Blu-ray-Player

Electrocompaniet EMP3 im Test

Multimedialität mit High-End-Anspruch. Electrocompaniet bringt seinen Universal-Player auf den neuesten Stand: HDMI-Eingang und ARC bereiten nunmehr externe Quellen auf.

Electrocompaniet EMP3

© Hersteller/Archiv

Electrocompaniet EMP3

Pro

  • top ausgestattet
  • doppelter HDMI-Ausgang mit ARC und -Eingang
  • WLAN-Stick serienmäßig
  • klingt digital sehr gut

Contra

Fazit

Unser Resümee: Der EMP3 bietet in praktisch allen Details spürbare Verbesserungen. Er ist noch leiser und navigiert schneller. Mit HDMI-Eingang und ARC gibt es neue Einsatzgebiete. Seine erweiterten Netzwerk-Fähigkeiten machen vieles einfacher. Das neue Laufwerk scheint ebenfalls etwas auszumachen und der modernere Bildprozessor bringt nochmal eine Kleinigkeit. Electrocompaniet zeigt, wie universell sich der High-End- Gedanke heutzutage in der vielfältigen Medienwelt verankern lässt.

Schon vor ein paar Jahren stellte der norwegische Hersteller Electrocompaniet einen ersten Blu-ray-Player vor. Doch der Versuch, eine komplett eigene Hardware zu entwickeln, scheiterte letzten Endes an der Kombination aus eigenem Qualitätsanspruch, Entwicklungskosten und Entwicklungszeit. Denn gerade damals überschlugen sich die Neuerungen in den Blu-ray- Standards: von neuen Audiound Video-Codecs über Java und BD-Live bis zu 3D. Erst seit etwa einem Jahr ist der Standard stabil und Änderungen werden erst wieder fürs kommende Jahr erwartet.

Doch für eine kleine High-End-Schmiede ging das alles zu schnell. Die Lizenzierungen und Zertifizierungen dauerten zu lange, stehen doch stets erst die Branchenriesen vorne in den Warteschlangen. So entstand vor eineinhalb Jahren Electrocompaniets erstes Produkt auf OEM-Basis. Im Kern des EMP2 steckt Decoder- Technik und ein Laufwerk des amerikanisch-chinesischen Herstellers OPPO, auf dessen Plattform auch andere High-End- Anbieter vertrauen, wie etwa Cambridge, Ayre oder Primare. Auch der neue EMP3 setzt in seiner neuesten Variante auf OPPO-Komponenten. Und die bringen einige interessante Neuerungen mit.

Electrocompaniet EMP3 Anschlüsse

© Hersteller/Archiv

So sieht heute eine gute Vollausstattung aus: symmetrische Stereoausgänge für die audiophilen Electrocompaniet-Kunden plus gut klingende konventionelle Cinchbuchsen für Surround-Fans. Zwei HDMI-Ausgänge können parallel oder getrennt nach Audio und Video angesteuert werden und Audio lässt sich separat abschalten. Die dritte HDMI-Buchse ermöglicht externen Quellen den Zugang zum EMP3.

Anschlüsse

Am Augenfälligsten werden diese Erweiterungen bei einem Blick auf die Rückseite. Hier gibt es die große Zahl an analogen und digitalen Ausgängen, die man schon vom EMP2 her kennt. Das beginnt mit den zwei HDMI-Ausgängen, die sich parallel oder nach Audio und Video getrennt betreiben lassen. Es folgen zwei USB-Anschlüsse, eine Netzwerk-Buchse, der analoge 7.1-Ausgang und die mächtigen XLR-Ausgänge, um die Electrocompaniets D/A-Wandler zu beschicken.

Dann aber stutzt man als Betrachter, denn die dritte HDMI-Buchse ist als "Eingang" beschriftet. Das ist sinnvoll, denn der EMP3 verwendet, basierend auf Marvells Kyoto-G2H-Prozessor, eine der besten Signalaufbereitungen für Video, die man für Geld kaufen kann. Es drängt sich förmlich auf, hier seinen Kabel- oder Sat-Receiver anzuschließen. Dessen Videobearbeitung muss man natürlich abschalten und die Auflösungen der Sender nativ an den Electrocompaniet weiterreichen.

Audio- und Videoprozessor

Praktische Versuche mit einer Dreambox 7020HD zeigten auf dem kalibrierten JVC DLA-X3- Projektor im Testkino eine verblüffende Steigerung der Bildschärfe und -durchzeichnung und damit ein detailreicheres, plastischeres Bild.  Aber auch die Tonwiedergabe gewinnt bei der Schleife durch den EMP3, denn er decodiert gleich mit und reicht entweder digital weiter oder nutzt digitales Upscaling mit Wandlung über das symmetrische Analogboard.

Kaufberatung: Drei Röhren-CD-Spieler im Test

Die Klangvorteile lassen sich auch über den HDMI-angeschlossenen TV nutzen, wenn dieser wie bei allen aktuellen Geräten den Audio Return Channel (ARC) im HDMI-Standard unterstützt: ein sehr großer Vorteil, wenn man den internen Empfänger des Fernsehers verwendet und die oft in sensationeller Qualität auf ARTE HD oder 3SAT HD ausgestrahlten Classic- und Jazzkonzerte genießen möchte. Wandler- und Decoder-Fähigkeiten des Norwegers sind wirklich vorzüglich.

Wie schon der Vorgänger verarbeitet auch der EMP3 in seiner Laufwerkslade fast alle Scheiben, die sich im Regal des Film- und Musikliebhabers finden: von CD bis SACD, von DVD bis DVD-Audio und alle Derivate der Blu-ray mit sämt¬lichen Extras von BD-Live bis 3D - und das in allen Tonformaten bis in hochauflösende Standards. Dabei kommt allen Scheiben das neue, gekapselte Laufwerk zugute, dessen Laser durch drei ineinander verschachtelte Subchassis von der störenden Umwelt entkoppelt wurde.

Electrocompaniet EMP3 Fernbedienung

© Hersteller/Archiv

Die Fernbedienung bietet eine kinofreundliche Tastenhinterleuchtung und viele Direktfunktionen ohne Menü- Umwege. Die Lautstärkeregelung wirkt nur auf die Cinch- Ausgänge.

Hochauflösendes Streaming für Audio/Video

Beim EMP3 ist man nicht auf physische Medien angewiesen. Auch angeschlossene Speichersticks, Festplatten, UPnP- und DLNA-Server dürfen Musik, Fotos und Videos liefern - ebenfalls alles hochauflösend. Bei Video bis Full HD und bei Audio bis zu 7.1 Kanäle und bis zu einer Abtastrate von 192 Kilohertz.

Praxis: HiRes-Musik-Downloads - besser als Audio-CDs

Clever: Der EMP3 kann nun auch freigegebene Laufwerke (Samba) im lokalen Netzwerk ohne Umweg über einen Server lesen.  Das macht den EMP3 zu einer der mächtigsten Quellen für digitale Musik. Er frisst fast alle Bits, mit denen man ihn füttert. Dabei gibt es mit aktueller Firmware nur zwei Einschränkungen: DSD darf nur direkt von SACD kommen (nicht vom Computer). Und bislang spielt er - wie quasi alle Blu-ray- Player mit Streamer - Daten nicht ganz lückenlos ab, obgleich die Stille zwischen den Stücken sehr kurz ist. 

Hörtest

Im Hörraum macht der Electrocompaniet sofort eine gute Figur. Hinter der eleganten Acrylglas-Front ruht der Player mit seinen satten neun Kilogramm wackelfrei auf drei massiven Füßen. Entkopplung und Dämpfung war den Entwicklern wichtig. Nach dem Öffnen des Geräts stellen die Tester den exakt gefalzten Deckel auf die Waage: 4,3 kg! Die Grundplatte dürfte ähnlich viel wiegen.  Auch innen ist alles top verarbeitet. Also darf der Deckel wieder drauf und die sechs versenkten Maschinenschrauben werden wieder eingedreht.

Auf der HDMI-Seite finden wir keinerlei Überraschungen. Der EMP3 zeigt ein superknackiges und dennoch ruhiges Bild. Selbst niedrig aufgelöste Inhalte von DVD und von YouTube sehen vom integrierten Abspieler brillant und plastisch aus.  Klanglich zeigt der HDMI-Anschluss, was heute geht; er wirkt satt, präzise und musikalisch fließend bei konturierter, lückenloser Raumabbildung. Der unmodifizierte Mehrkanalausgang der OEM-Plattform klingt ebenfalls angenehm fließend, transparent und trotzdem kraftvoll.

Wer es wirklich audiophil mag, sollte den symmetrischen Stereoausgang nutzen. Insbesondere wenn die Tester HDMI-Audio ausschalten, rückt das gesamte musikalische Geschehen in eine wunderbar ausgewogene Balance. Fast ein wenig zurückhaltend klingt es im Vergleich zu HDMI, doch das täuscht. Der XLR-Ausgang tönt feinfühlig und dennoch zupackend, jede Aggression fehlt nun. Flügelanschläge haben jedoch mehr Attacke und klingen impulsiver, Saiteninstrumente und Hallfahnen schwingen hörbar länger aus.

Komplexe Klangkörper zeigen eine bessere Separation einzelner Stimmen und Instrumente. Dieser Qualitätsunterschied zieht sich durch alle Quellen von der einfachen CD bis zu den hochauflösenden FLAC-Dateien vom Server.

 

Electrocompaniet EMP3 WLAN-Adapter

© Hersteller/Archiv

Electrocompaniet legt einen WLAN-Stick samt Verlängerungskabel bei.

WLAN-Stick: Drahtlose Verlockung

Wie andere Hersteller liefert auch Electrocompaniet zum High-End- Player genügend Zubehör. Neben einem sehr ordentlichen HDMI-Kabel liegt dem EMP3 auch ein WLAN-Stick bei. Für den ist die zweite, rückseitige USB-Buchse gedacht. Dazu kommt ein Stativ mit Verlängerungskabel zur Positionierung des Sticks an unauffälliger Stelle und senkrechter Ausrichtung für besseren Empfang.  Galvanische Trennung vom Netzwerk und ein Kabel weniger zu verlegen locken, aber bei hochauflösenden Daten kommt eine Standard- WLAN-Verbindung in Sachen Bandbreite schnell an ihre Grenzen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet ein LAN-Kabel.

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