iOS-Jailbreak "unc0ver" umgeht Apples Sicherheitssysteme

iOS 13.5: Erster Jailbreak für iPhone und iPad

Vor Kurzem erschien Apples neueste iOS-Version. Bereits jetzt gibt es den ersten Jailbreak für Version 13.5. So lassen sich verschiedene Sicherheitsfunktionen umgehen.

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Auch das aktuelle iPhone 11 Pro lässt sich mit dem neuen Jailbreak knacken.

Erst wenige Tage ist es her, dass Apple mit iOS 13.5 die neueste Version seines mobilen Betriebssystems veröffentlicht hat. Diese schließt unter anderem einige Sicherheitslücken und erweitert Face-ID um eine Erkennungsfunktion trotz Gesichtsmasken.

Nur kurze Zeit später veröffentlichte ein Entwicklerteam einen Jailbreak für iOS 13.5. Mit "unc0ver v5.0.0" lassen sich verschiedene Sicherheitsmechanismen des Betriebssystems aushebeln.

iOS 13.5: Erster Jailbreak schon kurz nach Veröffentlichung

Am 20. Mai veröffentlichte Apple die bisher neueste Version des Betriebssystems iOS. Und bereits jetzt, nur wenige Tage später, gibt es den ersten Jailbreak, welchen der Lead-Entwickler auf Twitter veröffentlichte. Dieser sei für die meisten Versionen ab iOS 11.0 verfügbar.

Der auf den Namen "unc0ver 5.0.0" getaufte Jailbreak nutzt dabei eine Lücke im Kernel des mobilen Betriebssystems aus. Damit lassen sich verschiedene von Apple verbaute Schutzfunktionen und Zugriffseinschränkungen umgehen. Auf der Webseite zum Jailbreak informieren die Entwickler über Kompatibilität, Installation und Funktionen.

Bei "unc0ver" handelt es sich um einen sogenannten Zero-Day-Exploit. Apple wurde also vor der Veröffentlichung nicht über dessen Existenz in Kenntnis gesetzt. Sicherheitsforscher gehen daher davon aus, dass es einige Wochen dauern wird, bis Apple die Schwachstelle im Kernel beheben und den Jailbreak damit unbrauchbar machen kann.

Der Jailbreak ist zwar nicht permanent und muss bei einem Neustart des Geräts neu installiert werden. Bei moderneren Geräten sollte dies aber keine allzu große Rolle spielen - diese bleiben ohnehin die meiste Zeit angeschaltet.

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Jailbreak für iOS 13.5 - Was bringt das?

Bei einem Jailbreak (dt.: Gefängnisausbruch) werden Nutzungsbeschränkungen, die vom Hersteller eingebaut wurden, ohne dessen Autorisierung entfernt. Der Nutzer erhält dadurch weitergehende Zugriffsrechte.

Bei iOS bedeutet dies unter anderem, dass so auch Apps und Software von außerhalb des App Stores installiert werden können. Damit können Anwender aus Apples "Closed-World" ausbrechen.

Auch Sicherheitsforscher profitieren oft von Jailbreaks. Die von Apple auferlegten Restriktionen machen es häufig schwer, das System auf Schwachstellen oder installierte Malware zu untersuchen. Durch die Verwendung von Jailbreaks lassen sich hier oft neue Erkenntnisse gewinnen.

Dennoch empfiehlt sich die Nutzung eines Jailbreaks nur für erfahrene Nutzer. Nicht nur kann dieser ein Einfallstor für Schadsoftware sein, die dann von den Schutzfunktionen des Smartphones oder Tablets nicht mehr aufgehalten werden kann. Viele der Funktionen dienen auch dem Schutz des Nutzers, der durch einen freieren Zugang das Gerät beschädigen könnte.

iOS-Jailbreak "unc0ver v5.0.0"

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