Social Media

Twitter: Was ändert sich nach der Übernahme durch Elon Musk?

18.11.2022 von Jusuf Hatic, The-Khoa Nguyen und Gabriele Fischl

Elon Musk hat im Oktober Twitter übernommen. Erste Änderungen sind schon sichtbar, über weitere wird derzeit spekuliert. Wir geben einen Überblick. +++ Update: Hunderte Mitarbeiter kündigen nach Ultimatum.

ca. 5:55 Min
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© Tada Images / stock.adobe.com

Nach Abschluss des 44 Milliarden Dollar schweren Twitter-Deals durch Tesla-Gründer Elon Musk steht die Social-Media-Plattform vor dem Umbau. Nicht zuletzt die erratischen Aussagen Musks während der Verhandlungen - die zwischenzeitlich zu scheitern und vor Gericht zu landen drohten - werfen allerdings die Frage auf, wie es denn nun mit Twitter weitergehen soll. Einige der Änderungen stehen bereits fest, während über andere derzeit nur spekuliert werden kann - einen Überblick über alle Neuigkeiten, die auf die Twitter-Übernahme durch Musk erfolgt sind, zeigen wir hier.

(Stand: 2. November 2022)

CEO und weitere Manager entlassen - Weg von der Börse

Eine der ersten Amtshandlungen des neuen "Chief Twits", wie sich Musk zwischenzeitlich selbst bezeichnete, war wohl das Entlassen der nahezu gesamten Führungsetage. Wie das Wall Street Journal berichtet, wurden unter anderem der bisherige CEO Parag Agrawal und CFO Ned Segal von ihren Aufgaben entbunden. Während sich Twitter selbst nicht zu dem Personalroulette äußerte, gab Musk zum Thema einen gewohnt spitzzüngigen Tweet ab: "Der Vogel ist befreit". Gerüchte sagen, dass sich Musk von über 50 Prozent der Belegschaft trennen will. Neben der Führungsetage hat es u.a. schon Mitarbeitende in der Entwicklung und Moderation erwischt. Bei Letzterem sollen nur noch 15 Stellen beschäftigt werden. Vorher waren es Hunderte.

Mit der Übernahme von Twitter wurde das Unternehmen hinter der Social-Media-Plattform zudem von der Börse genommen - Musk ist demnach nicht mehr dazu gezwungen, relevante Änderungen wahrheitsgetreu der Öffentlichkeit preiszugeben. EU-Industriekommissar Thierry Breton warnte - selbstverständlich ebenfalls per Tweet - den neuen Twitter-Chef allerdings vor einem zu laschen Umgang mit seiner neuen Firma - in Europa "fliege der Vogel nach unseren Regeln".

(Update: 10. November 2022)

Kehrtwende bei Twitter-Entlassungen - Musk spricht von Versehen

Die spekulierte Kündigungswelle, bei der gut die Hälfte der Twitter-Mitarbeiter ihren Job los sein soll, hatte Musk nur wenige Tage nach Amtsantritt in die Tat umgesetzt. Laut dem Portal Bloomberg hat es hier aber auch einige Dutzend Angestellte "versehentlich" erwischt, die Musk nun zu einer Rückholaktion bewegen.

So sollen dem Bericht zufolge einige der entlassenen Mitarbeiter für die Entwicklung von Musks gewünschten neuen Features benötigt werden und von Twitter kontaktiert worden sein, um die Kündigung rückgängig zu machen. Musk selbst betonte, dass das Unternehmen angesichts eines Verlusts von vier Millionen US-Dollarn pro Tag keine andere Wahl gehabt hätte, als Mitarbeiter zu entlassen - diese würden allesamt eine Abfindung erhalten.

Dass das wohl nicht ausreicht, zeigt ein Bericht der New York Times: Dem Portal zufolge sollen diverse Ex-Angestellte eine Sammelklage anstreben, da die Kündigungen gegen geltendes Arbeitsrecht in den USA verstoßen haben sollen.

(Update: 18. November 2022)

Hunderte Mitarbeiter verlassen nach Ultimatum das Unternehmen

Von den Twitter-Mitarbeitern, die die erste Entlassungswelle überstanden hatte, verlassen nun offenbar hunderte das Unternehmen. Vorangegangen war eine E-Mail von Elon Musk, in der er die Mitarbeiter zu seiner Idee von Twitter 2.0 inklusive "Hardcore"-Arbeit verpflichten wollte. Sie sollten bis Donnerstag 17 Uhr Ortszeit (USA Ostküste) in einem Google-Formular mit "Ja" antworten, andernfalls sei dies ihr letzter Arbeitstag und sie würden ein Abfindungspaket erhalten.

Wie unter anderem The Verge berichtet, sollen sich hunderte Mitarbeiter unmittelbar nach Ablauf der Frist in den internen Slack-Kanälen verabschiedet haben. Offenbar haben mit dem Ende des Ultimatums deutlich mehr Mitarbeiter gekündigt, als Musk erwartet hatte. Einige "kritische" Teams sollen komplett oder nahezu komplett gekündigt haben. Musk selbst gab sich in einem Tweet am Donnerstagabend zuversichtlich: "Die besten Leute bleiben, also mache ich mir keine großen Sorgen."

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(Stand: 2. November 2022)

Verifizierungs-Haken für 8 US-Dollar im Abo

Wie das Portal Platformer zuerst berichtete, soll der blaue Haken kostenpflichtig werden. Das Zeichen selbst findet sich hinter verifizierten Accounts und soll diese als authentische Quelle kennzeichnen.

So sollen mit dem blauen Haken verifizierte Nutzer nach der Änderung 90 Tage Zeit haben, zum Twitter-Blue-Abo zu wechseln, was zuerst 20 Dollar im Monat kosten sollte, andernfalls würde der Haken nicht mehr im Account sichtbar sein. Musk selbst hat am 1. November dann einen Betrag von 8 US-Dollar genannt, die sich je nach Land und seiner Wirtschaftskraft anpassen können. Die Einnahmen könnten u.a. dazu verwendet werden, Content Creator zu belohnen.

Für den Preis gibt es neben der sichtbaren Verifizierung noch Vorteile bei Antworten, Erwähnungen und Suchfunktionen. Ebenso sind Tweets mit größeren bzw. längeren anhängenden Videos und Audioaufnahmen möglich. Zudem wird mit Paywall-Anbietern verhandelt, um Twitter-Abonennten einen kostenlosen Zugang zu Nachrichten und anderen kostenpflichtigen Medien zu ermöglichen. Daneben soll das Editieren von Tweets aber für alle möglich sein.

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(Update: 10. November 2022)

"Offiziell"-Haken eingeführt - und gleich wieder weg

Das Chaos rund um den blauen Haken bei Twitter geht in die nächste Runde: Während das Abo-Modell "Twitter Blue" in seiner neuen Form in den USA und einigen anderen Ländern bereits ausgerollt wird, haben erste verifizierte Konten am 9. November für eine kurze Zeit eine Änderung erlebt. So hatten einige Accounts zusätzlich zum blauen Haken einen weiteren in grau gehaltenen mit der Kennzeichnung "Offiziell" erhalten.

Die neue Kennzeichnung soll wohl den Befürchtungen entgegen treten, dass ein käuflicher blauer Haken, wie ihn Musk plant, für Verwirrung um die Echtheit der Accounts sorgen könnte. Wie Twitter-Produktchefin Esther Crawford erklärt, experimentiere das Unternehmen derzeit, wie man die beiden Kontoarten sichtbar voneinander abgrenzen könne. Zufrieden war man mit dem grauen Haken wohl allerdings nicht: Wie Musk nur wenige Stunden nach der Einführung des neuen Features erklärte, hat er die Funktion kurzerhand "gekillt".

(Update: 11. November 2022)

"Offiziell"-Haken doch wieder zurück

Twitter macht erneut eine Rolle rückwärts und hat die graue Kennzeichnung "Offiziell" nun doch wieder eingeführt. Wie der Twitter Support mitteilte, erhalten einige Accounts diese Kennzeichnung, um Identitätsdiebstahl zu verhindern. Während beim ersten Anlauf aber auch diverse Prominente auf diese Weise erneut verifiziert worden waren, scheint die Kennzeichnung aktuell auf die Twitterauftritte von Marken und Organisationen beschränkt zu sein.

Dies dürfte eine Reaktion darauf sein, dass nach der Einführung von Twitter Blue einige Accounts mit blauem Haken damit begonnen haben, Firmen zu imitieren und scheinbar in deren Namen zu twittern. Dies dürfte die Werbekunden von Twitter weiter verärgert haben.

(Stand: 2. November 2022)

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Die Liste an Spekulationen, was Twitter für Änderungen erfahren könnte, ist lang. An dieser Stelle listen wir Themen, die nach und nach aufkommen und was daraus geworden ist.

Vine kommt wohl zurück

Ende Oktober hat Elon Musk eine Umfrage gestartet, ob sich Nutzende den Kurzvideodienst Vine zurückwünschen. Fast 70 Prozent sprachen sich dafür aus. Wenig später will Axios erfahren haben, dass tatsächlich ein Team beauftragt wurde, Vine zu reaktivieren.

Mehr als 280 Zeichen pro Tweet denkbar

Eine der einschneidendsten Veränderungen könnte die Art und Weise verändern, wie der Kommunikationsdienst an sich genutzt wird: So zeigte sich Musk in einem Tweet offen dafür, das bisherige Zeichen-Limit - ein Tweet kann nicht mehr als 280 Zeichen haben - wahlweise aufzuheben oder zu erweitern. Auch unterschiedliche Versionen von Twitter werden derzeit diskutiert, die wie eine Alterseinstufung im Kino fungieren soll.

Was kommt noch?

Umstritten ist seit der Übernahme, dass zuvor gesperrte Accounts zurückkommen könnten. Der Einbruch bei der Mitarbeitendenzahl im Moderationsbereich sorgt immerhin dafür, dass keine entsprechenden Konten zurückkehren können. Zumindest der ehemallige US-Präsident Donald Trump sagte auch, dass er kein Interesse an einem Comeback auf Twitter hat.

Damit einher geht die Sorge, dass Hassreden oder Rassismus zunehmen könnten. Dies scheint eine Analyse auch zu bestätigen. Dafür soll es in Zukunft aber ein Kontrollgremium geben. Wie sich dies entwickelt, bleibt abzuwarten. Erste Firmen geben sich pessimistisch und sagten bereits Werbekooperationen ab.

Neben der aggressiveren Monetarisierung mit Hilfe des Abos für den blauen Haken wird auch über weitere Integrationen von Finanzinstrumenten spekuliert. Musk gilt als Verfechter von Kryptowährungen und insbesondere als Fan des Meme-Coins DOGE. Schon seit den ersten Meldungen über eine Twitter-Übernahme wird gerätselt, ob er die Währung auf Twitter einbringen könnte. In welcher Form, ist unklar.

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