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Ratgeber

Welche Handys kommen mit 64-GB-Karten zurecht?

Sandisk Micro-SD-Karte
Sandisk Micro-SD-Karte
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Die einschlägigen Speicherkarten-Hersteller bieten ­Micro-SD-Karten bereits mit 64 GB an. Wir zeigen, welche Smartphones damit klarkommen.

Auch wenn Apple, Microsoft und andere auf die Cloud schwören, geht doch nichts über lokalen Speicherplatz. Wer größere Mengen Musik, Fotos oder Videos auf seinem Smartphone bunkern will, dem bietet eine Speicherkarte schnellen Zugriff unabhängig von Netzverfügbarkeit und be­grenz­­ten Datenvolumen.

Da trifft es sich gut, dass gleich mehrere Hersteller mittlerweile Micro-SD-Cards mit 64 GB Kapazität anbieten. connect wollte wissen, ob diese Speicherboliden in aktuellen Smart­phones problemlos laufen. Also haben wir mit den wichtigsten Geräten einen Praxistest durchgeführt.

64-GB-Karten im Praxistest

Die erste Erkenntnis traf uns noch vor dem eigentlichen Test: Obwohl 64-GB-Micro-SDXC schon länger auf dem Markt sind, sind sie im ­Handel schwer zu finden. Media Markt und Saturn sehen wohl keine ausreichen­de Nachfrage, fündig wurden wir allein bei Conrad. Alternativ gibt es die Karten zum ohnehin günstigsten Preis bei Onlineshops wie Amazon.

Samsung Micro-SD-Karte

Die Samsung-Karte ist im Handel kaum zu finden, online für etwa 70 Euro. Sie bietet aber keine Vorteile gegenüber günstigeren Karten.

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Zweite Erkenntnis: Für 64 GB sind Tricks nötig, zumindest wenn Sie ein Android-Handy nutzen. Denn bis einschließlich 32 GB werden die Karten im Speicherformat FAT32 geliefert (das Kürzel steht für „File Allocation Table“ und bezeichnet die Organisationsstruktur auf der Speicherkarte). Ab 64 GB kommt da­gegen das modernere Format exFAT zum Einsatz.

Nur mag Android zumindest bis zur Version 4.2 in diesem Standard formatierte Datenträger nicht erkennen. Der ebenfalls getestete Blackberry Bold 9900 konnte mit 64-GB-„Medienkarten“ ohnehin nichts anfangen. Nur innerhalb der Microsoft-Welt klappt das Zusammenspiel: Die untersuchten Windows-Phone-8-Modelle HTC 8S und Nokia Lumia 820 kamen auf Anhieb auch mit exFAT-formatierten Speicherkarten klar.

So klappt's mit Android

Wer ein Android-Handy nutzt, muss tiefer in die Trickkiste greifen. Da das exFAT-Format nicht erkannt wird, gilt es, die Speicherkarte auf einem Windows-PC mit Hilfe eines zum SDXC-Standard kompatiblen Speicherkartenlesers umzuformatieren. Doch Windows XP, Vista, 7 und 8 weigern sich, Speichermedien ab 64 GB im dafür eigentlich nicht mehr vorgesehenen FAT32-Standard zu formatieren.

Dieses Kunststück gelang uns schließlich mit dem Gratis-Tool „FAT32 Format“; eine Google-Suche liefert passende Download-Quellen. Allerdings müssen PC-User gut aufpassen, um ihren Rechner nicht – wie bei Gratis-Downloads leider üblich – unbeabsichtigt mit einem halben Dutzend anderer, unerwünschter Programme zuzumüllen. „FAT32 Format“ schafft es dann aber problemlos, die 64-GB-Karte im alten Standard zu initialisieren. Stellen Sie die Sektorgröße („Alloca­tion Unit ­Size“) für Medien unter 2 TB (also auch für 64 GB) auf 4096.

Android: Apps auf die Speicherkarte auslagern

Die so formatierte Karte wurde von allen getesteten Androiden erkannt. Ein Nachteil des FAT32-For­mats ist allerdings, dass sich auf damit formatierte Karten keine Dateien kopieren ­lassen, die größer als 4 GB sind. Wer also ganze Spielfilme aufs Smartphone übertragen will, muss diese in mehrere Segmente unter 4 GB aufsplitten.

Androide auf Steroiden: Ist die 64-GB-Karte erst mal FAT32-formatiert, erkennen sie alle getesteten Android-Handys.
Androide auf Steroiden: Ist die 64-GB-Karte erst mal FAT32-formatiert, erkennen sie alle getesteten Android-Handys.

Im Test haben wir mit allen zur 64-GB-Karte kompati­blen Smartphones erfolgreich Videodateien mit knapp 4 GB Länge abgespielt sowie Dateien zwischen 1 und 4 GB vom internen Speicher auf die Karte und zurück kopiert. Dies klappte mit allen Geräten problemlos – mit Ausnahme des ­Blackberrys, der die 64-GB-Karte unabhängig vom Format grundsätzlich ablehnte.

Mit diesen Smartphones hat's geklappt

Hier die Liste der getesteten Android-Geräte: Huawei Ascend P1, LG Optimus L9, LG Optimus 4X HD, Motorola Razr i, Samsung Galaxy S3, Galaxy S3 mini, Galaxy S Duos, Galaxy Note 2 und Sony Xperia T. Auch mit den Windows Phones HTC 8S und Nokia Lumia 820 hat's geklappt.

Daten ja, Apps eher nicht

Wird die Speicherkarte grundsätzlich akzeptiert, lässt sie sich zum Ablegen von Musik, Fotos und Videos verwenden und, sofern die jeweilige App mitspielt, auch zum Auslagern von größeren Applikations-Daten wie etwa Navigationskarten.

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Windows Phone 8 lässt sich gar so konfigurieren, dass es automatisch alle Mediendateien auf die Speicherkarte schiebt. Ähnliches kann auch Blackberry OS 7 – aber bislang anscheinend nur bis zur maximalen Größe von 32 GB.

Unverhofft mit Microsoft: Windows Phone 8 unterstützt die 64-GB-Karten sowohl mit FAT32 als auch dem neueren exFAT.
Unverhofft mit Microsoft: Windows Phone 8 unterstützt die 64-GB-Karten sowohl mit FAT32 als auch dem neueren exFAT.

Problematischer ist es allerdings, wenn umfangreiche Apps selbst auf die Karte umziehen sollen. Dies ist unter den von uns im vorliegenden Praxistest untersuchten Betriebssystemen schlicht nicht vorgesehen.

Von Android 4.0 bis 4.2 gilt leider, dass in den allermeisten Fällen nur ein „Rooten“ des Geräts und das Aufspielen einer modifizierten Firmware diese Einschränkung aufhebt. Das möchten wir Ihnen aber nicht wirklich empfehlen. Ausnahme: Nach einem Update auf 4.0 ist die Funktion weiterhin nutzbar.

Ansonsten bleibt zu hoffen, dass Android OS die Möglichkeit, Apps von der SD-Card zu starten, in künftigen Versionen bald wieder unterstützen möge. Und Unterstützung fürs exFAT-Format könnte Google bei dieser Gelegenheit auch gleich dazu programmieren.

 
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