Testbericht

Cayin SP-40 M

12.6.2008 von Redaktion connect und Malte Ruhnke

Im Inneren der Stereo-Endstufe SP-40 M gibt's Glimmkolbentechnik, Freiverdrahtung und massive Übertrager, wohin das Auge blickt.

ca. 1:20 Min
Testbericht
  1. Cayin SP-40 M
  2. Datenblatt
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© Archiv

Vier Endröhren vom Typ KT88, zwei Treiberröhren ECC82, Netzteil und Ausgangsübertrager - nostalgischer kann man einen Endverstärker nicht aufbauen, wenn er für heutige Anwendungen noch taugen soll.

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Endröhren und massive Endübertrager mit Abgriffen für 4 und 8 Ohm sorgen für stabile Verhältnisse, kräftig geriet auch der Netztrafo.
© H.Härle

Einziges Zugeständnis an moderne, zumeist niederohmige Boxen: Die Trafos, die aus den hohen Ausgangsspannungen der Röhren höhere Ausgangsströme zaubern sollen, haben zwei verschiedene Abgriffe. Für hochohmige Boxen, etwa klassische BBC-Monitore vom Typ LS3/5a, empfiehlt sich die 8-Ohm-Klemme, moderne Typen bevorzugen meist die 4-Ohm-Variante, die weniger Ausgangsspannung, dafür mehr Strom liefert und zugleich stabiler auf wechselnde Lasten reagiert. 

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Die Röhrensockel und weitere Bauteile sind, nach alter Väter Sitte, beinahe platinenfrei nur mit Kabeln verdrahtet. Seitlich die Bias-Regler für den Ruhestrom.
© H.Härle

Erstaunliche 45 Watt Sinus mobilisieren die beiden im Gegentakt-Betrieb arbeitenden Endröhren pro Kanal: Sie laufen in der Pentoden-Variante mit drei Gittern zwischen der Heizfaden-Kathode und der Ausgangs-Anode; neben dem Steuergitter, an dem das Eingangssignal angelegt wird, sorgen also Schirm- und Bremsgitter für stabile Verhältnisse und weniger Verzerrungen. Um optimale Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, lässt sich für jede Röhre einzeln der Arbeitsstrom einstellen - das darf allerdings nur der Servicetechniker, die Bias-Regler sind nicht von außen zugänglich.

Hörtest

An der AUDIO-Referenzkette - der KEF 207/2 mit der Accuphase-Vorstufe C-2810 und dem SACD-Player Accuphase DP-700 - gab die Cayin-Endstufe ihren Einstand mit Alter Musik im Wortsinn: Monteverdis "Orfeo" von 1607 (Harnoncourt, Decca). Außer einem minimal verschlankten Klangbild tönte diese erste Oper der Musikgeschichte erstaunlich modern, die Cayin entlockte der KEF ein glaubwürdiges akustisches Panorama mit der richtigen Dosis Schmelz in den Stimmen.

Mit etwas mehr Reserven und Fundament, auch eine Spur korrekter agierte die Linn Majik 2100 (AUDIO 3/07). An der preiswerteren Standbox KEF XQ 40 (AUDIO 3/08) kehrten sich die Verhältnisse um, hier wusste die Cayin sich majestätischer in Szene zu setzen. Sie versetzte mit einem Füllhorn an Klangfarben und Stimm-Nuancierungen den Kollegen Bernhard Rietschel ins Schwärmen: Er sprach von "einer Wunder-Kombination", die auch in sinnvollen Grenzen nicht dynamisch limitiert war.

Cayin SP 40 M

Cayin SP 40 M
Hersteller Cayin
Preis 1800.00 €
Wertung 95.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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