Vorsicht teuer! Hier lauern Kostenfallen bei der Smartphone-Nutzung
Trotz Sprach- und Surfpauschalen gibt es bei der Smartphone-Nutzung nach wie vor Kostenfallen, die gewaltig ins Geld gehen können. Hier bleibt nur der dringende Rat, sich gut zu informieren, aufs Kleingedruckte zu achten und sich nicht von Lockangeboten blenden zu lassen
Kostenfallen bei VertragsabschlussBefristete AktionspreiseDie meisten Mobilfunkanbieter belohnen ihre Neukunden bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags mit großzügigen Rabattaktionen, die nur eine begrenzte Zeit gültig sind. Danach steigen die Monatskosten deutlich an. Das wird oft übersehen. Tipp...
Kostenfallen bei Vertragsabschluss
Befristete Aktionspreise
Die meisten Mobilfunkanbieter belohnen ihre Neukunden bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags mit großzügigen Rabattaktionen, die nur eine begrenzte Zeit gültig sind. Danach steigen die Monatskosten deutlich an. Das wird oft übersehen.
Tipp: Tarifdetails vor Vertragsabschluss genau prüfen und die verbilligten Einstiegspreise in Hinblick auf die regulären Kosten berücksichtigen.
Kostenpflichtige Extras
Bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags sind oft Musik-, Streaming- oder Clouddienste für eine gewisse Zeit ohne Aufpreis inklusive. Doch nach Ablauf der kostenlose Testphase, läuft der Dienst als Abo automatisch kostenpflichtig weiter, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird.
Verpasste Kündigungsfristen
Auch verpasste Kündigungsfristen erweisen sich nicht selten als Kostenfalle: Der Mobilfunkvertrag läuft automatisch weiter, allerdings meist zu deutlich schlechteren Konditionen. Günstigere Tarifpreise sowie attraktive Smartphone-Angeboten gibt’s meist nur für Neukunden.
Tipp: Kündigungsfristen genau im Auge behalten. Alternativ einen Mobilfunkvertrag mit kurzer Laufzeit wählen.
Datenautomatik
Bei einigen Mobilfunk-Discountern, etwa den Drillisch-Marken sowie bei älteren Mobilfunktarifen der Netzbetreiber, ist die Datenautomatik standardmäßig aktiviert: So wird nach Verbrauch des monatlichen Inklusivvolumens automatisch meist bis zu 3 x pro Monat zusätzliches Datenvolumen gegen Aufpreis hinzugebucht.
Tipp: Die Datenautomatik lässt sich nach Vertragsabschluss über das Kundenportal, die Hotline oder per Info-SMS deaktivieren.
Abofallen
Ein Klick auf den Werbebanner, den Link in einer SMS oder in einer App - und schon schnappt die Abofalle zu. Seit Jahren prellen Abzocker Mobilfunknutzer um ihr Geld. Besonders dreist: Die Drittanbieter nutzen die Mobilfunker als Geldeintreiber, die Dienste werden über die Mobilfunkrechnung abgerechnet.
Tipp: Seit der TKG-Novelle im Jahr 2012 können Handynutzer die Abrechnung von Drittanbieterleistungen und teuren Service-Nummern-Gassen (etwa 0900er-Nummern) über ihre Handyrechnung sperren lassen. Das erfolgt kostenlos.
Subventionierte Hardware zu einem höheren Monatspreis
Wer zu seinem Tarif ein neues Smartphone bestellt, zahlt für die subventionierte Hardware meist 24 Monate lang einen höheren Monatspreis. Nach Ablauf der zweijährigen Vertragslaufzeit ist das Smartphone zwar schon abbezahlt, doch die monatlichen Fixkosten bleiben unverändert hoch.
Oft sind die Kombiangebote, bestehend aus Tarif mit Smartphone, deutlich teurer als im Vergleich der separate Kauf des Smartphones und eines SIM-Only-Tarifs.
Tipp: Gesamtkosten von Gerätebundles und Einzelkauf vor Vertragsabschluss vergleichen.
Kostenfallen Roaming
Roaming außerhalb EU
Seit 2017 sind Roaming-Gebühren innerhalb der EU abgeschafft. Doch wer sein Smartphone außerhalb der EU nutzt, zahlt nach wie vor hohe Roaming-Zuschläge. Je nach Anbieter und Urlaubsland sind zwischen 99 Cent und rund 20 Euro für ein einzelnes Megabyte fällig. Auch Telefonate sind nicht billig: hier liegen die Minutenpreise zwischen 99 Cent und 6,70 Euro je nach Land und Anbieter.
Immerhin: Für mobiles Internet gilt eine weltweite Kostenbremse von 59,50 Euro. Die Datennutzung wird automatisch getrennt sobald dieser Betrag erreicht ist.
Tipp: Netzbetreiber und einige Discounter bieten spezielle Auslandspakete fürs Surfen und Telefonieren zum attraktiven Preis an. Alternativ lohnt sich, im Urlaubsland vor Ort eine heimische Prepaidkarte zu kaufen - mit den nationalen Tarifen der ausländischen Anbieter ist man deutlich günstiger dran. Allerdings: In dieser Zeit ist man unter einer anderen Mobilfunknummer erreichbar.
Mobilfunk in Grenznähe
In Grenzregionen wie etwa am Bodensee kann sich das Smartphone automatisch in das stärkste verfügbare Mobilfunknetz einwählen und das kann in dem Fall ein Schweizer Mobilfunknetz sein. Doch die Schweiz ist bekanntlich nicht in der EU und für die automatische Netzeinwahl beim Nachbarn können horrende Gebühren anfallen: bis zu 1,49 Euro pro Minute oder bis zu zehn Euro pro MB. Das muss man auch im EU-Urlaub beachten, etwa in Kroatien in Grenznähe zu Serbien oder in Griechenland nahe der Türkei.
Tipp: In Grenzregionen die Netzanzeige im Smartphone-Display regelmäßig im Blick haben. Optional lässt sich auch manuell das heimische Mobilfunknetz einstellen. Damit verhindert man die automatische Netzeinwahl.
Wenige Anbieter wie etwa Telekom haben die EU-Regelung auf die Schweiz ausgeweitet: Die Inklusivleistung für Telefonate und Datennutzung im In- und EU-Ausland gelten dann auch in der Schweiz.
Handynutzung in der Luft und auf dem Meer
Immer mehr Airlines, Kreuzfahrtunternehmen und Fähren bieten einen Internetzugang über Satelliten an, die Passagiere surfen via WLAN. Dazu haben die Fluggesellschaften sowie die Reedereien spezielle Datenpakete zur Auswahl. Meist liegen die Preise für die WLAN-Tarife deutlich höher als die gewöhnlichen Datentarife auf dem Festland. Noch schlimmer: Wer ohne Datenpakete sein Smartphone nutzt, der muss mit horrenden Kosten rechnen. Die EU-Vorgabe zum Roaming greift hier auch bei Reisen innerhalb der EU-Regionen nicht.
Tipp: Für die sichere Kostenkontrolle Datenroaming abschalten und den Flugmodus aktivieren.
Wer bei einem Langstreckflug oder auf einer Kreuzfahrt mit seinen Mobilfunkgeräten das Web nutzen will, sollte sich vor Reisebeginn bei Airlines, Schiffen, Fähren oder Reiseunternehmen genau informieren, was die Datennutzung kostet und was zu beachten ist. Die Preise zwischen den Anbietern unterscheiden sich stark.
