Neuer Auto-Notruf über 4G / 5G
NG eCall startet in deutschen Mobilfunknetzen
Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben den Fahrzeugnotruf der nächsten Generation freigeschaltet. NG eCall soll Notrufe schneller aufbauen und mehr Daten übertragen als das bisherige System. Das klassische eCall-Verfahren bleibt parallel weiter nutzbar.
Vodafone, Deutsche Telekom und O2 Telefónica haben den neuen Fahrzeugnotruf NG eCall in ihren Mobilfunknetzen aktiviert. Es handelt sich dabei um die Nachfolgetechnologie des bisherigen eCall-Systems, das bislang auf der Mobilfunktechnik 2G basiert.NG eCall soll Notrufe künftig über 4G (LTE) und ...
Vodafone, Deutsche Telekom und O2 Telefónica haben den neuen Fahrzeugnotruf NG eCall in ihren Mobilfunknetzen aktiviert. Es handelt sich dabei um die Nachfolgetechnologie des bisherigen eCall-Systems, das bislang auf der Mobilfunktechnik 2G basiert.
NG eCall soll Notrufe künftig über 4G (LTE) und perspektivisch auch über 5G abwickeln. Dadurch sollen Sprechverbindungen schneller aufgebaut und relevante Daten zügiger an die Leitstellen übermittelt werden als beim bisherigen Verfahren.
Parallelbetrieb mit dem bisherigen System
Das bestehende eCall-System bleibt weiterhin aktiv. Laut den Netzbetreibern kommt NG eCall nur dann zum Einsatz, wenn sowohl das Fahrzeug als auch die zuständige Notrufzentrale die neue Technik unterstützen. Andernfalls wird der Notruf wie bisher über das ältere System abgewickelt. Beide Generationen sollen daher vorerst parallel betrieben werden.
Grundsätzlich dient eCall dazu, bei schweren Verkehrsunfällen automatisch eine Verbindung zur Notrufnummer 112 herzustellen und Informationen wie den Standort des Fahrzeugs zu übermitteln. Ziel ist es, die Reaktionszeiten der Rettungskräfte zu verkürzen.
Schnellere Verbindungen und neue Datendienste
Mit NG eCall sollen bisherige Einschränkungen bei der Datenübertragung entfallen. Neben einer schnelleren Sprachverbindung könnten perspektivisch zusätzliche Informationen übermittelt werden. Denkbar seien etwa medizinische Angaben der Fahrzeuginsassen oder Bilddaten aus Fahrzeugkameras, sofern die Betroffenen dem zustimmen.
Rettungskräfte könnten dadurch bereits vor dem Eintreffen am Unfallort einen genaueren Überblick erhalten und sich gezielter auf den Einsatz vorbereiten.
Pflicht für neue Fahrzeugmodelle
Die bisherige eCall-Technik ist seit 2018 für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in der EU vorgeschrieben. NG eCall ist seit Januar 2026 Voraussetzung für die Zulassung neuer Fahrzeugmodelle. Ab dem kommenden Jahr muss das System in allen Neufahrzeugen verbaut sein.
Bedeutung im Hinblick auf die Abschaltung von 2G
Der Start von NG eCall ist auch vor dem Hintergrund geplanter Netzabschaltungen relevant. Die 3G-Netze wurden in Deutschland bereits abgeschaltet. Vodafone und Deutsche Telekom planen, ihre 2G-Netze im Jahr 2028 außer Betrieb zu nehmen, wobei Vodafone 2G für besonders kritische Anwendungen wie eCall bis Ende 2030 weiter betreiben will. O2 Telefónica hat bislang keinen konkreten Abschalttermin für 2G genannt.