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Marktüberwachung Elektronik

Bundesnetzagentur: Untersuchungen decken Mängel bei Millionen Geräten auf

Die Bundesnetzagentur hat auch 2025 zahlreiche elektronische Geräte beanstandet. Nach Angaben der Behörde waren Millionen Produkte nicht konform mit EU-Vorgaben. Betroffen waren sowohl Onlineangebote als auch Geräte im stationären Handel.

Smartwatch mit Blutzuckermessung
Blutzucker mit der Smartwatch messen? Die Bundesnetzagentur hat Geräte aus dem Verkehr gezogen, die die Messung nur simulieren.
© adrian_ilie825 - stock.adobe.com

Nach Angaben der Bundesnetzagentur hat die Marktüberwachung im Jahr 2025 erneut erhebliche Mängel bei elektronischen Geräten festgestellt. Insgesamt seien rund 7,7 Millionen Geräte betroffen gewesen, die in Europa nicht hätten vertrieben werden dürfen.Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzag...

Nach Angaben der Bundesnetzagentur hat die Marktüberwachung im Jahr 2025 erneut erhebliche Mängel bei elektronischen Geräten festgestellt. Insgesamt seien rund 7,7 Millionen Geräte betroffen gewesen, die in Europa nicht hätten vertrieben werden dürfen.

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, erklärte, die Behörde trete für fairen Wettbewerb und Verbraucherschutz ein und habe erneut große Mengen nichtkonformer Geräte identifiziert.

Formale und technische Mängel

Bei den Stichproben seien sowohl formale als auch grundlegende Mängel aufgefallen. Zu den formalen Beanstandungen zählten laut Behörde unter anderem fehlende CE-Kennzeichnungen oder unvollständige Angaben zum verantwortlichen Unternehmen.

Darüber hinaus habe es auch technische Defizite gegeben. Einige Geräte hätten die zulässigen Grenzwerte für Störaussendungen überschritten. Solche Überschreitungen könnten Funkverbindungen oder den Betrieb anderer elektrischer Geräte beeinträchtigen.

Fokus auf Onlinehandel

Im Onlinehandel hat die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben im Jahr 2025 insgesamt 1.266 auffällige Verkaufsangebote identifiziert. Diese seien den jeweiligen Plattformbetreibern gemeldet worden, die die Angebote anschließend entfernt hätten. In Summe habe dies mehr als fünf Millionen Geräte betroffen.

Besonders häufig sind demnach bestimmte Smartwatch- und Funkgerätemodelle aufgefallen. Einige Smartwatches waren laut Bundesnetzagentur im EU-Schnellwarnsystem Safety Gate als nicht verkehrsfähig gelistet, da sie eine Blutzuckermessung anbieten, die laut Eintragg aber nur simuliert sei. Trotz dieser Einstufung seien entsprechende Angebote weiterhin auf Verkaufsplattformen entdeckt worden.

Kontrollen im stationären Handel

Auch im deutschen Einzelhandel hat die Marktüberwachung ihre Kontrollen ausgeweitet. Knapp über 2.100 Gerätetypen seien überprüft worden, von denen rund 58 Prozent die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt hätten. Die beanstandeten Gerätetypen hätten einer Stückzahl von etwa 1,9 Millionen Geräten entsprochen.

Unter anderem hat die Bundesnetzagentur Wechselrichter für Batteriespeicher von Photovoltaikanlagen messtechnisch überprüft. Bei einem Gerätetyp seien erhebliche Überschreitungen der Störaussendungsgrenzwerte festgestellt worden. In solchen Fällen besteht laut Bundesnetzagentur das Risiko, dass beispielsweise Heimrouter im näheren Umfeld gestört werden. Der betroffene Hersteller habe daraufhin die Produktion und den Vertrieb eingestellt.

Enge Zusammenarbeit mit dem Zoll

Ein weiterer Schwerpunkt war die Kooperation mit dem Zoll. Bereits bei der Einfuhr in den EU-Binnenmarkt seien zahlreiche Warensendungen überprüft worden. Im Jahr 2025 hat der Zoll demnach 8.202 verdächtige Sendungen an die Bundesnetzagentur gemeldet. Rund 89 Prozent davon seien auffällig gewesen und hätten keine Freigabe für den europäischen Markt erhalten. Insgesamt seien mehr als 359.000 Geräte von Einfuhrbeschränkungen betroffen gewesen.

Autor: Leif Bärler • 6.2.2026

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