reality-Headset Galaxy XR von Samsung ausprobieren. Es ist nicht besser als die Apple Vision Pro, aber deutlich günstiger. Und es kann auf die gesamte Bandbreite des Android-Ökosystems zugreifen, auch Google Gemini ist integriert.

Samsung verkauft das Galaxy XR seit Herbst 2025 in den USA und Südkorea über den eigenen Online‑Shop und ausgewählte Händler, der Preis liegt bei 1.799 US‑Dollar für die 256‑GB‑Variante (ohne Controller). Für 2026 sind weitere Märkte geplant. Hier gehören Deutschland, Frankreich, Kan...
Samsung verkauft das Galaxy XR seit Herbst 2025 in den USA und Südkorea über den eigenen Online‑Shop und ausgewählte Händler, der Preis liegt bei 1.799 US‑Dollar für die 256‑GB‑Variante (ohne Controller). Für 2026 sind weitere Märkte geplant. Hier gehören Deutschland, Frankreich, Kanada und Großbritannien zu den möglichen Kandidaten. Es gibt aber noch keine genaueren Infos dazu, auch Euro-Preise sind unklar, Samsung dürfte sich aber am US‑Niveau orientieren.
Die Apple Vision Pro ist seit Februar 2024 in den USA ab 3.499 US‑Dollar erhältlich, Mitte 2024 erfolgte der Start in weiteren Ländern wie Deutschland, Frankreich, Kanada und Australien, der Einstiegspreis hierzulande liegt bei 3.999 Euro. Im Oktober 2025 erfolgte ein Hardware-Upgrade auf den neuen M5-Chip und auf ein neues Kopfband, die Preise blieben aber gleich.
Auf der CES hatten wir die Gelegenheit, das Headset auszuprobieren, hier geben wir eine erste Einschätzung und erklären, was Galaxy XR von der Vision Pro unterscheidet.
Hochwertiges Design im Stil der Vision Pro, aber...
Das grundlegende Design ist gleich: Beide Modelle werden von einem geschlossenen Glasvisier dominiert, das die Sensorik enthält, daran schließen die Sichtschutz, Polsterung und das Kopfband an, der Akku ist extern positioniert und über ein Kabel mit der Brille verbunden.
Die Vision Pro wirkt allerdings hochwertiger, das Glasvisier ist stärker gerundet, das gewebte Kopfband macht einen edleren Eindruck, während die Galaxy XR stärker auf Kunststoff setzt und funktionaler wirkt. Das bedeutet nicht, dass Samsung seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, vielmehr geht Cupertino bei Design und Haptik noch einmal eine Extrameile (typisch Apple eben).
Galaxy XR hat im Gegenzug das niedrigere Gewicht, was beim längeren Tragen von Vorteil ist.
Galaxy XR bleibt von außen schwarz
Einen wichtigen Unterschied gibt es noch: Beim Galaxy XR kann man die Augen des Trägers von außen nicht direkt sehen, weil es, anders als die Vision Pro mit „EyeSight“, kein Außendisplay gibt, das die Augen nach außen projiziert.
Hardware und Displays
Das Galaxy XR ist mit dem Qualcomm Snapdragon XR2+ Gen 2 ausgestattet, einem dedizierten XR‑SoC mit bis zu 4,3 GHz, Adreno‑GPU und verbesserter NPU für Gemini‑Features, gepaart mit 16 GB RAM und 256 GB Speicher. Bei den Displays handelt es sich um zwei Micro‑OLED‑Panels mit 3.552 × 3.840 Pixel pro Auge (ca. 29 Mio. Pixel gesamt). In puncto Darstellungsqualität sehen wir beide Displays gleichauf, die etwas niedrigere Bildwiederholrate bei Samsung (90 statt 120 Hertz) fällt kaum auf.
Die Darstellung der Umgebung (also im Mixed-Reality-Modus) ist bei Samsung sehr gut und auf einem Niveau mit der Vision Pro. Sie ist aber stärker von den Lichtverhältnissen abhängig als bei Apple, bei wenig Licht wird es schneller pixelig und kontrastarm. Hier hätte Samsung lichtstärkere Außenkameras einbauen sollen.
Ein Vorteil von Apple ist der Prozessor: Qualcomms SoC ist zwar leistungsfähig und hält das System flüssig am Laufen, hat aber weniger Leistungsreserven als der Apple M5, der auch die stärksten MacBooks aus Cupertino antreibt.
Galaxy XR: Wie ist das Tragegefühl?
Während Apple mit seinem modernisierten dualen Kopfband das Gewicht der Brille besser verteilt, setzt Samsung auf die klassische Tragevariante mit einem umlaufenden Kopfband, das mit einem Drehregler festgestellt wird. Das Tragegefühl empfanden wir als angenehm und nicht zu stirnlastig, längere Sessions dürften damit möglich sein. Allerdings lässt sich ein sanfter Druck auf die Stirn nicht wegdiskutieren.
Kurz und gut: Wenn man Vision Pro und Galaxy XR mit einem klassischen Kopfband trägt, ist Galaxy XR im Vorteil, weil es leichter und weniger stirnlastig ist. Mit dem dualen Kopfband kehrt sich das Bild um, für längere Sessions ist die Vision Pro dann besser geeignet.
Steuerung und Menüführung
Galaxy XR nutzt primär die Hände für die Steuerung, zum Start führt ein kurzes Tutorial durch die wichtigsten Gesten. Fast alles lässt sich mit einer Geste ansteuern: Wenn man Daumen und Zeigefinger zusammendrückt, ist das das Äquivalent zur rechten Maustaste am Computer: Zum Bestätigen/Auswählen/App-Start drückt man Daumen und Zeigefinger zusammen, wenn man sie länger gedrückt hält, kann man in Apps scrollen, Kontextmenüs aufrufen oder die frei im Raum positionierten App-Fenster verschieben oder vergrößern. Die Steuerung empfanden wir als sehr präzise. Einzig die Geste zum Vergrößern und Verkleinern von Fenstern ist etwas fummelig.
Eye‑Tracking wird ebenfalls unterstützt, das konnten wir aber nicht ausprobieren, weil es eine Kalibrierung erfordert. Auf der Oberseite der Brille gibt es Tasten für die Lautstärke und eine Home-Taste, die immer zum App-Launcher führt. Über eine Touchfläche an der Seite kann man zudem zwischen immersiver Ansicht und realer Umgebung/mixed Reality wechseln.
Gemini Live und volle Android-Kompatibilität
Galaxy XR bietet in unseren Augen gegenüber der Vision Pro zwei große Vorteile: Gemini Live und die volle Kompatibilität mit allen Android-Apps. Das bedeutet, dass Millionen bestehender Smartphone-Apps aus dem Google Play Store direkt laufen, ohne Neukompilierung oder XR-spezifische Anpassungen. Sei es Gmail oder Docs, seien es Videostreaming- oder Social-Media-Apps. Alles lässt sich vollumfänglich nutzen. Sogar APKs können per Sideload installiert werden.
Wenn man länger auf die Home-Taste drückt, startet Gemini Live. Wenn man den Mixed-Reality-Modus aktiviert und Gemini Live eine Bildschirmfreigabe erteilt hat, dann sieht der KI-Assistent die reale Umgebung und kann Fragen dazu beantworten. Man kann also durch einen Raum gehen und Fragen zur Umgebung stellen: Wer ist auf dem Zeitschriftencover zu sehen? Was für eine Pflanze ist das? Man kann auch auf ein Objekt in der realen Welt zeigen, und Gemini liefert auf Wunsch Infos, Preise, Anleitungen. Apples Siri kann da nicht mithalten.
Fazit: Apple hat die bessere Hardware, Samsung hat Android und Gemini
Galaxy XR ist die Android-Variante der Apple Vision Pro. Bei der Hardware sehen wir Apple vorne. Die Software profitiert dagegen vom offeneren Ansatz des Android-Ökosystems: Alle Android-Apps laufen, zudem sind alle Google-Dienste nahtlos integriert, auch der KI-Assistent Gemini. Wenn man mit Gemini über die Brille kommuniziert, macht das einen riesigen Unterschied.
Samsung Galaxy XR im Vergleich mit Apple Vision Pro
| Merkmal | Samsung Galaxy XR | Apple Vision Pro |
|---|---|---|
| Displaytyp | Micro-OLED, 3552x3840 Pixel (ca. 29 Mio. Pixel gesamt) | Micro-OLED, 3660x3200 Pixel (ca. 23 Mio. Pixel gesamt) |
| Bildwiederholrate | 60 / 72 / 90 Hz | 90 / 96 / 100 / 120 Hz |
| Sichtfeld (FOV) | ca. 109° horizontal, 100° vertikal | ca. 100° (geschätzt, keine offizielle Angabe) |
| SoC / Chipsatz | Qualcomm Snapdragon XR2+ Gen 2 | Apple M2/M5 + R1 |
| RAM | 16 GB | 16 GB |
| Speicher | 256 GB | 256 / 512 GB / 1 TB |
| Tracking / Sensoren | 2 Passthrough-Cams, 6 Tracking-Cams, 4 Eye-Tracking-Cams, Depth-Sensor, IMUs | 12 Kameras, 5 Sensoren inkl. LiDAR, 4 Eye-Tracking-Kameras, IMUs |
| Eingabe | Hände, Augen, Stimme; optional Controller | Hände, Augen, Stimme |
| Akkulaufzeit | ca. 2–2,5 h (externer Akku) | ca. 2–2,5 h (externer Akku) |
| Gewicht Headset | ca. 545 g ohne Akku | ca. 600–650 g ohne Akku (je nach Kopfband) |
| Preis (UVP USA) | ca. 1799 US-Dollar (256 GB) | ab 3499 US-Dollar (256 GB) |
| OS / Plattform | Android XR mit Google-Ökosystem | visionOS mit Apple-Ökosystem |