Testbericht

Endverstärker McIntosh MC 1.2 KW AC

Kaum einem Verstärkerbauer fällt es so schwer wie McIntosh, sich selbst zu übertreffen. Haben es die Amis mit dem McIntosh MC 1.2 KW AC(25 900 Euro) geschafft?

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Endverstärker McIntosh MC 1.2 KW AC

© Archiv

Endverstärker McIntosh MC 1.2 KW AC

Vor einem brauchen sich die Besitzer der neuen McIntosh-Monoblöcke für 25_900 Euro schon einmal nicht zu fürchten: dass ein Dieb die beiden 75-Kilo-Quader einfach wegtragen kann.

Endverstärker McIntosh MC 1.2 KW AC

© Julian Bauer

Im Regelfall werden die Monoblöcke via "Power Control"-Buchsen von einer Mc-Vorstufe ferneingeschaltet. Sonst muss der Besitzer den Front-Drehknopf bemühen. Die Gegenkopplungs- Spannung greifen die MC 1,2 KW direkt am unteren Anschlusspunkt der 8-Ohm- Boxenklemmen ab.

Noch ausgeschlossener: dass die Leistung dieser MC 1.2 KW AC getauften Verstärker einmal nicht mehr reicht. Die 1,2 Kilowatt bedeuten im übrigen Understatement. Das stereoplay-Messlabor holte bei der Sinus-Dauerleistung mehr als das Doppelte heraus. Dazu musste einer der Macs allerdings direkt am zentralen Haus-Netzverteiler angeschlossen werden. In der Praxis empfiehlt es sich auf jeden Fall, dass jeder Monoblock wenigstens eine eigens abgesicherte Steckdose kriegt.

Riesige, über Opto-Fasern beleuchtete Drehspulinstrumente zeigen die korrekt aus Strom und Spannung berechnete Leistung an, Doch es wäre nicht recht, die Betrachtung aufs Grobe zu reduzieren. Denn mit ihrer "Quad-Balanced Technology" bieten die MC 1.2 KW AC das Feinste vom Feinen der Verstärker-Baukunst an.

Gilt durchgehende Symmetrie mit eigenständiger  Elektronik für beide Pole bei den in Binghampton im Staate New York ansässigen Amerikanern schon seit Jahrzehnten als selbstverständlich, wenden sie das Prinzip in ihren neuen Top-Amps gleich doppelt an: Die Einzelpole werden noch einmal auf nicht nur zwei, sondern vier Verstärker aufgesplittet. Und schließlich - dabei arbeiten je  24 Transistoren im Gegentakt einer Anzapfung zu - von einem gigantischen, kunstvoll symmetrisch bewickelten Ausgangstrafo zusammengefasst.

Endverstärker McIntosh MC 1.2 KW AC Gleichrichter-Quartette

© Julian Bauer

Die Bauteile im Souterrain dienen zum Großteil Schutzkreisen und der Einschaltverzögerung.

Der bietet einmal den Vorteil, dass er den Viererbetrieb ermöglicht, bei dem sich vielerorts Verzerrungen eliminieren. Zweites: Indem er diversen Boxen 2-,4- oder 8-Ohm-Abgriffe offeriert, sorgt er nicht nur für ein etwaiges Power-add-on, sondern vielmehr dafür, dass die Endtransistoren bei ihrem optimalen Arbeitspunkt bleiben dürfen. Und drittens brauchen sich die Lautsprecher auch im Notfall nicht vor gefährlicher Gleichspannung zu fürchten: Der Trafo schließt diese - bis eine Schutzschaltung greift - mit seinem Mittenanschluss zur Masse hin kurz.

Wer hätt's gedacht? Beim Hörtest eröffneten die Macs neue Perspektiven. Die Urwucht eines Tuttis, Streichermassierungen, in denen trotzdem Luft und jeder einzelne Anstrich kollophoniumselig heil bleibt, all dies zu übertragen bedeutete für die 1.2-ler ein Kinderspiel.

Endverstärker McIntosh MC 1.2 KW AC  Elko-Abteilung

© Julian Bauer

Die Gleichrichter- Quartette arbeiten der Elko-Abteilung zu.

Mehr noch als für die dabei nicht ganz so sicher wirkenden Referenz-Monoblöcke TEM 3200 (1/06) von Thorens. Die holten allerdings, wenn es um delikate Höhenzeichnung ging, wieder auf. Etwa bei der CD "Cosmic Tree" von Yulara: Bei den gewaltig prallen Basspulsen boten sich die Macs immer noch als Meister an; die Dongs der diversen tropischen Trommeln, das hypnotische Saitenflirren einer Sitar und mit Finessen Raum und Spannung zu vermitteln, das gelang den TEMs doch besser.

Das ficht den Mac-Freund sicher nicht an. Er mag es groß und dabei nie nervig, er braucht die MC 1.2 KW AC.

McIntosh MC 1.2kW AC

HerstellerMcIntosh
Preis25900.00 €
Wertung62.0 Punkte
Testverfahren1.0

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